Borussias Anordnung Das System wechseln, die Identität aber nicht verlieren

Mönchengladbach · Julian Weigl hatte ein starkes Startelf-Debüt, Christoph Kramer spielt eine ausgezeichnete Saison. Ist Nico Elvedi zurück, muss Trainer Daniel Farke wohl basteln, um beide zu berücksichtigen. Doch das widerspricht nicht seinem Prinzip.

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Foto: dpa/Marius Becker

Borussias Trainer Daniel Farke ist ein Mann mit Prinzipien. Dazu gehört die Art, wie seine Mannschaften Fußball spielen sollen. Er sieht im Ballbesitzspiel die größtmögliche Chance auf Erfolg, weswegen er ständiges Anlaufen und Pressen weniger gewichtet als seine Vorgänger Marco Rose, der nun bei Gladbachs Samstagsgegner Leipzig Trainer ist, und Adi Hütter.

Das Treffen des Farke-Gladbach mit dem Rose-Leipzig ist quasi ein Wettstreit der Philosophien: hier das neue alte Gladbach-Modell im Pep-Guardiola-Stil, dort der Zwischendurch-Gladbach-Style derart wie es die reine RB-Lehre vorsieht. Allein der Vergleich der zentralen Mittelfeld-Spieler zeigt den Unterschied: Bei Gladbach die Ballbesitzspieler Julian Weigl und Christoph Kramer, bei RB der giftige Kraftprotz Xaver Schlager, der zur Rose-Zeit auch ein Thema in Gladbach war.

Eine Frage, die Farke indes beantworten muss, zumindest in der bisherigen Systemversion: Weigl oder Kramer? Der von Benfica Lissabon Entliehene spielte stark bei seinem Startelf-Debüt in Freiburg, Kramer ist gut schon in der gesamten Saison. Einen der beiden rauszulassen scheint schwierig. Im Breisgau war Kramers Versetzung in die Innenverteidigung die Lösung, nun ist aber Nico Elvedi wieder da. Was also tun mit Weigl und Kramer?

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Foto: Dirk Päffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Eine Systemanpassung könnte die Lösung sein: Weigl als Sechser, Kramer und Manu Koné davor als Achter - gegen den Ball wäre das eine Dreifach-Sechs. Das würde zu dem von Farke entworfenen Anforderungsprofil für das RB-Spiel passen. Raumverdichtung, um das vertikale Spiel des Gegners zu erschweren, Spieler, die über Ballbesitz Dominanz erzeugen können, das sieht Farke als nötig an – und für beides können Weigl und Kramer sorgen, das hat sich in Freiburg gezeigt, als beide die Feldspieler mit den meisten Ballkontakten waren (107 Kramer, 84 Weigl).

Farke, der das Donnerstagstraining zusätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhielt, wohl um Varianten zu proben ohne Augenzeugen, stellte klar, dass ein Systemwechsel (zum Beispiel vom üblichen 4-2-3-1 zu einem 4-3-3 mit zwei Sechsern und zwei Zehnern) nicht ausgeschlossen sei.

„Vielleicht werden wir die Grundformation ändern. Gegen den Ball haben wir in dieser Saison auch schon unterschiedliche Muster gespielt. Je länger wir zusammenarbeiten, desto flexibler wollen wir agieren, ohne dabei aber unsere grundsätzlichen Elemente zu vernachlässigen. Auf das System sind wir nicht festgenagelt. Wir können verschiedene Formationen spielen“, sagte Farke.

Entscheidend sei, die Grundprinzipien zu erhalten. „Wir können verschiedene Formationen spielen. Viel wichtiger ist aber, dass unsere Identität immer klar zu erkennen ist, und die Leute sehen, dass da gerade Borussia Mönchengladbach spielt“, sagte Farke. Auch das könnte für eine Kooperation von Weigl und Kramer im zentralen Mittelfeld sprechen.

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