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Gladbach: Jan Olschowsky das 15. Eigengewächs in einer speziellen Liste

Nah dran am Borussia-Debüt : Olschowsky ist das nächste Eigengewächs auf einer speziellen Liste

Im Kabinengang des Borussia-Park hängen in Bilderrahmen die Trikots aller Debütanten aus dem eigenen Nachwuchs. Für die Spieler, die lediglich auf der Bank sitzen durften, ohne zum Einsatz zukommen, gibt es keine offizielle Galerie. Jan Olschowsky zählt seit dieser Saison dazu.

Es ist seit dem Umzug in den Borussia-Park vor inzwischen mehr als 18 Jahren eine gute Tradition in Gladbach, dass im Kabinengang die Trikots aller Debütanten aus dem eigenen Nachwuchs aufgehängt werden. Besonders für die Juniorenspieler, die täglich daran vorbeigehen, sind viele der Namen eine Motivation: Marcell Jansen, Marko Marin, Marc-André ter Stegen, Mo Dahoud.

Gerade durfte Borussia für Moritz Nicolas, aktuell verliehen an Roda Kerkrade, und Yvandro Borges Sanches den 28. und 29. Bilderrahmen kaufen. Es gibt aber auch eine Reihe von Eigengewächsen, die seit 2004 ganz nah dran waren am Profidebüt und auf der Bank Platz nehmen durften, letztlich aber nie zum Einsatz kamen. 15 sind es insgesamt.

Ersatztorwart Jan Olschowsky durfte zuletzt gegen RB Leipzig erstmals in der Bundesliga Bankluft schnuppern, im DFB-Pokal gegen den SV Oberachern hatte er sich bereits bereithalten dürfen für den Fall, dass Nicolas bei seiner eigenen Premiere raus musste. Aktuell ist Olschowsky, seit der U9 bei Borussia, in der Länderspielpause die Nummer eins. Yann Sommer ist mit der Schweiz unterwegs, Tobias Sippel fällt wegen einer Schulterverletzung länger aus, auch Jonas Kersken (SV Meppen) ist verliehen.

Damit wird Olschowsky noch ein paar Gelegenheiten erhalten, um in der Rangliste zu klettern, die ein weiterer Torwart aus dem eigenen Nachwuchs anführt: Janis Blaswich war 27-mal ter Stegens und Sommers Vertreter. An zwei der Top-Fünf-Keeper in Borussias Bundesliga-Geschichte nicht vorbeigekommen zu sein, ist keine Schande. Er vertritt nun in Leipzig Stammtorwart Peter Gulacsi.

Auf Platz zwei folgt Famana Quizera, der nach der Corona-Pause im Frühjahr 2020 siebenmal im Kader stand, von Trainer Marco Rose aber keine einzige Einsatzminute geschenkt bekam. Inzwischen ist das Projekt Quizera gescheitert, der Portugiese zurückgekehrt in seine Heimat. Richtig nah dran war auch Nils Rütten, den fünfmal André Schubert und einmal Dieter Hecking zum Innenverteidiger-Back-up berief. Seine Bank-Premiere feierte der heute 27-Jährige in der Champions League bei Celtic Glasgow. Nach einer Saison beim Bonner SC und bei Eintracht Braunschweig kehrte Rütten dem Profifußball früh den Rücken, um Jura zu studieren.

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Andere Kandidaten wie Justin Hoffmanns und Aaron Herzog spülten große Verletzungssorgen in den Kader. Gleiches gilt für Tom Gaal, der nach wie vor für die U23 spielt und theoretisch die Trikot-im-Bilderrahmen-Zeremonie noch erreichen kann – als gebürtiger Mönchengladbacher. Niklas Dams und Niklas Bolten saßen jeweils Ende 2012 einmal auf der Bank, als Lucien Favre in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul die Rotation auf die Spitze trieb.

In den ersten Jahren nach dem Umzug vom Bökelberg in den Borussia-Park schien die Devise zu gelten: Wer so nah dran ist, bekommt auch eine Chance. Von 2004 bis 2011 debütierten 17 Eigengewächse, mehr als zwei pro Saison. Unterdessen verpassten lediglich zwei Spieler knapp ihr Debüt: Oliver Stang und Tim Heubach.

Geduld kann sich aber auch auszahlen: Conor Noß durfte zwei Jahre nach seiner ersten Kader-Nominierung und nach zehn Spielen auf der Bank mal ran, bei Marvin Schulz waren es einst unter Favre sogar 13. Schulz spielt heute bei Holstein Kiel in der 2. Bundesliga.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia-Eigengewächse auf der Bank - aber ohne Einsatz