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Borussia Mönchengladbach: Gladbach setzt seine traurige Elfmeter-Geschichte fort

Borussia Mönchengladbach : Gladbach setzt seine traurige Elfmeter-Geschichte fort

Borussias Aus in Bielefeld ist das nächste Kapitel in einer Historie von Elfmeterschießen, die das große Scheitern zum Thema haben.

Es ist wie immer, wenn Elfmeter entscheiden: Die, die zum Punkt gehen, wandeln auf dem schmalen Grat zwischen König und Bettler, sie übernehmen Verantwortung inklusive des Risikos, sich zu blamieren. Beim DFB-Pokal-Viertelfinale in Bielefeld waren Raffael und Ibrahima Traoré die Verlierer aufseiten der Borussen. Ausgerechnet die beiden Techniker brachten ihre Schüsse nicht im Tor der Arminen unter. Raffael zielte links vorbei, Traoré scheiterte an Torwart Alexander Schwolow. Vorwürfe gab es nicht. "So etwas kann jedem Spieler passieren", sagte Tony Jantschke.

Tatsächlich ordneten sich die beiden in eine Reihe prominenter Borussen ein, denen im Elfmeterschießen die Nerven versagten. Überhaupt ist es eine Disziplin, in der Borussia nicht besonders gut ist. In Bielefeld fiel zum 16. Mal in der Klubgeschichte vom Punkt die Entscheidung, zum elften Mal scheiterte Gladbach. Im Pokal gingen zehn von 15 Elfmeterschießen verloren, im Europapokal das bislang einzige.

Das ereignete sich im November 1970 beim FC Everton und ist somit der Ursprung der Tragödie. Es war das erste Mal, dass im Europapokal der Landesmeister Elfmeter geschossen wurden, um einen Sieger zu ermitteln. Herbert Laumen und Luggi Müller trafen nicht, Borussias schied nach zwei 1:1-Unentschieden unbesiegt aus. Unbesiegt ist Gladbach auch als Pokalfinalist - doch zweimal verlor sie im Elfmeterschießen. 1984 gab es in Frankfurt gegen die Bayern den legendären Fehlschuss von Lothar Matthäus und den von Norbert Ringels. 1992 trafen Karlheinz Pflipsen und Holger Fach nicht, weswegen der damalige Zweitligist Hannover 96 Pokalsieger wurde.

In den Jahren danach gab es auch zwei Halbfinals, die Gladbach auf diese Art der Elfmeter-Lotterie verlor: 2001 bei Union Berlin scheiterten Arie van Lent, zuvor doppelter Torschütze, und der heutige Sportdirektor Max Eberl; 2012 waren es Dante, der nach dem Fehlschuss wie einst Matthäus zum Gegner FC Bayern wechselte, und Havard Nordtveit. Raffael war nun der zweite brasilianische Borusse, dem die Coolness im entscheidenden Moment abging.

Sein Fehlschuss von Bielefeld trug nun dazu bei, dass Gladbach zum sechsten Mal seit dem Pokalsieg von 1995 im Elfmeterschießen gegen einen Drittligisten ausschied, nur 2012 in Heidenheim ging es gut. Hannover (1997), der SC Verl (1999), Union Berlin, die Bayern-Amateure (2004) und Darmstadt 98 (2013) waren Bielefelds "Vorgänger". Vor zwei Jahren bei den "Lilien" besiegelte der seltsame Lupfer von Branimir Hrgota das Aus. Darmstadt stieg später in Liga zwei auf - weil es sich in der Relegation gegen Bielefeld durchsetzte. In Bielefeld mag das nur allzu gerne als gutes Omen für die Rückkehr in die Zweite Liga gewertet werden.

Borussia dagegen setzte die eher traurige Geschichte ihrer Elfmeterschießen fort.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kruse bleibt in Bielefeld vom Punkt eiskalt

(togr)