Borussia-Barometer Stimmung so schlecht wie vor einem Jahr – Seoane im Minus

Interaktiv | Mönchengladbach · Nach fünf Spielen ohne Sieg und oftmals enttäuschenden Leistungen befindet sich die Stimmung rund um Borussia im Sinkflug. Auch die Arbeit der Verantwortlichen wird zunehmend kritisch bewertet. Eine Ausnahme: Der Glaube an den Einzug ins DFB-Pokalfinale wächst. Was sonst noch auffällt.

Borussia Mönchengladbach: Startelf gegen TSG 1899 Hoffenheim
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So könnte Borussias Startelf in Hoffenheim aussehen

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Die Verantwortlichen bei Borussia Mönchengladbach wiederholen in diesen Tagen wie ein Mantra: „Wir sind uns der Situation absolut bewusst.“ Manager Roland Virkus tat das im Interview mit unserer Redaktion, Sportdirektor Nils Schmadtke in abgewandelter Form und auch Trainer Gerardo Seoane vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum. In dieser Woche, vor drei wichtigen Aufgaben in der Liga und dem Nachholspiel im Pokal-Viertelfinale, war es an der Zeit für unsere monatliche Fan-Umfrage. Die Ergebnisse sind zum Teil alarmierend.

Borussia ist seit fünf Spielen ohne Sieg. Wie bewerten Sie die aktuelle Stimmung rund um den Klub? (in Schulnoten)

  • 40 Prozent: Note 4
  • 39 Prozent: Note 5
  • 14 Prozent: Note 3
  • 6 Prozent: Note 6
  • 1 Prozent: Note 2

Die Stimmung befindet sich im Sinkflug: Vor dem Saisonstart verteilten die Fans im Schnitt noch eine 2,07, selbst Ende November eine 2,34, seitdem geht es rapide runter. Auf die 3,62 im Januar folgt nun eine 4,35 – das ist genauso schlecht wie auf dem Tiefpunkt im April des vergangenen Jahres.

Wie benoten Sie die bisherige Arbeit des Gladbacher Trainers Gerardo Seoane?

  • 46 Prozent: Note 3
  • 33 Prozent: Note 4
  • 10 Prozent: Note 5
  • 9 Prozent: Note 2
  • 2 Prozent: Note 6

Im Januar erhielt Seoane nur von 20 Prozent aller User die Note 4 oder schlechter, jetzt sind es bereits 45. Dagegen bewerten nur noch neun Prozent seine Arbeit wenigstens als „gut“, 27 waren es im Vormonat. Der Schnitt sind von 2,95 auf 3,5. Von Daniel Farkes Wert bei seinem Abschied (4,29) ist Seoane noch ein ordentliches Stück entfernt, aber die Wende – und sei es nur nach Ergebnissen, nicht einmal nach Leistung – hat auch der Schweizer nötig, um in Ruhe weiterarbeiten zu können.

Wie bewerten Sie die Arbeit der sportlichen Leitung um Roland Virkus und Nils Schmadtke, was Themen wie Kaderplanung, Außendarstellung etc. betrifft?

  • 34 Prozent: Note 4
  • 26 Prozent: Note 3
  • 26 Prozent: Note 5
  • 7 Prozent: Note 6
  • 6 Prozent: Note 2
  • 1 Prozent: Note 1

Auf dem Niveau einer guten 2,26 ist die sportliche Leitung in die Saison gestartet. Nach dem Ende der Transferperiode im Sommer haben wir diese Frage nicht mehr gestellt, jetzt ist sie zurück im Barometer und bescheinigt Virkus und Schmadtke nur noch „ausreichende“ Arbeit mit einem Schnitt von 3,99.

Seit dieser Saison bestreitet der Trainer die Spieltags-Pressekonferenzen alleine. Würden Sie sich Virkus oder Schmadtke auf dem Podium wünschen?

  • 44 Prozent: Seoane alleine ist okay
  • 32 Prozent: Schmadtke
  • 24 Prozent: Virkus

In den vergangenen Wochen gab es immer mal Kritik an der neuen Variante zu lesen in Foren, bei Social Media oder Fans äußerten sie persönlich in Gesprächen mit unserer Redaktion. Dass Seoane die Spieltags-PK alleine absolviert, findet zwar keine absolute Mehrheit, aber eine klare einfache Mehrheit.

Welcher der Sommer-Zugänge hat Sie bislang am meisten überzeugt?

  • 34 Prozent: Robin Hack
  • 26 Prozent: Max Wöber
  • 21 Prozent: Franck Honorat
  • 16 Prozent: Jordan Siebatcheu
  • 2 Prozent: Grant-Leon Ranos
  • 1 Prozent: Tomas Cvancara
  • 0 Prozent: Fabio Chiarodia
  • 0 Prozent: Lukas Ullrich

In der letzten Umfrage hatte Honorat erstmals die Führung erobert, nun ist er sie wieder los. Dafür steht Hack erstmals ganz vorne. Wöber hält sich wie gewohnt auf einem der ersten drei Plätze, während Jordans Aufwärtstrend sich hier nicht fortgesetzt hat. Kein gutes Zeichen ist es, dass die Hälfte der Neuen unter ferner liefen unterwegs ist.

