Borussias Pokalspiel Warum Seoane gegen Bersenbrück behutsam aufstellen muss

Mönchengladbach · Gladbachs Trainer Gerardo Seoane hatte im Pokal sehr unterschiedliche Erlebnisse. Vor dem Erstrunden-Spiel beim Oberligisten TuS Bersenbrück konzentriert er sich auf das Wesentliche – unter anderem muss er mit zwei wichtigen Personalien vorsichtig umgehen.

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Für Gerardo Seoane ist es eine Rückkehr. 311 Tage nach seiner Demission bei Bayer Leverkusen nach dem 0:2 in der Champions League beim FC Porto kehrt der Schweizer als Trainer von Borussia Mönchengladbach zurück in den deutschen Fußball. Und das in einem Wettbewerb, der ihm sehr unterschiedliche Gefühlswelten eröffnet hat: Seoanes Pflichtspiel-Debüt ist das Erstrunden-Pokalspiel der Gladbacher beim Oberligisten TuS Bersenbrück (18 Uhr). Gespielt wird im Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück.

Mit den Young Boys Bern hat Seoane den Schweizer Cup 2020 gewonnen. Mit Bayer Leverkusen ist er zweimal früh an unterklassigen Gegnern gescheitert. 2021 gab es in Runde zwei ein 1:2 gegen den Karlsruher SC und 2022 eine Blamage beim Drittligisten SV Elversberg in der ersten Runde. Ein Gespenst, das ihn verfolgt, ist vor allem letzteres Erlebnis aber nicht, das wohl nachhaltig sein anschließendes Scheitern bei Bayer beeinflusst hat.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

„Das gehört zur Biografie eines Trainers dazu. Ein Cupsieg ist kein Bonus, die Niederlagen von damals haben keine Auswirkungen. Jeder Wettbewerb beginnt wieder von vorne“, sagte Seoane. Er stellte auch klar, dass er nicht über die erste Runde hinausschaut nach dem Motto „Der Pokal ist der kürzeste Weg...“. Seoane: „Ich denke da von Spiel zu Spiel, mein voller Fokus liegt auf dem Freitag.“

Die personelle Situation birgt dann auch genug Kompliziertheiten, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren statt sich von eventuellen Träumereien ablenken zu lassen. Denn Torwart Jonas Omlin, Seoanes Kapitän, ist fraglich für den Freitag, und auch bei seinem einzigen echten Mittelstürmer, Tomas Cvanara, muss Seoane vorsichtig sein im Umgang. Kurz: Er muss mit Bedacht aufstellen.

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Foto: Imago

„Wir gehen davon aus, dass er Freitag zur Verfügung steht“, sagte Seoane mit Blick auf den Tschechen, der zuletzt im Test gegen Montpellier (2:2) geschont wurde. „Wir müssen behutsam mit ihm umgehen“, gab der Trainer aber zu. Eine Eins-zu-eins-Alternative hat er nicht im Kader, Alassane Plea, Grant-Leon Ranos oder Robin Hack wären, so Seoane, eher „schwimmende Stürmer“, die dann auf ihre Art in den Strafraum einfallen müssten. Ergo: Es kann sein, dass Cvancara spielt oder Seoane ihn noch schont.

Fraglicher noch ist Omlin, der den Test gegen Montpellier abbrechen musste nach 45 Minuten, weil er sich eine Distorsion und eine Prellung in der Schulter zugezogen hatte. Ob er am im Tor steht, ist offen. „Jonas hat gestern individuell trainiert. Wir gehen davon aus, dass er Mittwoch das komplette Training macht. Wenn das gutgeht, dann wird er auch spielen“, sagte Seoane. Und wenn nicht, dann „wird einer der anderen Torhüter spielen, wer, das verrate ich noch nicht“. Moritz Nicolas dürfte aber der Favorit sein, wenn Omlin ausfällt.

Dessen Schulter ist schon länger sein Problem. Dass sich das kurzfristig komplett ändern wird, scheint nicht absehbar. „Es sind Beschwerden, die ihn begleiten. Irgendwo auch ein bisschen über den Weg seiner Karriere, über den Verschleiß. Da müssen wir sicher immer behutsam sein mit den Belastungen. Das ist uns gut gelungen. Aber natürlich können die Beschwerden durch eine Prellung im Spiel stärker werden. Wir arbeiten mit der Physio-Abteilung daran, wie man die Schuler am besten stabilisiert“, sagte Seoane. Dass er sich für sein Pflichtspieldebüt eine optimalere Situation in der Torwartfrage gewünscht hätte, darf man annehmen.

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