Themen, Wahlen, Berichte Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Borussias Mitgliederversammlung 2024

Service | Mönchengladbach · Am Montag findet die jährliche Mitgliederversammlung im Borussia-Park statt. Welche Themen dort besprochen werden, warum die Aufsichtsratswahlen brisant werden und wie die Berichte der sportlichen Leitung ausfallen dürften – wir geben einen Überblick.

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Foto: Dirk Päffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Am Montag, 22. April 2024 wird im Borussia-Park ab 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr) die diesjährige Mitgliederversammlung stattfinden, auf der sich unter anderem das neue Präsidium vorstellen wird. Außerdem stehen Wahlen des Ehrenrats und des Aufsichtsrates an – letztere steht in diesem Jahr besonders im Fokus und erhält durch einen Antrag noch mal besondere Brisanz. Wir beantworten im Vorfeld die wichtigsten Fragen.

Wie sieht die Tagesordnung der Mitgliederversammlung aus?

Die Tagesordnung umfasst 15 Punkte. Dazu gehören unter anderem die Berichte der Vereinsführung. Besonders im Fokus steht die Wahl des Aufsichtsrates (TOP 14). Fans haben bei der Aussprache die Gelegenheit, sich zu Wort zu melden. Die Tagesordnung im Überblick:

  1. Begrüßung
  2. Ehrung der verstorbenen Mitglieder
  3. Ehrungen
  4. Berichte der Vereinsführung für das Jahr 2023 (Jahresbericht, Finanzbericht, Sportlicher Bericht)
  5. Berichte des Wirtschaftsprüfers für das Jahr 2023
  6. Jahresbericht des Aufsichtsrates für das Jahr 2023
  7. Jahresberichte der Abteilungen für das Jahr 2023
  8. Entlastung des Aufsichtsrates für das Jahr 2023
  9. Entlastung des Präsidiums für das Jahr 2023
  10. Entlastungen der Abteilungen für das Jahr 2023
  11. Anträge – es liegen keine vor
  12. Satzungsänderung
  13. Wahl Ehrenrat
  14. Wahl Aufsichtsrat
  15. Verschiedenes

Wird die Versammlung übertragen?

Nein. Zugelassen sind zudem nur Vereinsmitglieder und Medienvertreter. Unsere Redaktion bietet allerdings wie gewohnt einen Live-Ticker an.

Über welche Satzungsänderung wird abgestimmt?

Die Satzungsänderung betrifft Paragraf 14 und 35 der Satzung, da der Kassendienst aufgelöst werden soll. Er ist im heutigen Zeitalter nicht mehr notwendig. Entsprechend soll ein Absatz, der den Kassendienst betrifft, aus der Satzung gestrichen werden.

Was steht beim Jahresbericht an?

Eine Rede von Rolf Königs wird es in diesem Jahr nicht mehr geben, erstmals wird Rainer Bonhof, der neue Präsident, zu den Fans sprechen und aufzeigen, wie das vergangene Jahr sportlich und abseits des Platzes für den Klub lief. Mediale Auftritte ist Bonhof gewohnt, eine längere Rede auf der Mitgliederversammlung ist jedoch eine Premiere für ihn. Die beiden Vizepräsidenten Hannelore Kraft und Stefan Stegemann werden ebenso anwesend sein wie Präsidiumsmitglied Roger Brandts.

Was ist von Borussias Finanzbericht zu erwarten?

Finanzchef Stephan Schippers wird für das Geschäftsjahr 2023 erstmals seit vier Jahren wieder einen Gewinn verkünden können. 2022 hatte der Verlust 24,7 Millionen Euro betragen, insgesamt hat die Corona-Pandemie bei Borussia für ein Minus von rund 56 Millionen Euro gesorgt. Nun wird ein Umsatz im Bereich von rund 200 Millionen Euro erwartet, der zweithöchste der Vereinsgeschichte, heißt es. Dazu tragen seit dem Ende der Pandemie unter anderem die zurückgekehrten Zuschauereinnahmen bei, auch die Erlöse aus dem Sponsoring sind weiter gestiegen.

Wie dürfte der sportliche Bericht von Roland Virkus ausfallen?

Roland Virkus steht das dritte Mal in seiner Funktion als Sportchef auf der Bühne einer Mitgliederversammlung, seine Arbeit steht nun noch stärker unter Beobachtung als in den vergangenen beiden Jahren. 2023 dauerte seine Rede rund 20 Minuten, die sportliche Entwicklung der vergangenen Monate wird auch in diesem Jahr im Mittelpunkt stehen. Das Aus im DFB-Pokal beim 1. FC Saarbrücken dürfte Virkus als Tiefpunkt betiteln, zudem wird der vergangene Transfer-Sommer noch einmal thematisiert, als Leistungsträger wie Jonas Hofmann, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini und Lars Stindl den Klub verließen. Franck Honorat und Robin Hack dürften als Positiv-Beispiele unter den Zugängen gelten, die Entwicklung von Rocco Reitz als Ideal für den Weg eines Spielers aus der Jugend zu den Profis.

