Ex-Borussen feierten Geburtstag Drygalsky und Fach eint nicht nur der Pokalsieg

Den letzten großen Titelgewinn 1995 mit Gladbach feierten sie gemeinsam: Borussias damaliger Präsident Karl-Heinz Drygalsky wurde am Montag 85, Spieler Holger Fach am Dienstag 60 Jahre alt. Doch es gibt weitere Parallelen zwischen den beiden Ex-Borussen.

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Den 24. Juni 1995 werden Karl-Heinz Drygalsky und Holger Fach sicherlich immer in guter Erinnerung behalten. Gemeinsam feierten sie damals in Berlin nach einem 3:0 gegen den VfL Wolfsburg den dritten Gewinn des DFB-Pokals – es sollte bis dato Borussias letzter großer Titel bleiben. Drygalsky und Fach waren indes in höchst unterschiedlichen Funktionen an dem Triumph von Berlin beteiligt: Ersterer war damals Präsident des Vereins, Zweiterer ein erfahrener Führungsspieler, der im Finale von Berlin allerdings nur als Einwechselspieler zum Einsatz kam.

Doch so hatten beide ihren Anteil, sodass Borussia dieser Tage zwei Pokalsiegern von 1995 zum Geburtstag gratulieren durfte: Karl-Heinz Drygalsky wurde am vergangenen Montag 85 Jahre alt, Holger Fach feierte am Tag darauf seinen 60. Geburtstag. Doch neben ihrem Beitrag zum bislang letzten Pokalsieg und ihren Geburtstagen haben die beiden Ex-Borussen noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie prägten den Werdegang des Klubs in jeweils zwei Funktionen.

Drygalsky kam 1972 zur Borussia, und das war keinesfalls selbstverständlich. Denn Fußball gehörte nicht zu den Fachgebieten des ehemaligen Ruderers, Eishockeyspielers und Leichtathleten. Doch Gladbachs Trainer Hennes Weisweiler lernte ihn an der Sporthochschule in Köln als einen Experten für Krafttraining kennen und machte den Diplomsportlehrer zu seinem Assistenztrainer. Drygalsky wurde damit auch der erste Konditionstrainer in der Bundesliga und war der Fitmacher, der Fohlen, die in Drygalskys erster Saison auch den DFB-Pokal im legendären Endspiel gegen den 1. FC Köln gewannen.

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Foto: dpa/Tom Weller

20 Jahre blieb er in dieser Funktion tätig, ehe er 1992 das Präsidentenamt übernahm und damit Helmut Beyer nach 30 Jahren ablöste. Mit ihm, Manager Rolf Rüssmann und Bernd Krauss gab es eine Renaissance der Fohlen-Elf, die im Pokalsieg 1995 gipfelte. Doch zwei Jahre später war Schluss für Drygalsky, er trat nach internen Querelen zurück.

Holger Fach kam 1991 vom KFC Uerdingen zur Borussia – als Drygalsky noch Assistenztrainer war. In der ersten Saison verpasste Fach mit Borussia nur knapp einen Titel, als das Pokalfinale gegen Zweitligist Hannover im Elfmeterschießen verloren ging. Damals gehörte er als einer von zwei Gladbacher Fehlschützen zu den tragischen Figuren, danach war der ehemalige Nationalspieler aber als offensivstarker Libero beteiligt am Aufschwung unter Trainer Krauss. Als dieser später auf Viererkette in der Abwehr umstellte, wechselte Fach ins Mittelfeld, wobei dort sein Einfluss nach der Rückkehr Stefan Effenbergs schwand. Im Pokalfinale 1995 kam er noch 25 Minuten zum Einsatz – es war sein letztes Spiel für Borussia, ehe er zu Bayer Leverkusen wechselte.

Doch Fach kehrte nochmals zurück nach Gladbach: zunächst als Coach der U23, dann als Nachfolger Ewald Lienens ab Herbst 2003 als Trainer der Profis. 13 Monate blieb Fach der Chef und wurde damit zum letzten Trainer am Bökelberg und zum ersten Trainer im Borussia-Park. Denn im Sommer 2004 zog der Verein aus seinem legendären Stadion um in das neue Zuhause im Nordpark. Er tat dies als Erstligist, nachdem Fach mit dem Team den Klassenverbleib gesichert hatte. Doch nach einem durchwachsenen Saisonstart wurde Fach Ende Oktober 2004 nach zehn Saisonspielen entlassen.

 Karl-Heinz Drygalsky wurde 85.

Karl-Heinz Drygalsky wurde 85.

Foto: imago sportfotodienst
 Holger Fach ist jetzt 60 Jahre alt.

Holger Fach ist jetzt 60 Jahre alt.

Foto: Dieter Wiechmann/Wiechmann, Dieter (dwi)

So wird auch er sich ein anderes Ende bei der niederrheinischen Borussia gewünscht haben – eine weitere Parallele zu Drygalskys Werdegang in Gladbach. Eines wird indes die Schattenseiten immer überstrahlen: die Erinnerung an den Triumph von Berlin 1995. Die Geburtstagskinder dieser Tage hatten ihren Anteil daran.

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