Alles abgesagt für Borussia Ibo Traoré kommt jetzt doch zum Legendenspiel

Mönchengladbach · Sieben Jahre lang spielte Ibo Traoré für Gladbach. Nun kehrt er wie viele andere zurück – zum Legendenspiel, das am Samstag im Borussia-Park ist. Was er dafür alles abgesagt hat, auf wen er sich besonders freut und wem er seinen Einsatz widmet.

Ibrahima Traoré im Porträt: Sieben Jahre bei Borussia Mönchengladbach
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Das ist Ibrahima Traoré

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Foto: Dirk Päffgen/Dirk Päffgen (dirk)

Ibo Traoré hatte eigentlich schon abgesagt für das Legendenspiel der Borussen. Er hat am Wochenende einen extrem vollen Terminkalender. Für „Canal Plus Africa“ sollte er nachmittags das WM-Spiel um Platz drei kommentieren, zudem hatte er vor sechs Monaten Tickets für das Konzert seines Lieblingskünstlers Damso in Paris am Samstagabend geschenkt bekommen. „Aber nach einem Telefonat mit Borussias Scouting-Chef Steffen Korell habe ich entschieden, alles abzusagen und nach Gladbach zu kommen. Ich liebe Borussia und will den Legendenkick nicht verpassen“, sagt Traoré im Gespräch mit unserer Redaktion.

Ein weiterer guter Grund für sein Umdenken: Sohn Jalen. „Er hat bis heute nicht akzeptiert, dass ich nicht mehr Fußball spiele. Wenn wir jetzt WM schauen, sagt er immer: Papa, warum spielst du nicht? Ich sage dann: Ich arbeite jetzt für das Fernsehen. Aber er sagt dann: Du bist Fußballer. Jetzt kann ich wieder auflaufen. Ich spiele auch für ihn“, sagt Traoré.

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Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel

Er war sieben Jahre lang Borusse, von 2014 bis 2021, 132 Spiele hat er in dieser Zeit für Borussia gemacht (elf Tore, 18 Assists). Er lebte dort, wo früher der Bökelberg war. Mit Blick in jene Kuhle, in der einst gespielt wurde, also mitten im Herzen des Klubs über den er sagt: „Dort habe ich meine beste Zeit als Fußballer gehabt.“ Während seiner Zeit in Gladbach spielte Borussia dreimal in der Champions League und zweimal in der Europa League.

Lucien Favre holte ihn vom VfB Stuttgart wegen seiner Unberechenbarkeit auf dem Flügel, die Traoré aber vor allem unter André Schubert und später Dieter Hecking auslebte. Unvergessen sind seine Tore im Arjen-Robben-Style bei Hertha BSC in Berlin und gegen Bayer Leverkusen, als er von rechts nach innen zog und den Ball dann ins lange Eck zirkelte. Hecking bedauerte stets die Verletzungsanfälligkeit des Dribblers.

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Foto: Dirk Päffgen

Besonders auf Hecking freut sich Traoré bei seiner Rückkehr nach Gladbach, bei der ihn neben seinem Sohn noch seine Frau, seine Mutter und seine beiden Brüder begleiten werden. „Klasse, dass er das Traditionsteam coacht. Dieter Hecking war der beste Trainer, den ich je hatte. Er hat mich in den Mannschaftsrat geholt, hat mit vertraut und mir viel gegeben. Auch als ich verletzt war, hat er mich immer gestärkt“, sagt Traoré.

Wenn er angeschlagen war, war Traoré indes ebenfalls wichtig für das Team – als so genannter Integrationsbeauftragter. Er kümmerte sich intensiv um die „French Connection“ im Gladbacher Kader, insbesondere um den ewig verletzten Pechvogel Mamadou Doucouré. „Bei ihm werde ich am Samstag auch übernachten“, erzählt Traoré. Für den inzwischen 34-Jährigen ist die Reise in die Vergangenheit eine „zu Freunden, auf die ich mich freue“.

 Ibrahima Traoré trifft gegen Leverkusen im Arjen-Robben-Stil.

Ibrahima Traoré trifft gegen Leverkusen im Arjen-Robben-Stil.

Foto: imago sportfotodienst

Und die Fans werden sich auf ihn freuen. Traoré war, wenn er fit war, einer der spektakulärsten Spieler, die bislang im Borussia-Park zu besichtigen waren. Das will er im Legendenspiel noch mal zeigen. Traoré rechts, Juan Arango links und das Sturmduo Federico Insua und Raffael – das ist eine der edelsten Offensiv-Mixturen, die am Samstag möglich ist.

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