Borussen vor Turnierstart im Duell Elvedi patzt bei EM-Generalprobe gegen Österreich

Mönchengladbach · Die beiden Gladbach-Profis Nico Elvedi und Max Wöber haben sich am Samstag mit ihren Nationalteams zum letzten Testspiel vor der Europameisterschaft getroffen. Elvedi konnte dabei keine Eigenwerbung betreiben. Ob er seinen Platz in der Startelf behält, ist fraglich.

Nico Elvedi zeigte im Schweizer Nationaltrikot gegen Österreich keine gute Leistung.

Nico Elvedi zeigte im Schweizer Nationaltrikot gegen Österreich keine gute Leistung.

Foto: AFP/FABRICE COFFRINI

Die Fehlerkette begann vorne mit einem Fehlpass des Schweizers Dan Ndoye (FC Bologna), doch der Österreicher Christoph Baumgartner (RB Leipzig) hatte nach dem Ballgewinn bei seinem 60-Meter-Lauf keine Probleme, sich gegen Nico Elvedi durchzusetzen. Der Schweizer Innenverteidiger verpasste den Moment, das Tempo von Baumgartner aufzunehmen und wurde bereits in der fünften Spielminute düpiert.

„Elvedi verteidigt, wie man nicht verteidigen darf“, sagte der Kommentator des SRF unmittelbar nach der Szene.Elvedis Aussetzer erinnerte an Situationen, die Gladbach-Fans in der vergangenen Saison häufiger beim 27-Jährigen beobachten konnten. Doch zumindest mannschaftlich lief es für die Schweiz nach dem frühen Gegentor besser, der Ausgleich durch Silvan Widmer (Mainz 05) nach 26 Minuten war verdient, die „Nati“ erarbeitete sich im ersten Durchgang einen Ballbesitz von 65 Prozent.

Xhaka: „Haben lange nicht mehr derart dominant gespielt“

Entsprechend zufrieden war der Ex-Borusse Granit Xhaka (Bayer 04 Leverkusen) mit den ersten 45 Minuten. „Wir haben lange nicht mehr derart dominant gegen einen sehr guten Gegner gespielt“, sagte Xhaka, im weiteren Spielverlauf änderten sich die Kräfteverhältnisse beider Teams allerdings. „In der zweiten Halbzeit hat Österreich viel mehr Druck gemacht, dadurch haben wir nicht richtig ins Spiel gefunden. Insgesamt war das eine gute Leistung. Offensiv fehlte der letzte Pass, die letzte Annahme, vielleicht der letzte Wille, das Tor zu machen“, sagte Xhaka.

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Während er als Kapitän und Leistungsträger seinen Stammplatz sicher hat, genauso wie Yann Sommer (Inter Mailand), ebenfalls ein ehemaliger Gladbacher, muss Elvedi zittern. Für seine Leistung erhielt er vom Schweizer „Blick“ als einer von vier Spielern die Note 3, was im Nachbarland mit „ungenügend“ gleichzusetzen ist. Besonders in den Zweikämpfen hatte Elvedi häufig das Nachsehen, hinzu kamen gegen Österreich sieben Ballverluste.

Schweizer „Nati“: Nico Elvedi oder Fabian Schär?

Elvedis Innenverteidiger-Kollegen Manuel Akanji (Manchester City) und Ricardo Rodriguez (FC Turin) zeigten eine deutlich bessere Leistung, Druck bekommt Elvedi von Fabian Schär (Newcastle United), der darauf hoffen wird, im ersten EM-Gruppenspiel gegen Ungarn am Samstag in die erste Elf zu rücken. In Gladbach wird man darauf hoffen, dass Elvedi seinen Stammplatz verteidigen kann. Das Turnier soll Borussia bestenfalls dazu dienen, einen Abnehmer für Elvedi, der vor seinem fünften großen Turnier mit der Schweiz steht.

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Max Wöber musste sich am Samstag gedulden, Österreichs Trainer Ralf Rangnick brachte ihn in der 67. Minute in die Partie. Linksfuß Wöber konkurriert in der Innenverteidigung unter anderem mit Philipp Lienhart (SC Freiburg) und Kevin Danso (RC Lens). Rangnick schätzt am Gladbacher, dass er ihn auch als Linksverteidiger aufbieten kann, Wöber dürfte also bei der EM auf seine Einsatzzeiten kommen.

Joe Scally kassiert Klatsche mit US-Team

Während sich die Schweiz und Österreich 1:1 trennten, lief es für Joe Scally und das US-Nationalteam alles andere als rund. Gegen Kolumbien gingen Scally und seine Mitspieler unter, 1:5 hieß es am Ende - und das zwei Wochen vor der Copa America im eigenen Land. Scally spielte als Rechtsverteidiger durch, vor allem in der Schlussphase wurden die USA mit drei Gegentoren überrollt.

„Ab der 75. Minute war es meiner Meinung nach ein Mangel an Respekt vor unserem Gegner, dem Fußballspiel und dem, was wir tun“, sagte Trainer Gregg Berhalter. Zeit zur Verbesserung bleibt allerdings noch, für die USA beginnt das Turnier erst am 24. Juni.

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