Reaktionen zu Borussias 2:2 „Es wäre schön, wenn ein Tor mal reichen würde“

Mönchengladbach · Sportdirektor Roland Virkus, Jonas Hofmann und Yann Sommer äußerten sich nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. Hofmann blickte dabei auch noch einmal auf die bewegenden Ereignisse rund um den Tod von Jordi Bongard zurück.

Borussia Mönchengladbach: Noten und Einzelkritik zum 2:2 gegen Wolfsburg
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Borussia - Wolfsburg: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Über zehn Minuten stand Jonas Hofmann am Samstagabend schon in der Mixed-Zone des Borussia-Parks, als seine Spielanalyse nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg in den Hintergrund rückte und er sichtlich ergriffen über die vergangenen Tage und den Tod des U23-Spielers Jordi Bongard sprach.

„Ich kriege gerade wieder Gänsehaut“, sagte Hofmann. „Es ist hart. Bei sowas merkt man oft, wie schnell es vorbei sein kann. Man entwickelt sofort eine Demut, die im Alltag oft verloren geht. Wir haben viel drüber gesprochen“, sagte Hofmann, der schilderte, dass sich die Mannschaft nach der tragischen Nachricht am Donnerstagmorgen gegenseitig Halt gegeben hätte.

Rund zweieinhalb Stunden vor Hofmanns Worten hatte es im Borussia-Park vor dem Anpfiff eine Schweigeminute für Bongard gegeben, eine weitere sollte zuvor als Zeichen für den Frieden und die Anteilnahme am Ukraine-Krieg stehen. Danach erlebten die 10.000 Zuschauer, wie die Gladbacher zunächst mehrere Male vor dem Tor auftauchten, ehe Wolfsburg nach 33 Minuten mit 2:0 führte.

Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg: die Bilder des Spiels
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Gladbach - Wolfsburg: die Bilder des Spiels

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Foto: Dirk Paeffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

„Der Ansatz sollte sein, in den nächsten Spielen vor allem in der Defensive kompakter zu stehen. Es wäre schön, wenn ein Tor von uns mal reichen würde“, sagte Hofmann. Gegen die „Wölfe“ kassierten die Gladbacher im 24. Bundesliga-Spiel die Gegentreffer Nummer 47 und 48. „Das ist immer noch ein Manko von uns. Wir sollten konzentrierter und wacher sein und im Kollektiv besser verteidigen.“

Statt zu Hause womöglich in Führung zu gehen, mussten die Gladbacher nach sechs Minuten und dem Tor von Jonas Wind mal wieder einem Rückstand hinterherlaufen. „Wenn du 0:6 verloren hast und 0:2 zurückliegst, macht das etwas mit dir. Dann hast du ein mentales Problem. Wie die Jungs da rausgekommen sind – alle Achtung“, sagte Sportdirektor Roland Virkus. „Das stimmt einen positiv, wenn man nach so einem Start noch 2:2 spielt.“ Gleichzeitig kritisierte der neue Gladbach-Manager auch die Defensivleistung. „Wir müssen besser verteidigen“, weiß Virkus. „Insgesamt hat man viele positive Ansätze gesehen, da müssen wir jetzt weitermachen.“

Torwart Yann Sommer, der in Abwesenheit des verletzten Lars Stindl erneut Borussias Kapitänsbinde trug, teilte Virkus‘ Einschätzung. „Wir hatten einen guten Teamspirit, viel Power und haben uns den Ausgleich redlich verdient“, sagte Sommer, dessen Team das Spiel in der Schlussphase mit einem Mann mehr komplett in die gegnerische Hälfte verlagerte. Aus den 26 Torschüssen sprang aber kein dritter Treffer mehr raus, das Tor von Matthias Ginter zum 3:2 wurde wegen eines Foulspiels von Patrick Herrmann aberkannt.

„Am Ende wäre es sicherlich verdient gewesen, wenn wir das 3:2 machen. Den Punkt haben wir uns in jedem Fall verdient“, sagte Hofmann. Sommer sprach von einem „gewonnenen“ Zähler und Virkus blickte bereits auf das nächste Spiel. Am kommenden Samstag (18.30 Uhr) ist Borussia beim VfB Stuttgart zu Gast. „Da müssen wir so eine Leistung bringen wie heute in der zweiten Halbzeit. Dann bin ich sicher, dass wir was holen können“, sagte Virkus.

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