Borussias Einwechselspieler Nur Herrmann hübscht die triste Bilanz der Gladbacher Joker auf

Mönchengladbach · Borussias Einwechselspieler haben erst ein Tor in der laufenden Bundesligasaison beigesteuert, kein Verein hat da weniger zu bieten. Dabei liegt Gladbachs Rekordjahr noch gar nicht so lange zurück. Was indes gegen deutliche Verbesserungen spricht und wann Borussia sonst kaum Jokertore gelangen.

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An Gelegenheiten, Jokertore zu erzielen, hat es Patrick Herrmann in der laufenden Saison wahrlich nicht gemangelt. Schließlich wurde der Ur-Borusse 13-mal an den 15 bisherigen Spieltagen von Daniel Farke eingewechselt. Und gegen den VfB Stuttgart klappte es dann auch mal wieder mit einem eigenen Treffer, wenige Sekunden nach seiner Einwechslung traf Herrmann in der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand.

Damit schoss Herrmann rund zwölfeinhalb Jahre nach seinem Premierentreffer sein insgesamt neuntes Jokertor in der Bundesliga, er sorgte auch dafür, dass in der Statistik der aktuellen Spielzeit in diesem Bereich für Gladbach keine Null mehr steht. Herrmanns 3:1 gegen den VfB war bislang der einzige Treffer eines Einwechselspieler Farkes. Kein Bundesligist hat da weniger zu bieten. Von der Bank kann also noch deutlich mehr kommen in den verbleibenden Spielen der Saison.

Immerhin hat das Herrmann-Tor dafür gesorgt, dass die aktuelle Saison auf keinen Fall zu jenen Spielzeiten hinzugezählt wird, in denen der Borussia trotz Wechseloptionen überhaupt kein Jokertor gelang. Das passierte indes nur in der Frühzeit viermal zwischen 1967 (damals waren erstmals Wechsel erlaubt) und 1974. Doch in den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden Spiele noch nicht so sehr von der Bank gewonnen, die Vereine gingen vielmehr mit zwölf, 13 Stammkräften durch die Saison. Zudem gab es höchstens zwei Tausch-Möglichkeiten.

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Ab den Achtzigerjahren stehen bei Borussia dann noch vier Spielzeiten mit jeweils nur einem Jokertor zu Buche: 1982/83 war es einzig Andreas Brandts, der nach Einwechslung traf, 1991/92 (die einzige Saison mit 38 Spieltagen) Bachirou Salou, 2006/07 (Borussias zweiter Abstiegssaison) David Degen sowie 2010/11 Igor de Camargo. Letzterer sollte indes in der Verlängerung der damaligen Spielzeit, der Relegation gegen den VfL Bochum, noch ein weiteres Jokertor erzielen.

1991/92 sowie 2006/07 zählten generell zu den torärmsten Spielzeiten der Gladbacher in der Bundesliga, doch grundsätzlich lässt sich nicht immer ein Zusammenhang zwischen der Produktivität der Mannschaft und der Torgefahr der Einwechselspieler herstellen. Das zeigt nicht nur die aktuelle Spielzeit (immerhin gab es bereits 28 Tore in 15 Spielen), auch 1982/83 traf Gladbach insgesamt 64-mal, nur eben einmal durch einen Joker. Und andersherum verzeichnet ausgerechnet die Abstiegssaison 1998/99 eine bis heute gültige Vereinsbestmarke.

Damals trugen sich sieben verschiedene Einwechselspieler in die Torschützenliste ein – eine Marke, die nur 2018/19 eingestellt wurde. In jener Saison fielen unter Trainer Dieter Hecking durch die sieben Joker insgesamt zwölf Tore: Vereinsrekord. So lange liegt der Bestwert also noch gar nicht zurück, doch in den vergangenen Jahren waren die Gladbacher weit weniger torgefährlich, dem Rekordjahr folgten fünf, sechs und zuletzt drei Jokertore – obwohl seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie fünf Wechsel pro Spiel erlaubt sind.

Gladbach: Patrick Herrmann hübscht Bilanz der Jokertore auf
Foto: Päffgen/Dirk Päffgen

Davon machte aber schon Adi Hütter in der vergangenen Saison selten vollends Gebrauch, und aktuell ist Farke der Trainer mit den wenigsten Wechseln in der Liga, zudem kommen die Joker zumeist spät in die Partie. Keine guten Voraussetzungen, um die Jokertor-Bilanz deutlich aufzuhübschen. Wobei: Patrick Herrmann genügten jüngst gegen den VfB wenige Sekunden für seinen Treffer. Das ist zumindest ein Mutmacher für den Rest der Saison.

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