Borussias Nummer zwei Jan Olschowsky „Ich würde mir nie anmaßen, mich mit Marc-André ter Stegen zu vergleichen“

Mönchengladbach · Jan Olschowsky ist jüngst aufgestiegen in der Gladbacher Torwart-Hierarchie. Nun hat Borussias Eigengewächs über seine Vertragsverlängerung, seine Situation bei Borussia und die Vergleiche mit Marc-André ter Stegen gesprochen.

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Foto: AFP/UWE KRAFT

Jan Olschowsky war Borussias Nummer zwei am Samstag, als Borussia gegen den FC Bayern 3:2 siegte. Seine Rolle in Gladbach ist aber klar geregelt, das war die Basis, auf der er seinen Vertrag bis 2027 verlängert hat. Olschowsky ist aufgestiegen in der Torwart-Hierarchie der Borussen, er ist der Ballfänger, dem die Zukunft gehören soll. Das hat Manager Roland Virkus gesagt, als er über den neuen Vertrag des 21-Jährigen sprach.

Wenn sich in Gladbach ein Eigengewächs anschickt, die Nummer eins zu werden, ist schnell der Vergleich mit Marc-André ter Stegen, heute FC Barcelona, da, der in diesem Segment der Prototyp ist. Nach dem Spiel gegen den BVB traf er im Kabinengang ter Stegen, der zu Besuch war in seiner alten Heimat. „Das Treffen nach dem Spiel mit ihm war ein cooler Moment für mich, den ich aber gar nicht so richtig wahrgenommen habe, weil ich da noch etwas überwältigt war von den ganzen Emotionen vom Spiel. Er hat mich beglückwünscht, das hat mich natürlich gefreut“, sagte Olschowsky in einem Interview mit dem Portal „transfermarkt.de“.

Er hat auch über die Vergleiche mit ter Stegen gesprochen. „Klar kann man unseren Weg vergleichen, weil wir durch alle Gladbach-Jugendteams gegangen sind, aber er und der Verein waren damals in einer ganz anderen Situation. Als er ins Tor gestellt wurde, ist man ein gewisses Risiko eingegangen: Was haben wir zu verlieren? Wir sind eh auf einem Abstiegsplatz. Das ist mit ihm damals gutgegangen, er hat in jungen Jahren sehr gute Leistungen gezeigt und ist dann seinen Weg zu Barcelona weitergegangen“, sagte Olschowsky. Und: „Ich glaube daher nicht, dass ich mich mit ihm vergleichen sollte. Es ehrt einen natürlich, wenn Leute sagen, man hat das gleiche Torwartspiel, aber ich sehe das ein bisschen anders. Ich würde mir auch nie anmaßen, mich mit Marc-André ter Stegen zu vergleichen.“

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Was seine Zukunft angeht, gab es durchaus Alternativen für den 21-Jährigen, doch hat er sich ohne Wenn und Aber für den Klub entschieden, für den er seit 2009 spielt. „Natürlich gab es Angebote, sicherlich auch gute Angebote, worauf wir aber nicht intensiv eingegangen sind. Man unterhält sich mal mit anderen Vereinen, auch schon vor den beiden Spielen im November. Man weiß ja nicht immer so genau, was im Sommer passiert. Da muss man natürlich auch auf was anderes gucken, das ist ja ganz normal. Aber sobald das Signal von Gladbach kam, dass sie mit mir weitermachen und langfristig verlängern wollen, war für mich auch klar, dass ich meinen Fokus zu 100 Prozent darauflege“, sagte Olschowsky.

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Als Yann Sommer und die vorherige Nummer zwei Tobias Sippel ausfielen, war Olschowsky da und hinterlegte gegen den VfL Bochum (1:2) und vor allem in seinem zweiten Spiel gegen Borussia Dortmund (4:2), dass er bereit ist für höhere Aufgaben. Auch gleich die Nummer eins zu sein, hätte ihn gereizt, Borussia aber wollte ihn „nicht verheizen“, wie Virkus sagte. „Sie haben es mir auch schon Wochen vorher genauso und gut erklärt, dass sie vorhaben, eine neue Nummer eins zu holen, falls Yann geht. Aus den bekannten Gründen: Dass ein Umbruch bei uns bevorsteht und sie mich nicht verheizen wollen. Aber ich hätte auch gerne die andere Rolle angenommen, das ist normal. Wenn du als Sportler nicht so denkst, machst du was falsch. Du musst dir das natürlich auch zutrauen. Jetzt ist es so, wie es ist, und es ist auch okay so, weil es transparent kommuniziert wurde“, sagte Olschowsky.

 Jan Olschowsky im Spiel gegen Borussia Dortmund.

Jan Olschowsky im Spiel gegen Borussia Dortmund.

Foto: Dirk Päffgen/Dirk Päffgen (dirk)

Er fühlt sich als Borusse, er ist einen deutlichen Schritt vorangekommen und hat die langfristige Ambition, nach Marc-André ter Stegen die nächste selbstgemachte Nummer eins in Gladbach zu sein. Doch er weiß, dass er geduldig sein muss. „Auf der Torwartposition ist es immer sehr schwer, weil die Trainer dort oftmals Erfahrung wollen und es auch nicht so ist, dass gewechselt wird. Du kannst nicht wie ein Feldspieler mal über zehn, zwanzig Minuten deine Erfahrungen sammeln. Das heißt, du musst schon das „Glück“ haben wie ich, dass die zwei Torhüter vor mir in der Rangfolge verletzt waren. Deswegen ist das ganz normal auf der Torwartposition, da geht es einfach darum, Geduld zu haben und jede Woche im Training Vollgas zu geben, damit du in dem Moment, in dem du gebraucht wirst, zu 100 Prozent da bist“, sagte Olschowsky.