Bedrückende Stille Zwei Todesfälle überschatten RB-Leipzig-Sieg gegen Gladbach

Leipzig · Während die Proteste gegen die Investorenpläne der DFL am Samstag fast überall weitergingen, herrschte in Leipzig eine bedrückende Atmosphäre. Die Gladbach-Fans schwiegen aus einem traurigen Grund. Doch nicht nur Borussias Szene betrauerte einen Todesfall.

 Keine Fahnen, kaum Fan-Gesänge: Der Gästeblock von Borussia Mönchengladbach bei RB Leipzig.

Keine Fahnen, kaum Fan-Gesänge: Der Gästeblock von Borussia Mönchengladbach bei RB Leipzig.

Foto: RP/Jannik Sorgatz

Der Anpfiff des Bundesligaspiels zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach am Samstag um 18.30 Uhr stand bereits kurz bevor, als alle Partien des Nachmittags endgültig vorbei waren. An beinahe jedem Standort hatte es erneut Proteste gegen die Investorenpläne der DFL und das zweifelhafte Abstimmungsverfahren gegeben.

Dass es in Leipzig sehr ruhig blieb, verwunderte zumindest auf der Seite der Gastgeber. Doch dort herrschte wegen eines medizinischen Notfalls in der Kurve in der Anfangsphase Schweigen, weil ein Fan reanimiert werden musste. Erst rund um den Treffer zum 1:0 durch Xavi Simons wurde es lauter in der Arena. Zur Pause dann die traurige Mitteilung durch den Stadionsprecher: Der Fan konnte nicht gerettet werden und ist gestorben. Beim 2:0, das für den Endstand sorgte, jubelten die RB-Anhänger weniger als sonst und es wurde keine Tormusik eingespielt. Später schalteten viele ihre Handylichter an und sangen.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik beim 0:2 gegen RB Leipzig
29 Bilder

Leipzig - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

29 Bilder
Foto: dpa/Robert Michael

Borussia Mönchengladbach: Keine Fan-Proteste

Die Gladbach-Fans hatten erst am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen den SV Darmstadt mit Tennisballwürfen für eine Unterbrechung gesorgt und sich den großflächigen Protesten angeschlossen. Und diesmal? In Leipzig fiel bereits vor dem Anstoß auf, dass am Gästeblock keine Zaunfahnen hingen, keine Schals wurden geschwenkt.

Die gedämpfte Stimmung hatte allerdings nichts mit den Protesten gegen die DFL zu tun, der Grund war ebenso ein tragischer: Ein Mitglied der Nachwuchsultras von „Ascendente“ ist am Freitag bei einem Autounfall gestorben. Mitglieder der Fanszene hatten auf der Anreise zum Leipzig-Spiel davon erfahren.

Auf einem Zaunpfeiler stand eine rote Grabkerze, wie auf Fotos zu sehen war. Während der Parte gab es keinen organisierten Support der 3500 mitgereisten Fans, nur vereinzelte Rufe und Gesänge, zu Beginn wurde das „Borussen-Lied“ („Wir sind ein einig Volk von Brüdern“) angestimmt.

Nils Schmadtke spricht Mitgefühl aus

Der Verein kondolierte auf seinen Social-Media-Kanälen. „Fußball wichtig und wir ärgern uns über die Niederlage. Aber es sind zwei Menschen verstorben, da ist es uns als Verein wichtig, den Hinterbliebenen unser Mitgefühl auszudrücken“, sagte Sportdirektor Nils Schmadtke. Mittelfeldspieler Rocco Reitz hatte mit seinen Kollegen wahrgenommen, dass es leiser war als gewohnt. „Das sind schreckliche Nachrichten. Wir sind in Gedanken bei den Familien, der ganzen Mannschaft tut es sehr leid“, sagte Reitz.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort