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Gladbach hat vor dem Krisengipfel ein Heimminus von 18 Punkten

Borussia vor dem Hertha-Spiel : Das ist die bittere Wahrheit der Meyer-Rechnung

Borussias Präsidiumsmitglied Hans Meyer hatte früher als Trainer seine eigene Rechnung, in der Heim- und Auswärtsspiele gegeneinander aufgerechnet wurden. Das Gladbacher Heim-Minus von 18 Punkten wird nicht aufgewogen.

Die Rechnung, die Borussias Präsidiumsmitglied Hans Meyer in seinen Trainertagen aufmachte, war ganz einfach: Im eigenen Stadion entscheidet sich die Qualität einer Saison. 51 Punkte gibt es zu holen in den 17 Heimspielen, je mehr es werden, desto mehr ist drin. Gewinnt ein Team alle Heimspiele, wird es in der oberen Tabellenhälfte landen, kommen in der Fremde ein paar Zähler dazu, ist Europa das Thema.

Doch Meyers Rechnung ist gnadenlos: Daheim gibt es nichts zu gewinnen. Der Dreier ist im eigenen Stadion der Maßstab, schon ein Remis daheim bedeutet den Verlust von zwei Punkten. Weswegen die Borussen zuletzt gegen den VfL Wolfsburg aufgrund des Spielverlaufs zwar einen Punkt holten, in der Meyerschen Kalkulation aber zwei verloren haben. Durch das 2:3 beim VfB Stuttgart wurde das Remis nochmal abgewertet. Denn Pluspunkte gibt es nur auswärts. Und die gab es nicht, um das gegen Wolfsburg Verpasste aufzuholen.

Insgesamt ist Gladbachs bisherige Heimbilanz dieser Saison arg dünn: Von 36 möglichen Punkten holten die Borussen nur 50 Prozent, was bedeutet: 18 Punkte gingen im Borussia-Park verloren. Nun sind in Pandemie-Zeiten, in denen weniger bis keine Fans da sind, Heimspiele weniger wertvoll geworden, doch minus 18 ist dennoch beträchtlich. Fünf Siege, drei Remis und vier Niederlagen bei 21:21 Toren sind der derzeitige Heimertrag.

Neun Punkte holten Hütters Borussen derweil in anderen Stadien, weswegen in der Gesamtabrechnung ein Minus von neun Punkten steht. Diese daheim mehr zu holen, war durchaus möglich. 27 Punkte haben die Gladbacher, plus die neun wären es 36 und damit aktuell Platz acht, den der 1. FC Köln mit eben dieser Punktzahl innehat. Inkludiert wäre eine relativ kuschelige Nähe zu den Europa-Rängen. Gladbach stünde mithin genau da, wo es eigentlich anzusiedeln ist. Ohne die neun Punkte aber ist die Realität Abstiegskampf.

Was das Hertha-Spiel angeht: Nach Meyers Kalkulation geht es am Samstag (18.30 Uhr, Sky) gegen den Krisen-Konkurrenten nur darum, nicht noch mehr an Boden zu verlieren. Tatsächlich verbessern kann sich Gladbach frühestens danach in Bochum, auswärts eben. Doch sollte gegen Hertha das Minus nicht noch weiterwachsen. Hier und für den Rest der Saison gilt: Wer zu Hause eine Macht ist, ist im Vorteil.

Das indes ist nicht nur eine Erkenntnis der Meyer-Tabelle. Diese offenbart jedoch die bittere Wahrheit, wie schlecht Gladbach im 20. Jahr nach dem ersten Spatenstich im Borussia-Park in ihrem Eigenheim ist.