Letzter Angriff auf die Einstelligkeit Borussias Spielzeit erinnert bislang stark an die Hütter-Saison

Mönchengladbach · Borussia ist fünf Spieltage vor dem Saisonende fünf Punkte vom neunten Platz entfernt – den belegt Gladbachs kommender Gegner TSG Hoffenheim. Noch ist also die Einstelligkeit möglich, die ein Jahrzehnt lang Standard war. Doch seit 2021 besetzt der Klub überwiegend andere Gefilde.

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Max Wöber machte vor zehn Tagen unmittelbar nach dem 3:1-Erfolg beim VfL Wolfsburg eine klare Ansage. „Wir haben immer gesagt, wir schauen nach oben. Unser klares Ziel war immer ein einstelliger Tabellenplatz. Das ist noch drin und das müssen wir als Ansporn nehmen“, sagte Borussias Innenverteidiger. Dieses Ziel ist auch nach der anschließenden Heimniederlage gegen Borussia Dortmund noch in Reichweite: Aktuell ist Borussia Elfter, mit fünf Punkten Rückstand auf den neunten Tabellenplatz.

Den belegt derzeit die TSG 1899 Hoffenheim, bei der Gladbach am kommenden Samstag (15.30 Uhr) zu Gast ist. Wenn es also noch was werden soll mit der Einstelligkeit, dann ist am Wochenende Verlieren verboten, selbst ein Unentschieden wäre zu wenig. Bei einem Sieg jedoch würde der neunte Platz schon deutlich näher rücken.

Die Borussen können also am kommenden Spieltag nochmals einen Angriff auf den neunten Platz starten, der nach der Relegationsrettung 2011 ein Jahrzehnt lang die Mindest-Zielmarke des Vereins war – Manager Max Eberl wurde nicht müde, dies zu betonen. In der Spielzeit 2021/22, in der Eberl plötzlich zurücktrat, ging auch die schöne Einstelligkeits-Serie zu Ende. Seitdem hat Gladbach viele Chancen vergeben, in die obere Tabellenhälfte zurückzukehren.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Borussia: Seit Sommer 2021 nur 24-mal einstellig

Mit dem Blick auf die vergangenen knapp drei Jahre bewegt sich Borussia aktuell genau in den Gefilden, in denen sie häufig anzutreffen war, seitdem der Klub mit Adi Hütter einen neuen Anlauf nehmen wollte, nachdem Erfolgscoach Marco Rose nach Dortmund weitergezogen war. 97 Spieltage sind seit dem Start 2021/22 ausgetragen worden, 97 Tabellenplätze verdeutlichen, wohin sich Borussia, die sich zuvor ein Jahrzehnt lang fast ausschließlich in der oberen Tabellenhälfte aufgehalten hatte, entwickelt hat.

Nur 24-mal war Gladbach seit Hütters Einstieg einstellig – gleich zehnmal davon Neunter. Das liegt vor allem an dem guten Start und der Heimstärke unter Daniel Farke 2022/23 – damals rutschte Borussia dauerhaft erst mit dem 22. Spieltag in die untere Tabellenhälfte. Die Hütter-Saison ähnelt dagegen sehr der aktuellen Spielzeit: Damals kamen ein geteilter siebter Platz am ersten Spieltag und zwei neunte Plätze am elften und zwölften Spieltag heraus – am Ende war Gladbach Zehnter. Unter Gerardo Seoane sind es bislang ein geteilter neunter Platz nach dem 4:4 zum Saisonauftakt in Augsburg und ein neunter Platz am elften Spieltag.

Gladbach: Der zehnte Platz ist die neue Heimat

Immerhin bleibt den Borussen damit eine Bilanz wie in den Spielzeiten 2004/05 sowie 2008/09 erspart, in denen sie ausschließlich in der unteren Tabellenhälfte beheimatet war. Und dann gibt es da noch die Saison 1991/92 mit ihren nach der Wiedervereinigung ausnahmsweise 20 Mannschaften: Damals stand Gladbach auch durchgehend auf einem zweistelligen Tabellenrang, an drei Spieltagen gehörte sie mit dem zehnten Rang aber immerhin zur oberen Tabellenhälfte.

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

Der zehnte Platz nimmt seit Sommer 2021 jetzt auch die Spitzenposition ein, an 21 Spieltagen stand Borussia dort – gefolgt vom elften Rang (16-mal) sowie den Plätzen zwölf und 13 (jeweils 14-mal). Niedriger war sie dagegen insgesamt nur achtmal platziert. Die untere Hälfte des Tabellenmittelfelds ist somit Gladbachs Heimat geworden. Viel spricht dafür, dass es auch bis zum Ende der laufenden Saison so bleibt. Die Chance, doch noch einen Schritt nach vorne zu machen, hat Seoanes Team nun in Hoffenheim. Bei einem Sieg behält Wöbers Ansage aus Wolfsburg auf jeden Fall ihre Berechtigung.

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