Stöger und Kleindienst Was die Wahl der Rückennummer über Borussias Zugänge aussagt

Mönchengladbach · Borussias neuer Stürmer Tim Kleindienst hat die Elf gewählt, Mittelfeldspieler Kevin Stöger übernimmt die Sieben – zwei Rückennummern, die in Gladbach mit vielen Vereinslegenden verbunden werden. Wer alles Vorgänger der beiden Zugänge waren.

Borussia Mönchengladbach: Rückennummern 2024/25 - 18 und 22 neu
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Die Rückennummern der Borussia-Profis 2024/25

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

An neuen Eindrücken hat es Tim Kleindienst an seinem ersten Tag bei Borussia Mönchengladbach ganz sicher nicht gemangelt. „Im ersten Moment ist man schon sehr überwältigt. Borussia ist ein riesengroßer Verein, was sich hier auf dem ganzen Gelände rund um das Stadion widerspiegelt. Für mich ist es eine große Ehre, hier sein zu dürfen und ich freue mich wahnsinnig auf die gemeinsame Zeit“, sagte Gladbachs neuer Stürmer vom 1. FC Heidenheim, der am Freitag vorgestellt worden ist.

Nur zwei Stunden zuvor hatte der Klub auch seine neuen Trikots für die Saison 2024/25 präsentiert – Zugang Kleindienst durfte seines gleich einmal überstreifen. „Das ist auf jeden Fall ein richtig gutes Gefühl und es gefällt mir sehr gut. Noch mehr freue ich mich dann, wenn ich es im Stadion tragen und am besten darin Tore und Erfolge feiern kann“, sagte Kleindienst – ohne jedoch auf seine Nummernwahl einzugehen: Der Stürmer läuft künftig mit der Elf auf dem Trikot auf.

Stöger und Sander behalten die Nummern aus Kiel und Bochum

Kleindienst wechselt damit die Nummer, seine Zehn aus Heidenheim wird in Gladbach von Florian Neuhaus getragen. Die anderen Zugänge, Philipp Sander und Kevin Stöger, haben dagegen die Nummer erhalten, die sie in ihrem früheren Klub schon trugen, Sander in Kiel die 16, Stöger in Bochum die Sieben.

Stöger beerbt damit Patrick Herrmann: Der Ur-Borusse, der nun seine Karriere beendet hat, trug die Sieben seit der Saison 2011/12 auf dem Trikot – länger war bei Borussia nur die 24 Tony Jantschkes dauerhaft vergeben. Jantschke ist der zweite Langzeit-Gladbacher, dessen Nummer mit dem Karriereende nun frei wird. Derweil ist Stöger die Bedeutung der Sieben in Gladbach bewusst. „Ich weiß, dass der Patrick Herrmann hier ein Idol ist und eine Riesenkarriere hingelegt hat. Es würde mich freuen, von ihm die Rückennummer zu bekommen“, sagte er bei seiner Vorstellung in Gladbach.

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Doch mit der Übernahme der Sieben tritt Stöger nicht nur in Herrmanns Fußstapfen, Borussia-Fans verbinden mit dieser Nummer noch andere Vereins-Legenden – allen voran Allan Simonsen, Europas Fußballer des Jahres 1977. Der kleine Däne besetzte über Jahre die Position des rechten Außenstürmers – der in den damals starr durchnummerierten Aufstellungen zumeist die Sieben erhielt. Hans-Günter Bruns dagegen trug diese Nummer in den Achtzigerjahren als Libero, Karlheinz Pflipsen zum Pokalsieg 1995 als offensiver Mittelfeldspieler.

Die Elf ist mit zwei Torschützenkönigen verbunden

Auch die Elf, die Kleindienst übernimmt, hatte viele namhafte Träger – in der jüngeren Vergangenheit waren das Marko Marin, Marco Reus und Raffael. Zuletzt indes hat sie Hannes Wolf kein Glück gebracht, der Österreicher konnte die Liste der Publikumslieblinge mit der Elf auf dem Rücken nicht fortsetzen. Vor der festen Nummern-Vergabe ab Sommer 1995 war die Elf bei Borussia vor allem mit Toren verbunden: Jupp Heynckes ist Gladbachs größter Torjäger aller Zeiten, Hans-Jörg Criens hat die drittmeisten Treffer für Gladbach in der Bundesliga erzielt, und Heiko Herrlich schoss Borussia 1995 zum Pokalsieg – und sich in der Liga zum Torschützenkönig, wie es auch Heynckes zweimal schaffte.

Die Torjägerkanone wird nun niemand von Kleindienst einfordern, doch zeigt seine Rückennummer-Wahl, dass er eine gewisse Erwartungshaltung sicher nicht als Bürde empfindet. Alle drei bisherigen Zugänge wollen tragende Rollen im Gladbacher Team übernehmen, im Fall von Stöger und Kleindienst lässt sich das auch an der Rückennummer ablesen. Wobei Sanders 16 zuletzt auch namhaft belegt war mit Havard Nordtveit und Ibo Traoré. Sander hätte auch die Sechs wählen können, die derzeit noch frei ist, blieb aber bei seiner Erfolgsnummer aus Kiel – was ebenfalls gut nachzuvollziehen ist.