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Gladbach: So fällt die EM-Bilanz von Ginter, Neuhaus und Hofmann aus

EM-Borussen : Das nimmt Gladbachs DFB-Trio aus der Europameisterschaft mit

Aus elf mach vier: Nur noch die Schweizer Borussen sind im Viertelfinale der EM vertreten. Für Matthias Ginter, Florian Neuhaus und Jonas Hofmann kam mit dem DFB-Team das Aus gegen England. Die drei Gladbacher werden ganz unterschiedlich auf das Turnier zurückschauen.

Zweimal fehlte nicht viel, um die Hereingabe von der linken englischen Angriffsseite zu verhindern. Beim 0:1 versuchte es Matthias Ginter mit einem langen Ausfallschritt, der flache Pass kam letztlich aber gar nicht so steil und ging dem Gladbacher Verteidiger letztlich durch die Beine. Und beim 0:2 fehlte ein Schritt, um die halbhohe Flanke vor Torschütze Harry Kane abzufangen. So wurde es ein bitterer Abend für Ginter und die DFB-Elf in Wembley – im Achtelfinale der Europameisterschaft kam das Aus.

Damit sind von den zehn gestarteten Gladbachern – plus dem zuletzt an den FC Augsburg ausgeliehenen Laszlo Bénes – bei der EM im Viertelfinale nur noch die vier Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo vertreten. Für das Borussen-Trio im deutschen Team war das Ausscheiden im Achtelfinale – wie für Marcus Thurams Franzosen – eine große Enttäuschung. Die drei Gladbacher werden darüber hinaus aber wohl eine ganz unterschiedliche, persönliche Bilanz ziehen.

Matthias Ginter wird mit dem Abschneiden der Mannschaft nicht zufrieden sein, mit seiner eigenen Vorstellung kann er es sein – indes mit Abstrichen. Er, der bislang noch keine Minute bei einer WM oder EM gespielt hatte, sicherte sich einen Stammplatz in der neu formierten Dreier-Abwehrkette der deutschen Mannschaft, und ließ damit beispielsweise einen Niklas Süle oder Emre Can hinter sich. Somit wird das Turnier in seiner Karriere einen besonderen Platz einnehmen.

In den ersten beiden Spielen gehörte der 27-Jährige auch zu den Besten im DFB-Team, beim 2:2 gegen Ungarn leistete er sich allerdings auch einige Fehler, die nicht folgenlos blieben. Und auch beim 0:2 gegen England wirkte der Gladbacher im Verbund mit den Abwehrkollegen nicht sattelfest. Grundsätzlich kassierte das deutsche Team viel zu leicht Gegentore, das konnte auch Ginter nicht verhindern.

Florian Neuhaus erging es derweil bei seinem ersten großen Turnier so, wie es Kollege Ginter schon bei zwei Weltmeisterschaften erlebt hatte: Er spielte keine Sekunde. Das an sich ist schon enttäuschend für einen Spieler, Neuhaus dürfte darüber hinaus aber auch das Gefühl gehabt haben, näher dran zu sein – auch wenn sich gerade auf seiner Position international erfahrene Topspieler tummelten.

Doch Neuhaus hatte in seinen bisherigen sechs Länderspielen fast immer überzeugt, er war ein belebendes Element im DFB-Spiel. Womöglich verhinderte zumindest einen Einsatz, dass Bundestrainer Joachim Löw im Spiel gegen Ungarn in der Schlussphase auf einen 1:2-Rückstand reagieren und deswegen im Angriff nochmals wechseln musste.

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Jonas Hofmann spielte ebenfalls keine Sekunde, bei ihm liegt der Fall aber anders. Er kam aufgrund einer Knieblessur, die er sich wenige Tage vor dem Turnierbeginn zuzog, gar nicht so richtig in die Situation, eine ernsthafte Option für Löw zu sein. Zwar war die Verletzung nicht so schwerwiegend, dass der Bundestrainer Hofmann noch kurzfristig aus dem Kader hätte streichen müssen, doch musste sich Hofmann erst wieder herankämpfen.

Letztlich reichte es so noch nicht einmal, um in den Spieltagskader berufen zu werden. Die EM-Nominierung an sich war schon ein großer Erfolg für Hofmann, den Turnierverlauf wird er sich aber anders vorgestellt haben.