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Gladbach: Finale der Conference League schließt Hütter-Jahr endgültig ab

Europa Conference League : Das Finale schließt Hütters unglückseliges Gladbach-Jahr endgültig ab

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr verpasste Borussia den Einzug in die Play-offs zur neuen Conference League. Es war der Startschuss in Gladbachs Jahr mit Trainer Adi Hütter. Warum es von Beginn an unter keinem guten Stern stand, wird dieser Tage nochmals deutlich.

Für Gladbach-Fans dürfte das Verfolgen der diesjährigen Endspiele in den Europapokal-Wettbewerben besonders schmerzhaft sein. Denn mit jedem Teilnehmer an den Finalspielen verbinden sie selbst heiße Europa-Nächte. So war es schon im Europa-League-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers, und so wird es auch am kommenden Samstag in der Champions League beim Spiel des FC Liverpool gegen Real Madrid sein. Der neueste und kleinste der europäischen Klubwettbewerbe, die Europa Conference League, steht dem in nichts nach: Sowohl mit Feyenoord Rotterdam als auch mit der AS Rom hat es Borussia ebenfalls schon im Europapokal zu tun bekommen.

Indes dürfte das erste Endspiel dieses erst im vorigen Sommer gestarteten Wettbewerbs am Mittwoch aus einem anderen Grund nochmals schmerzliche Erinnerungen bei den Gladbachern wachrufen. Schließlich fehlten fast auf den Tag genau vor einem Jahr nur wenige Sekunden, dann wäre nicht Union Berlin – das im Übrigen den jetzigen Finalisten Feyenoord in seiner Gruppe hatte und zweimal verlor – sondern Borussia in die Conference League eingezogen. Da jedoch der Ex-Gladbacher und inzwischen auch Ex-Berliner Max Kruse am letzten Spieltag der vergangenen Saison in der Nachspielzeit gegen RB Leipzig zum 2:1-Sieg traf, überflügelte Union die Borussia noch im letzten Moment.

Das war am 22. Mai 2021, der eigentlich ein guter Tag werden sollte für die Gladbacher. Mit dem Ticket für die Play-offs zur Conference League sollte eine überwiegend verkorkste Rückrunde, die von der Rückzugsankündigung des Gladbach-Trainers Marco Rose geprägt war, gerettet werden. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Adi Hütter Roses Nachfolger sein würde, er sollte die Borussen durch drei Wettbewerbe führen.

Doch dann wurden es trotz des 4:2-Sieges bei Werder Bremen im Saisonfinale nur zwei, die Meisterschaft und der DFB-Pokal, und Sportdirektor Max Eberl gab später zu, dass dieses Verpassen des internationalen Geschäfts die größte Enttäuschung seiner Zeit als Gladbach-Manager sei. Mittlerweile ist klar, dass dieser Misserfolg der Startpunkt für das unglückselige Hütter-Jahr bei Borussia war, es wird im Grunde durch das Finale in der Conference League am Mittwoch endgültig abgeschlossen.

Denn die Teilnahme an dem Wettbewerb hätte für Hütter, das Team und den Verein aus unterschiedlichen Gründen positive Effekte haben können. Zunächst einmal entging dem Klub eine zusätzliche Einnahmequelle in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Zudem ist der Gladbacher Kader für drei Wettbewerbe zusammengestellt, zusätzliche Einsatzchancen hätten zum einen die Zufriedenheit unter den Profis, zum anderen aber auch den Konkurrenzkampf erhöhen können.

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Zudem blieb Hütter die Chance verwehrt, neben dem Pokal in einem weiteren Wettbewerb Akzente setzen zu können, um womöglich von einer schwächeren Bundesligasaison abzulenken – so wie dies seinem Nachfolger Oliver Glasner in Frankfurt mit dem Gewinn der Europa League glänzend gelang. Im Pokal konnte Hütter diese Chance durch das peinliche Aus gegen Zweitligist Hannover 96 nach dem 5:0 gegen die Bayern nicht nutzen, im Europapokal bekam er dazu keine Gelegenheit. So trennten sich die Wege von Borussia und dem Österreicher nun schon wieder nach einem enttäuschenden zehnten Rang in der Meisterschaft – fast genau ein Jahr nach dem Verpassen der Conference League. Feiern wird am Mittwoch entweder Rotterdam oder Rom. Gladbach hat derweil ganz andere Themen.

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