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Gladbach: Klub will Energiekosten im Borussia-Park und beim Training senken

Energiekrise : Wie Borussia beim Gasverbrauch sparen will

Auch Borussia Mönchengladbach muss mit steigenden Energiekosten – vor allem bei der Gasversorgung – rechnen. Der Klub hat bereits einige Maßnahmen ergriffen, um zu sparen. Welche das sind und was es im kommenden Winter darüber hinaus an Einsparpotenzialen geben wird.

Die steigenden Energiekosten machen auch vor Borussia Mönchengladbach nicht halt. Der Fußball-Bundesligist beschäftigt sich intensiv mit Einsparpotenzialen und hat so manche Maßnahme auch schon vorgenommen. Derzeit wirken sich die steigenden Energiekosten zwar nur bedingt auf Borussia aus, da es langfristige Verträge zu festen Preisen mit der NEW AG gibt, wie der Verein auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. Doch wenn die dritte Stufe des „Notfallplans Gas“ in Kraft trete, sei mit erheblichen Mehrkosten zu rechnen, heißt es weiter. Der europäische Gas-Notfallplan ist am vergangenen Dienstag schon in Kraft getreten, nach dem jedes EU-Land angehalten ist, mindestens 15 Prozent Gas einzusparen.

Die Mehrkosten beziehen sich vor allem auf die Bereiche, die direkt mit der Gasversorgung zusammenhängen, denn sämtliche Wärmeleistungen – das Heizen von Räumen, die Warmwassererzeugung sowie die Rasenheizung – werden laut Verein vornehmlich durch Gas erzeugt. Bei der Stromversorgung sei dagegen mit einer wesentlich geringeren Steigung der Kosten zu rechnen – zu Jahresbeginn 2021 ist der Borussia-Park komplett auf Ökostrom umgestellt worden.

Doch auch in diesem Bereich reagiert der Klub bereits. So wird der Borussia-Park ab sofort nicht mehr täglich, sondern nur noch am Spieltag grün beleuchtet werden, wie Geschäftsführer Stephan Schippers in einem Interview auf Borussias Internetseite erklärt. Auch im Foyer werde tagsüber kein Licht mehr eingeschaltet, und in den Logen und Bürofluren werde die Beleuchtung ebenfalls tagsüber vorerst nicht mehr aktiviert. Noch dazu sind alle Leuchtmittel, die mehr als 3000 Betriebsstunden im Jahr gebraucht werden, bereits auf stromsparende LEDs umgestellt.

Auch an anderer Stelle wird künftig gespart: So stellt der Klub das drei- bis viermal pro Woche erscheinende Informationsblatt „FohlenEcho – Die News“ komplett ein. Die Fans können sich demnächst stattdessen über QR-Codes über die Trainingszeiten der Profis und die Tagesgerichte in der Sportsbar informieren. Zudem teilen sich nun die Profis, die U23 sowie die Teams des Nachwuchsleistungszentrums das Entmüdungsbecken. „Das sind alles erste Schritte. Wir werden in Zukunft noch mehr machen müssen, um weitere Energie zu sparen“, sagt Schippers.

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Der Klub hat in Sachen Gasverbrauch zudem schon erste Maßnahmen ergriffen, als Ende Februar Russland seinen Angriffskrieg auf die Ukraine startete. Bereits da habe Borussia die Temperatur für beheizte Räume um zwei Grad abgesenkt. Laut Verein werden pro Grad, das abgesenkt wird, sechs Prozent der Energiekosten eingespart. Zugute kommt dem Klub, dass der Neubau „Borussia-8-Grad“ über intelligente Gebäudetechnik verfügt: So werden alle Heiz- und Klimaanlagen in den Büros automatisch abgeschaltet, sobald ein Fenster geöffnet wird.

Weiteres Einsparpotenzial wird im kommenden Winter die Rasenheizung bieten, die zu den größten Energieverbrauchern im Borussia-Park zählt. Der Verein verfügt über eine im Stadion sowie über eine auf dem Trainingsplatz der Profis. So kann die Rasenheizung nur zur Frostfreihaltung eingesetzt werden, eine Schneedecke müsse dann manuell abgetragen werden. Auch durch die Anpassung von Trainingszeiten können die Einsatzstunden der Heizung in der kalten Jahreszeit reduziert werden. Das würde beispielsweise bedeuten, mehr zum Mittag hin und weniger in den Abend hinein zu trainieren. „Dies wurde bei Borussia auch in den vergangenen Kälteperioden schon so gelebt“, teilt der Verein mit.

Borussias Greenkeeper haben darüber hinaus aber noch eine weitere Möglichkeit, die Rasenheizung zu regulieren. Über ein Tool auf ihrem Handy können sie die Heizung rund um die Uhr und ganz individuell steuern und damit auch die Wettervorhersage mit den tatsächlichen Gegebenheiten, die über die Temperatur in der Rasensode ermittelt werden, abgleichen. Zusätzliche Entlastung dürfte zumindest in dieser Saison die längere Winterpause mit zumindest eingeschränktem Trainingsbetrieb bringen, die es aufgrund der Weltmeisterschaft in Katar geben wird.

Der Verein macht sich darüber hinaus auch intensiv Gedanken, wie er selbst erzeugen kann. „Das ist in Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit eines der effektivsten und sinnvollsten Dinge“, sagt Schippers. So prüfe Borussia gerade die Möglichkeit, Photovoltaik im Borussia-Park zu errichten. Da das Stadiondach dafür aber nicht optimal geeignet sei, gebe es die Überlegung, Photovoltaik über Parkplätzen zu installieren. „Darüber hinaus sollen mehrere bestehende technische Anlagen nach den neuesten Effizienz-Maßstäben modernisiert werden“, fügt Schippers hinzu.

Bei all den Maßnahmen ist indes nicht zu verhindern, dass die Energiekosten im Borussia-Park steigen werden. Borussias Fans müssen derweil nicht befürchten, dass diese in naher Zukunft auch steigende Ticket- und Gastronomiepreise nach sich ziehen werden – zumal der Verein gerade erst nach einer langen Phase der Stabilität die Preise zur neuen Saison angehoben hat. Eine weitere Anpassung sei nicht geplant, heißt es von Seiten Borussias.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Umsatz und Gewinn seit 2005