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Borussia Mönchengladbach: Gladbach muss konsequenter sein

Borussia Mönchengladbach : Gladbach muss konsequenter sein

Patrick Herrmann weiß, wo die Tiefe ist. "Das sind die Räume hinter der Abwehr des Gegners", gab der Flügelstürmer von Borussia Mönchengladbach zu Protokoll. In dieser Tiefe liegt für seinen Trainer Lucien Favre der vornehmliche Schlüssel zum Erfolg.

Beim Derby in Köln (0:0) suchten seine Spieler sie vergeblich. "Wir haben keine Lösungen gefunden", resümierte André Hahn. Dabei ist der schnelle Blondschopf eigentlich einer, der weiß, wie es geht. Das war beim letzten Heimspiel gegen Schalke (4:1) zu besichtigen: Ein Steilpass von Max Kruse erreichte ihn und ab ging es, am Ende des hahnschen Sprints stand es 1:0.

In Szenen wie diesen wird deutlich, was Borussia braucht, um erfolgreich zu sein: freie Räume und schnelles, vertikales Spiel. In Köln wurde vor allem horizontal gespielt: quer statt steil. Dann gerät die Ballzirkulation leicht zum Selbstzweck. 61 Prozent Ballbesitz hatten die Borussen und, so Verteidiger Tony Jantschke, "die bessere Spielanlage". Aber sie fanden eben nicht die nötigen Lücken im gut organisierten Kölner Defensiv-Verbund. Das indes sei auch nicht leicht gegen Teams wie Köln, die in der anderen, der defensiven Tiefe, auf den Gegner warten und selbst auf Konter lauern, gab Hahn zu bedenken. Gegen solche Gegner stößt Favres Ballbesitz-Tiki-Taka an seine Grenzen, wenn die Geschwindigkeit fehlt.

Erinnerungen an Freiburg

Der Kölner Ansatz war es wohl auch, der Lucien Favre veranlasste, sein Team zur Vorsicht zu mahnen: nicht überhastet sein, sondern besonnen und ruhig. Das waren die Gladbacher, doch im Zweifel reicht es dann eben nur zu einem 0:0. Hinten gut, vorn unproduktiv — so war es schon beim 0:0 in Freiburg, das ähnlich lief wie das Derby.

Das Treffen mit dem Aufsteiger aus Köln kann als Lehrstück herhalten für die kommenden Aufgaben der Borussen, in denen sie auch auf wohl tief stehende Gegner treffen werden: Am Mittwoch (20 Uhr/Live-Ticker) spielen sie gegen den Hamburger SV, der am Samstag so gut verteidigte, dass sogar der Branchenführer Bayern München kein Tor schaffte. Das 0:0 war der Einstand für den neuen HSV-Trainer Josef Zinnbauer. Am Samstag geht es dann zum kecken Bundesliga-Novizen SC Paderborn, der wohl auch nicht ultra-offensiv gegen die Borussen spielen wird.

Karsten Kellermann zum 0:0 im Derby beim 1. FC Köln

"Damit müssen wir leben. Wir wollen das Spiel machen und uns spielerisch verbessern — und wir haben das Zeug dazu", versichert Hahn. Allerdings: "Wir müssen konsequenter vor dem Tor sein", gab der Außenstürmer zu. Konsequent in den Strafraum streben, konsequent den Abschluss suchen, konsequent schnell sein, auch gedanklich — all das fehlte in Köln, wenn der Gegner dann mal Räume preisgab. Hahns Kollege Granit Xhaka, der als Sechser mitverantwortlich ist für die Kreativität, befand, dass, so sich die Suche nach der Tiefe schwierig gestaltet, das rustikalere Mittel des Fernschusses hilfreich sein kann. "Es klappt nicht immer, den Ball ins Tor zu tragen", sagte Xhaka. Wer die offensive Tiefe nicht findet, muss es halt aus der Tiefe des Raumes versuchen.

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(RP)