Gladbachs Joker stechen erneut Erst ein Assist, nun das Tor – „Hannes Wolf ist da“

Sinsheim · Hannes Wolf ist die Speerspitze der neuen Jokerstärke, die Borussia im Jahr 2023 entwickelt hat. Der Treffer des Österreichers zum 4:1 in Sinsheim war für Borussia und vor allem für ihn selbst von großer Bedeutung.

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Das ist Hannes Wolf

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Foto: Dirk Päffgen

Hannes Wolf stand, wo einer zu stehen hat, der in einer Fußballmannschaft für Tore zuständig ist. So war es nach der feinen Vorarbeit von zunächst Alassane Plea und vor allem Luca Netz, dessen Hereingabe genau die richtige Präzision hatte, um Wolf zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fleck des Spielfeldes in der Sinsheimer Arena zu erreichen, ein Leichtes für den Österreicher, sein erstes Saisontor zu erzielen. 4:1 stand es in dem Moment, der eingewechselte Wolf sorgte dafür, dass der Sieg bei der TSG Hoffenheim sehr stattlich klang am Ende. Es ist der höchste Sieg in der Fremde seit dem 4:1 bei Fortuna Düsseldorf am 15. Februar 2020.

Wolf fand, dass es genau so zum Spiel passte. „Wir waren das gesamte Spiel über klar überlegen und das vierte Tor drückt diese Dominanz auch aus“, sagte er. „Das Ergebnis ist gut für unser Selbstvertrauen, es zeigt, dass wir jeden Gegner schlagen können, wenn wir unseren Fußball spielen.“ Es war das 34. Saisontor der Borussen im 18. Spiel. Wolf, der nun insgesamt viermal für Borussia getroffen hat, ist der zehnte Torschütze in dieser Saison.

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Vor allem ist Wolf neuerdings die Speerspitze einer neuen Gladbacher Qualität: die Joker stechen. In den ersten 15 Spielen hatte es nur einen Treffer Patrick Herrmanns und einen Assist Alassane Pleas gegeben, Wolfs Tor war hingehen schon der fünfte Scorerpunkt eine Eingewechselten in diesem Jahr. Lars Stindl traf gegen Leverkusen zweimal beim 2:3, Wolf war dort Vorbereiter.

Nun war das vierte Tor gleich eine Dreifach-Produktion von Spielern, die nicht zur Startelf gehörten: Plea als Balleroberer im Mittelfeld, Netz als Assist-Geber und eben der Tormacher Wolf waren allesamt in den Schlussminuten auf Feld gekommen. Das passte zur Effektivität, die Gladbach generell in diesem Spiel auszeichnete.

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Foto: Dirk Päffgen

„Endprodukte“ nennt Trainer Farke die Scorerpunkte, und genau die wünscht sich jeder Trainer von seinen Ergänzungsspielern. „Es ist aber nicht selbstverständlich, dass man dann auch trifft“, weiß Wolf aber. „Es ist auf jeden Fall gut gelaufen.“ Das Tor war für das Team wie für ihn von Bedeutung, nachdem er ein Gros der Zeit vor dem Jahreswechsel wegen seiner Schulterverletzung verpasst hatte.

Dass er sich nach seiner starken Einwechselung gegen Leverkusen, als er Teil einer feinen Kombination war vor Stindls erstem Treffer, „ein paar Einsatzminuten mehr gewünscht hätte“, gab er unumwunden zu. Mit seinem Tor hofft er, Trainer Farke einen Grund gegeben zu haben, die künftig zu bekommen. „Es ist schon wichtig, auch mal zu treffen, gut zu spielen allein reicht nicht“, sagte Wolf im Gespräch mit unserer Redaktion.

Für ihn geht es auch darum, auszuloten, wie es nach der Saison weitergeht. Sein Vertrag läuft bis 2024, da könnte im Sommer ein Wechsel anstehen, wenn nicht verlängert wird. Andererseits bringt ein starker Wolf Elemente mit, die es sonst so nicht im Gladbach-Kader gibt: seine Art, den Gegner zu stressen, seine Unnachgiebigkeit. Auch fußballerisch ist er durchaus angekommen.

Aktuell ist Wolf ganz vorn in der Nachrückerliste und, je nach Matchplan, vielleicht mal einer, der in die Startelf drängt. Nun ist auf seiner Position im linken offensiven Mittelfeld die Konkurrenz groß mit Konkurrenten wie Plea und Stindl, aber „wenn meine Chance kommt, will ich sie nutzen, ansonsten empfehle ich mich weiter über Kurzeinsätze“ sagte Wolf. Was er mit seinem Tor nun auf jeden Fall gezeigt hat: „Hannes Wolf ist da“, stellte er klar.

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