Borussias Offensivspieler Hannes Wolf ist der stille Verlierer der Vorbereitung

Mönchengladbach · Wie schon in der Vorsaison hat Hannes Wolf wichtige Teile der Saison-Vorbereitung verpasst. Diesmal verschärft seine Vertragssituation die Lage. Die ersten Wochen unter Trainer Gerardo Seoane sind charakteristisch für Wolfs Zeit in Gladbach. Diese Optionen gibt es jetzt.

Borussia Mönchengladbach: Hannes Wolf im Porträt
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Das ist Hannes Wolf

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Foto: Dirk Päffgen

Immerhin reichte es für Hannes Wolf am vergangenen Samstag für knapp zehn Einsatzminuten. Der Österreicher ersetzte im letzten Testspiel gegen den Montpellier HSC in der 83. Minute Alassane Plea. Für den Österreicher war das durchaus ein Erfolg, hatte er in den Tagen zuvor doch erst wieder teilweise ins Mannschaftstraining einsteigen können. Eine fast zweiwöchige Pause machte den erneuten Aufbau nötig. Und auch am Sonntag beim öffentlichen Training im Rahmen der Saisoneröffnung machte Wolf im Borussia-Park nicht das komplette Programm mit, sondern ließ das abschließende Kleinfeldspiel aus. Und zum Auftakt in die neue Woche am Dienstag kam er auch nicht mit der Mannschaft auf den Trainingsplatz.

Es ist eine unbefriedigende Situation für den 24-Jährigen, der als ein stiller Verlierer der ersten Vorbereitung unter Trainer Gerardo Seoane bezeichnet werden muss. Still, weil Wolf aufgrund seiner muskulären Probleme, die ihn in der wichtigsten Phase der vergangenen Wochen zum Zuschauen verurteilten, kaum für sich werben konnte. Die erste Trainingswoche sowie den ersten Test beim Regionalligisten FC Wegberg-Beeck machte er noch mit, die deutlich aussagekräftigeren Vorbereitungsspiele und das Trainingslager verpasste er jedoch.

Dabei wäre diese Phase so wichtig für den nahezu beidfüßigen Allrounder gewesen, um nochmals einen neuen Anlauf in Gladbach zu nehmen. Bei Borussia ist Seoane nun schon sein vierter Trainer, seit Wolf im Sommer 2020 – zunächst auf Leihbasis, im Jahr darauf dann fest – von RB Leipzig kam. Seine seitdem beste Zeit erlebte er jedoch während seiner halbjährigen Ausleihe zu Swansea City, in Gladbach konnte er sich hingegen nie nachhaltig durchsetzen.

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Fans sehen Traumtore im Borussia-Park

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Nun geht Wolf in sein letztes Vertragsjahr, die Vorbereitung wäre wichtig gewesen, um auszuloten, wie seine Chancen stehen unter Seoane. Jetzt ist der Elf-Millionen-Euro-Mann alleine aufgrund der Tatsache, dass er sich viel zu wenig zeigen konnte, hinten dran. Stattdessen sammelten Robin Hack und Grant-Leon Ranos, neue Konkurrenten auf dem linken, offensiven Flügel sowie auf der Zehnerposition, erste Pluspunkte in den Testspielen. Dazu kommt Nathan Ngoumou, der einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht zu haben scheint und auch als hängende Spitze funktioniert. Und dann ist da noch Yvandro Borges Sanches, das vereinseigene Talent, das gefördert und gefordert werden soll.

Keine gute Ausgangslage für den Österreicher, der schon im Vorjahr unter Trainer Daniel Farke wichtige Teile der Vorbereitung verletzungsbedingt verpasst hatte. Es ist also keine neue Situation für Wolf, nun wird sie jedoch durch die Vertragssituation verschärft. Denn spätestens am Monatsende, wenn das Transferfenster schließt, sollte die Zukunftsfrage beim Offensivspieler geklärt sein. Bleibt er und verlängert, findet er einen Klub, der ihm eine bessere sportliche Perspektive bieten kann, oder verlässt er Borussia nächsten Sommer ablösefrei?

Gladbach: Hannes Wolf ist stiller Verlierer der Vorbereitung
Foto: Dirk Paeffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

„Natürlich könnte ich meinen Vertrag auslaufen lassen, aber ich bin nicht der Typ, der so etwas forciert“, hatte Wolf im vergangenen Frühjahr im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt. Er will Klarheit haben – und wird in den kommenden Wochen sicherlich das Gespräch mit den Verantwortlichen in Gladbach suchen. Trainer Seoane weiß um Wolfs Situation, er hat sich trotz der Ausfallzeit einen ersten Eindruck von dessen Stärken und Schwächen machen können. Optimal war es jedoch nicht. Das passt zur gesamten Zeit des Österreichers bei Borussia.

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