„Wir haben Kontakt“ Gladbach-Kapitän Stindl kann offiziell zum KSC zurückkehren

Karlsruhe/Mönchengladbach · Borussia Mönchengladbach will Lars Stindl keinen Druck machen bei seiner Zukunftsentscheidung. Die Option, zum Karlsruher SC zurückzukehren, gibt es für den 34-Jährigen nun auch ganz offiziell, wie Sportchef Oliver Kreuzer bestätigte.

 Borussia Mönchengladbach oder Karlsruher SC? Lars Stindl muss sich entscheiden.

Borussia Mönchengladbach oder Karlsruher SC? Lars Stindl muss sich entscheiden.

Foto: AFP/INA FASSBENDER

„Bei Lars geht es um Lebensplanung, nicht mehr um große Inhalte des Vertrags“, sagte Sportdirektor Roland Virkus bereits im Februar. Seitdem ist Lars Stindls Zukunft bei Borussia Mönchengladbach nicht offiziell geklärt. „Das ist ein ganz normaler Prozess, den muss man auch länger überdenken“ so Virkus. „Da geht es ja nicht nur um Fußballspielen, da hängt Familie dran, da hängen die Kinder dran - Einschulung, Kindergarten.“ Er wollte Stindl in seinem Alter - Borussias Kapitän wird dieses Jahr 35 - keinen Druck machen.

Seitdem ist es relativ still geworden um den Fortschritt der Verhandlungen, sofern sie überhaupt so zu nennen sind, wenn es letztlich nur am Spieler ist, sich final zu entscheiden. Aus der Offenheit der Causa scheint nun jedoch eine Tendenz zu werden, dass Stindl auf der Zielgeraden seiner Laufbahn noch mal einen anderen Schritt geht, einen zurück zu den Wurzeln. Sportchef Oliver Kreuzer zufolge beschäftigt sich der Karlsruher SC mit einer Stindl-Rückkehr. „Ja, wir haben Kontakt“, sagte Kreuzer den „Badischen Neuesten Nachrichten“ und bestätigte: „Wir haben grundsätzlich Interesse.“ Auch die „Bild“-Zeitung hatte in dieser Woche von einer entsprechenden Entwicklung berichtet.

Stindls Vertrag in Gladbach läuft im Sommer aus. Er war zur Saison 2000/01 in die Jugend des KSC gewechselt und dort zu einem Stammspieler bei den Profis gereift. Anschließend wechselte Stindl zu Hannover 96 und von dort aus 2015 nach Gladbach, wo er ein Jahr später Kapitän und noch ein Jahr später Nationalspieler wurde.

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Noch Anfang Januar sagte Stindl im Interview mit unserer Redaktion, angesprochen auf die aufkeimenden KSC-Gerüchte: „Das ist natürlich naheliegend. Es ist kein Geheimnis, dass der KSC mein Heimatverein ist und meine Familie von dort kommt und ich dort fußballerisch groß geworden bin. Aber diesbezüglich gab es noch keine Gedanken, auch wenn ich verstehen kann, dass journalistisch diese Verbindung hergestellt wird.“

Darüber hinaus beschrieb Stindl sehr präzise seine Vorstellungen von einer möglichen Zukunft in Gladbach, von einer neunten Saison am Niederrhein. „Wenn ich bleiben sollte, möchte ich eine sportliche Perspektive haben, um weiterhin zu zeigen, was ich die letzten Jahre beigetragen habe. Ich weiß, dass ich dann 35 bin, und meine Rolle hat sich schon verändert“, sagte er. „Aber ich bin ehrgeizig genug, um jeden Samstag auf dem Platz stehen zu wollen. Das will ich auch ausstrahlen. Auf der anderen Seite darfst du kein Stinkstiefel sein, wenn du nicht spielst, das musste ich genauso lernen.“

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

Bis auf die Verletzungspause zu Beginn und eine Gelbsperre Ende Januar hat Stindl jedes Saisonspiel absolviert, zweimal nur über neun Minuten, einmal lediglich bis zur letzten Sekunde. Elf Scorerpunkte hat er in der Liga beigesteuert, nur Jonas Hofmann kommt pro 90 Minuten auf eine leicht bessere Quote. Es könnte sein, dass sich der KSC nächste Saison in der 2. Bundesliga auf einen Spieler freuen darf, der im Oberhaus noch immer einen großen Namen hat.

Mit Material der dpa.