„Ganz schwierig zu beantworten“ Roland Virkus zu Transfers zwischen Gladbach und Köln

Mönchengladbach · Ist der Wechsel eines Spielers von Köln nach Gladbach oder umgekehrt noch realistisch? Diese Frage wurde jüngst auch Roland Virkus gestellt. Was Borussias Sportdirektor dazu sagte und welche Spieler in der Vergangenheit überhaupt schon für beide Klubs spielten.

Gladbach gegen Köln: die letzten zehn Duelle​
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Gladbach gegen Köln: die vergangenen zehn Duelle

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Bernd Rupp war ein Derby-Experte. Achtmal traf er im rheinischen Schlager – doch nicht immer für dasselbe Team. Denn der flinke Stürmer spielte zwischen 1964 und 1974 für beide Vereine und stellte seine Torgefährlichkeit im Derby stets unter Beweis: Fünf Derby-Tore erzielte er für Borussia, drei für den „Effzeh“. Rupp ist damit in zweierlei Hinsicht in einem ziemlich exklusiven Kreis. Denn zum einen haben neben ihm nur Toni Polster und Helmut Fendel für beide Klubs in einem Derby getroffen. Zum anderen gibt es insgesamt nur zehn Spieler, die direkt zum rheinischen Rivalen gewechselt sind.

Und der bis heute letzte Profi, der diesen Weg ging, war Thomas Broich, der 2006 von der Borussia nach Köln wechselte. Seitdem hat es kaum einmal auch nur das Gerücht gegeben, dass ein Spieler die Seiten tauschen könnte – bis zuletzt FC-Sportdirektor Christian Keller bestätigte, dass der FC über eine Verpflichtung Jordan Beyers nachgedacht habe. „Er ist ein guter Spieler, aber wäre es klug für den FC, einen Spieler aus Gladbach zu leihen? Und wäre es klug für den Spieler?“, sagte Keller im Interview mit dem „Geissblog“. Beyer landete letztlich in Burnley und nicht in der Domstadt.

Doch eben diese Fragen, die Keller in den Raum geworfen hatte, wurden nun auch Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus im Vorfeld des Derbys gestellt. „Das ist ganz schwierig zu beantworten. Wir vom Sport hätten damit überhaupt kein Problem, das sage ich ganz offen. Denn da geht es um die Qualität der Spieler, und nicht darum, ob sie in Gladbach oder Köln gespielt haben“, sagte Virkus, der aber auch hinzufügte, trotz alledem auch um die Bedeutung eines solchen Wechsels zu wissen: „Das muss man mit einbeziehen.“

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Kategorisch will Virkus aber keineswegs einen künftigen Transfer zwischen den Vereinen ausschließen. „Man muss das im Einzelfall entscheiden und durchdeklinieren: Ist das für den Spieler gut? Ist das für den Klub gut?“, sagte Gladbachs Manager. Im Falle Beyers blieb es bei einem Gedankenspiel des 1. FC Kölns. Und derzeit deutet nichts darauf hin, dass zeitnah Broich als letzter Seitenwechsler abgelöst wird.

Gladbach: Roland Virkus zu Wechseln zwischen Borussia und Köln
Foto: dpa/Federico Gambarini

Denn Transfers, wie es sie im alten Jahrtausend noch einige Male gab, sind angesichts der Rivalität zwischen den Fanlagern kaum noch vorstellbar. So kam ein Toni Polster nach dem ersten Bundesliga-Abstieg der Kölner 1998 zur Borussia. Uwe Rahn war ein Jahr zuvor in Gladbach noch Torschützenkönig und Fußballer des Jahres geworden, als er sich 1988 dem FC anschloss. Und Hans-Georg Dreßen wechselte ab 1989 gar zwischen Borussia und Köln hin und her. Somit nimmt auch er eine besondere Stellung im kleinen Kreis der Profis ein, die in beiden Klubs aktiv waren. Und er dürfte diese Stellung wohl auch noch etwas länger behalten.

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