Neuer Trainer, neue Chancen Diese Wechsel-Kandidaten könnten Borussia nun doch erhalten bleiben

Mönchengladbach · Durch die Tatsache, dass Borussia Mönchengladbach mit einem neuen Trainer in die Saison gehen wird, könnten manche Profis mit Wechselabsichten nun doch noch eine Zukunft am Niederrhein haben. Konkret stehen dabei drei Spieler im Fokus.

Borussia Mönchengladbach: Vertragslaufzeiten - Lainer bis 2026
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Alle Vertragslaufzeiten der Borussia-Profis im Überblick

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

Auf 3060 Bundesliga-Minuten kann ein Spieler in einer Saison maximal kommen. Ex-Borusse Matthias Ginter vom SC Freiburg ist ligaweit der einzige Feldspieler, der diesen Wert in der abgelaufenen Saison erreicht hat. In der Saison 2020/21 gelang das Kunststück auch Marvin Friedrich. Der Innenverteidiger, der damals noch bei Union Berlin spielte, verpasste keine einzige Minute.

Unter Ex-Trainer Daniel Farke hat es Friedrich in seiner ersten kompletten Saison in Gladbach gerade mal auf 1238 Minuten gebracht. Addiert man die Einsatzzeiten von Stefan Lainer (819 Minuten) und Hannes Wolf (440) hinzu, hat das Trio in der vergangenen Saison zusammengerechnet 2497 Minuten auf dem Feld gestanden – für jeden Einzelnen ist das zu wenig, vor allem, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Borussia Mönchengladbach: Trainer-Kandidaten für Farke-Nachfolge
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Das sind mögliche Trainer-Kandidaten bei Borussia

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Foto: dpa/Bernd Thissen

Seinem Frust über das Dasein als Reservist ließ Friedrich in einem Interview im April freien Lauf, er spüre „null Komma null Vertrauen“, sagte der 27-Jährige damals der „Sport Bild“. Und obwohl Sportdirektor Roland Virkus zuletzt betonte, in der kommenden Saison mit Friedrich zu planen, schien eine weitere Zusammenarbeit zwischen Farke und Friedrich als nahezu ausgeschlossen. Nun, da Farke nicht mehr länger in Gladbach tätig ist, könnten sich Friedrichs Abwanderungsgedanken, mit denen er den Klub bereits in der Winterpause konfrontiert hatte, noch einmal ändern. Vor allem dann, wenn der neue Trainer ihm signalisiert, künftig auf ihn setzen zu wollen oder Nico Elvedi nach acht Jahren bei Borussia eine neue Herausforderung sucht – was Gladbach eine Ablösesumme im zweistelligen Millionenbereich einbringen könnte.

Im Gegensatz zu Friedrich, der einen Vertrag bis 2026 unterschrieben hat, läuft das Arbeitspapier von Wolf 2024 aus. Der Österreicher hat bislang 69 Pflichtspiele absolviert, konnte sich aber keinen Stammplatz erkämpfen. „Ich bin jetzt mittlerweile seit drei Jahren hier und man kann schon sagen, dass es etwas zäh ist – für beide Seiten. Da macht man sich natürlich Gedanken, wie es weitergehen kann. Ich habe jetzt im Sommer noch ein Jahr Vertrag, wenn etwas Anständiges kommt, werde ich mich natürlich mit Gladbach, meiner Familie und meinem Berater zusammensetzen“, sagte Wolf in der vergangenen Woche gegenüber „Sky Austria“. Sicher wird auch er sich mit dem neuen Borussia-Trainer austauschen, um seine Chancen abzuklopfen, wenngleich es bei ihm eine Tendenz Richtung Abschied gibt.

Borussia Mönchengladbach: Alle Trikots im Überblick
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Alle Trikots von Borussia Mönchengladbach

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Lainer gehörte in der Schlussphase der Saison zu den Stammspielern. Auf der Rechtsverteidiger-Position gab es unter Farke den einzigen Konkurrenzkampf, den man als solchen bezeichnen konnte. Auch sein Vertrag läuft im kommenden Jahr aus, hinter Scally ist er derzeit allerdings Borussias einziger Rechtsverteidiger. Geht Lainer, muss sich Gladbach auf der Position, die in der Theorie noch Routinier Tony Jantschke zeitweise als Back-up übernehmen könnte, also verstärken. Bleibt er, wird er seinen vierten Trainer bei Borussia erleben und die Chance wittern, sich mit Scally wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf der rechten Seite zu liefern.

„Es war für mich eine turbulente Saison. Für mich war es wichtig, zum Schluss noch meine Spiele zu machen, in denen ich mit meiner Leistung ganz zufrieden war“, sagte Lainer nach dem 3:0-Sieg gegen den Halleschen FC im Gespräch mit unserer Redaktion. „Mit meiner Zukunft habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt, jetzt steht erst mal der Urlaub an.“

Dort dürfte Lainer durch die neuen Umstände genau überlegen, wie es für ihn in der nächsten Saison weitergeht – das eint ihn mit Friedrich und Wolf, deren Einsatzchancen sich durch den Trainerwechsel ebenfalls noch einmal ändern könnten.

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