Emotionale Momente, wegweisende Siege Das sind Borussias größte Heimderby-Helden gegen Köln

Mönchengladbach · An Siegen und denkwürdigen Leistungen im rheinischen Derby mangelt es aus Gladbacher Sicht wahrlich nicht. Doch wer sorgte in Liga-Heimspielen gegen den 1. FC Köln für besonders emotionale Momente und wegweisende Siege? Hier ist unsere Top Fünf.

Borussia Mönchengladbach: Derby-Helden gegen den 1. FC Köln
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Das sind Borussias Derby-Helden gegen Köln

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Foto: dpa/Maja Hitij

Wer bei Borussia Mönchengladbach Derby-Helden in Spielen gegen den 1. FC Köln sucht, dürfte schnell fündig werden – dafür sorgen alleine die 51 Siege, die es seit 1965 in der Bundesliga gab. Da ist dann von Günter Netzers legendärem Siegtor im DFB-Pokalfinale 1973 oder Allan Simonsens Doppelpack im Uefa-Cup-Halbfinale 1975 noch gar nicht die Rede. In der Liga fällt es derweil fast leichter, Derby-Helden aus Partien in Köln zu benennen: Ulrik le Fevre traf dort 1969 auf dem Weg zur ersten Meisterschaft spät zum 1:0-Sieg, Uli Sude hielt beim 5:1 1984 gleich zwei Elfmeter in einer Halbzeit, Martin Max schnürte beim 4:0 1993 einen Dreierpack, zuletzt waren Lars Stindl und Alassane Plea Siegtorschützen in Köln. Und im eigenen Stadion?

Natürlich gab es auch daheim gegen Köln besonders emotionale Momente und wegweisende Siege. Allerdings waren dafür nicht unbedingt jene Borussen verantwortlich, die laut Derby-Torschützenliste als Erstes genannt werden könnten: Jupp Heynckes und Uwe Rahn trafen gegen den FC jeweils zehnmal. Unsere Top Fünf der Heimderby-Helden kommt ohne die beiden Torjäger aus. Hier ist die Auswahl.

5. Marc André ter Stegen Gewiss, Marco Reus steuerte zwei Tore zum eminent wichtigen 5:1-Erfolg auf dem Weg zur Relegationsrettung 2011 bei. Doch der Doppelpacker wurde an jenem Samstagnachmittag noch überstrahlt von Borussias jungem Torhüter, der ausgerechnet gegen Köln sein Debüt feierte. Doch Marc-André ter Stegen, damals noch 18 Jahre jung, bot die abgebrühte Leistung eines 25-jährigen Stammtorwarts – inklusive rotzfrecher Dribbling-Einlage gegen Kölns Milivoje Novakovic. Fortan war ter Stegen Gladbachs Nummer eins, gut drei Jahre später wechselte er zum FC Barcelona.

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Foto: dpa/Marius Becker

4. Herbert Laumen Ein strenger Winter sorgte in der Rückrunde der Saison 1969/70 für so manche Nachholpartie im Frühjahr. Doch auch wenn das Tabellenbild noch schief war, bot sich dem 1. FC Köln am 31. Spieltag im Grunde schon die letzte Chance auf eine Wende im Titelrennen: Schließlich hatte der Zweitplatzierte – nach alter Zwei-Punkte-Regel – fünf Punkte Rückstand auf die Borussia. Aber die ließ sich im Endspurt nicht mehr von ihrem Weg abbringen. Nachdem Klaus-Dieter Sieloff für die Führung gesorgt hatte, erzielte Toptorjäger Herbert Laumen in der 50. Minute das entscheidende 2:0. Knapp drei Wochen später war Gladbach erstmals Deutscher Meister.

3. Peter Wynhoff Die Spielzeit 1996/97 war nicht die Saison des Peter Wynhoff. Vor dem 23. Spieltag hatte der Mittelfeldspieler noch kein Tor erzielt, in den Wochen zuvor hatte er zudem kaum gespielt. Auch im Derby gegen Köln saß er zunächst auf der Bank. Doch zur zweiten Halbzeit durfte Wynhoff auflaufen – sehr zum Missfallen des Kölner Trainers Peter Neururer, der damals zum Schiedsrichter-Assistenten gesagt haben soll: „Bitte den Mann nicht zulassen, der macht gegen uns immer einen rein.“ Die Fans am Bökelberg waren dagegen voller Vorfreude, wussten sie doch auch von Wynhoffs Derby-Qualitäten – die dieser trotz Formkrise wieder bewies: In der 76. Minute setzte er zum Dribbling an der Strafraumgrenze an und traf mit einem Schuss in den Winkel zum 2:1-Sieg, es blieb sein einziges Saisontor. Wynhoff und Köln – das passte halt immer und überall.

2. Granit Xhaka „Das werde ich nie vergessen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich ein Bild anfertigen lasse von dieser Szene“: Das sagte Granit Xhaka, einen Tag nach seinem Jubellauf im Anschluss an sein Last-Minute-Siegtor im Heimderby 2015. 90 Minuten lang hatte sich Borussia vergeblich bemüht, den Kölner Abwehrriegel zu knacken, ehe Xhaka, eher als Stratege und Organisator und weniger als Torjäger bekannt, einen Freistoß Thorgan Hazards zum 1:0 einköpfte. Der Lauf über das ganze Feld Richtung Nordkurve endete erst in den Armen Yann Sommers. Emotionaler kann ein Siegtor im Derby kaum gefeiert werden. Zudem war es wertvoll: Am Ende der Saison erreichte Gladbach erstmals die Champions League.

Gladbach gegen den 1. FC Köln: Die größten Heim-Derby-Helden
Foto: dpa/Maja Hitij

1. Arie van Lent Nach Jupp Heynckes ist Arie van Lent der zweite Borusse, dem in einem Heim-Derby ein Dreierpack gelang, beim Niederländer ist es gar das, was in Deutschland „Hattrick“ genannt wird. Binnen 14 Minuten schraubte van Lent das Ergebnis im Februar 2002 von 1:0 auf 4:0. Diese an sich schon bemerkenswerte Leistung wurde von der Bedeutung des Sieges noch getoppt: Denn Wiederaufsteiger Borussia war zuvor acht Heimspiele am Stück ohne Sieg geblieben, das 4:0 im Derby gab den Gladbachern Auftrieb im Abstiegskampf. Und van Lent? Der hatte zuvor auch eine persönliche Durststrecke durchlebt, vor dem Derby aber von einem Fan seine alten Fußballschuhe, die versteigert worden waren, zurückbekommen. Mit den eigentlich schon ausrangierten Tretern schoss van Lent den FC ab – für Borussias Fans wahrlich eine Heldentat.

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