Wer kandidiert für Borussias Ehrenrat?

Neben Sprecher Andreas Heinen treten Elmar Kreuels und Volker Klüttermann treten zur Wiederwahl an.

Was hat es mit den Aufsichtsratswahlen auf sich?

Sechs Plätze müssen besetzt werden, dabei stellen sich vier Kandidaten (Michael Hollmann, Jürgen Kämper, Stefan Krebs, Dirk W. Rosenbaum) zur Wiederwahl. Für die übrigen zwei Plätze gab es ursprünglich zehn Bewerber, der Ehrenrat in seiner Funktion als Wahlausschuss hat allerdings nur drei Kandidaten (Stefan Brandmann, Clemens Dreimann, Dilek Gürsoy) zur Wahl vorgeschlagen – das sorgte in den vergangenen Wochen für Kritik, besonders aus Fankreisen. Da sich unter den drei vorgeschlagenen Kandidaten kein Vertreter mit Bezug zur aktiven Fan-Szene befindet, haben die Ultras rund um das Heimspiel gegen den BVB dazu aufgerufen, zwei Kandidaten eine „Nein“-Stimme zu geben.

Unabhängig davon hat der Sprecher des FPMG Supporters Club, Michael Weigand, gemeinsam mit Ex-Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners einen Antrag gestellt, dass alle zehn ursprünglichen neuen Bewerber zur Wahl zugelassen werden, weil sie grundsätzlich für einen Posten im Aufsichtsrat geeignet seien. Der Ehrenrat hat den Antrag zugelassen, weil er form- und fristgerecht eingereicht wurde, die Mitglieder stimmen deshalb unter TOP 11 darüber ab. Wird dem Antrag stattgegeben, würden zehn Personen für sechs Posten kandidieren. Denn drei der ursprünglichen Bewerber sollen nach Informationen unserer Redaktion nicht mehr zur Verfügung stehen, darüber hinaus wird der Ehrenrat den FPMG-Sprecher Weigand nicht zulassen, weil das Gremium ihn nicht als geeignet ansieht.

Wie laufen die Wahlen ab?

Nötig ist die Mehrheit aller Ja- und Nein-Stimmen, Enthaltungen werden nicht mitgezählt. Wird sie nicht von mindestens sechs Kandidaten erreicht, muss der Ehrenrat noch während der Mitgliederversammlung einen neuen vorschlagen. Schlägt der Ehrenrat keinen neuen Kandidaten vor, würde es zum Abbruch der Mitgliederversammlung kommen. Dies ist aufgrund er oben beschriebenen Konstellation jedoch zunehmend unwahrscheinlicher geworden.

Wie wird gewählt?

In alphabetischer Reihenfolge wird über die Kandidaten abgestimmt. Die Wahl soll erstmals elektronisch durchgeführt werden – das dürfte den Ablauf enorm beschleunigen. Dass Stimmzettel zum Einsatz kommen, ist jedoch eine Back-up-Option, falls technische Probleme auftreten.

Wie viele Mitglieder werden anwesend sein?

Im vergangenen Jahr kamen 1216 Mitglieder, dieses Jahr dürften aufgrund der sportlichen Lage und der Thematik rund um die Aufsichtsratswahlen deutlich mehr Fans kommen, sodass sich die Zahl am Ende verdoppeln könnte.

Was ist bei der Aussprache mit den Fans zu erwarten?

Die Aussprache wird von den Wortmeldern stets für kleine und große Sorgen genutzt. Mal geht es um die sportliche Situation, es werden Entscheidungen des Vereins kritisiert und einzelne Verantwortliche direkt angesprochen. Hin und wieder gibt es auch simple Anliegen, 2023 forderte ein Anhänger zum Beispiel mehr E-Ladesäulen rund um den Borussia-Park, ein anderer beschwerte sich über zu viele Fahnen in der Nordkurve.

Wird Trainer Gerardo Seoane auf der Mitgliederversammlung sein?

Ja, Borussias Trainer soll am Montagabend ebenso anwesend sein wie die Mannschaft. Vergangenes Jahr hielt Seoanes Vorgänger Daniel Farke eine kurze Ansprache.

(hgo)
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