Wer hat am Saisonende die meisten Scorerpunkte gesammelt?

  • 67 Prozent: Alassane Plea (bisher zwölf)
  • 14 Prozent: Franck Honorat (bisher neun)
  • 12 Prozent: Rocco Reitz (bisher sechs)
  • 6 Prozent: Jordan Siebatcheu (bisher sieben)
  • 1 Prozent: Ein anderer Borusse

Plea hat leicht eingebüßt, aktuell fällt er ja auch aus und wird Borussia wohl noch mindestens zwei Spiele nicht zur Verfügung stehen. Mehr Leute als im Vormonat trauen Honorat am ehesten zu, Plea noch zu überholen.

Welcher dieser Spieler sollte mehr Einsatzzeiten bekommen?

  • 24 Prozent: Nathan Ngoumou
  • 22 Prozent: Stefan Lainer
  • 18 Prozent: Florian Neuhaus
  • 11 Prozent: Fabio Chiarodia
  • 9 Prozent: Patrick Herrmann
  • 7 Prozent: Grant-Leon Ranos
  • 6 Prozent: Marvin Friedrich
  • 3 Prozent: Christoph Kramer

Einen klaren Favoriten gibt es nicht, aber was die ersten drei Spieler angeht, könnte der Wunsch der jeweiligen Fans gegen Bochum am Samstag schon erhört werden. Die Forderungen nach Ranos sind sehr leise, Friedrich hat weiter keinen großen Rückhalt und Kramer wird kaum vermisst.

Wo hat Borussia den größten Handlungsbedarf bezüglich Transfers?

  • 42 Prozent: Angriff/Mittelstürmer
  • 25 Prozent: Außenverteidigung
  • 15 Prozent: Defensives/Zentrales Mittelfeld
  • 10 Prozent: Innenverteidigung
  • 8 Prozent: Offensive Außenbahn

Hier hat sich das Blatt enorm gewendet. Im Januar sahen nur 16 Prozent den größten Bedarf ganz vorne, jetzt sind es mit 42 ganz klar die meisten. Die Außenverteidigung hat nach zuvor 36 Prozent eingebüßt, schafft es aber immer noch auf den zweiten Platz der Einkaufsliste.

Wie viele Punkte holt Borussia aus den nächsten drei Ligaspielen gegen Bochum (H), Mainz (A) und Köln (H)?

  • 52 Prozent: 4 bis 6 Punkte
  • 31 Prozent: 1 bis 3 Punkte
  • 14 Prozent: 7 bis 9 Punkte
  • 3 Prozent: 0 Punkte

Die Mehrheit übt sich in Realismus, während mehr Fans pessimistisch als optimistisch sind und maximal an einen Sieg glauben.

Am 12. März steht das Viertelfinale im DFB-Pokal beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken an. Wie wird Borussia im Pokal abschneiden?

  • 48 Prozent: Borussia erreicht das Finale in Berlin.
  • 28 Prozent: Es gibt das Aus in Saarbrücken.
  • 17 Prozent: Erst im Halbfinale ist Schluss.
  • 7 Prozent: Am Ende der Saison holt Borussia sogar den Titel.

Vor einem Monat hätten wir nicht gedacht, dass wir diese Frage noch einmal stellen könnten, umso spannender ist der Vergleich. Zuvor glaubten 70 Prozent ans Weiterkommen in Saarbrücken, jetzt sind es 72. Enorm gestiegen ist die Zahl der Fans, die an den Einzug ins Endspiel in Berlin glaubt – von 36 auf 55 Prozent. Das theoretische Halbfinale gegen Kaiserslautern dürfte einen großen Teil dazu beigetragen haben.

Wo wird Borussia am Saisonende landen?

  • 56 Prozent: Über dem Strich, jedoch im unteren Tabellendrittel
  • 27 Prozent: Im unteren Tabellenmittelfeld, Platz zehn bis zwölf
  • 14 Prozent: Auf einem der letzten drei Plätze
  • 2 Prozent: Zumindest in der Einstelligkeit
  • 1 Prozent: In der Europa League oder der Conference League

Man muss es gar nicht an den Extremen festmachen, frappierend ist, wie sich der Anteil der Fans entwickelt hat, die zumindest an ein Finish in der Einstelligkeit glauben. 82 Prozent waren es vor dem ersten Spieltag, noch 68 im November, 39 zum Jahreswechsel, 18 im Januar und jetzt sind es noch mickrige drei Prozent.

Hier hatten wir danach gefragt, wie die Fans Borussias zustimmende Haltung bezüglich eines DFL-Investors finden, an den der Ligaverband einen festen Anteil seiner TV-Einnahmen der kommenden 20 Jahre verkaufen wollte. Der Prozess ist diese Woche geplatzt, so wurde Gladbachs Ja bewertet.

  • 51 Prozent: Der Verein soll sich gegen einen DFL-Investor einsetzen.
  • 25 Prozent: Borussia hat Recht, dieser Weg ist der richtige.
  • 24 Prozent: Ich bin noch unentschlossen.

Die Vehemenz der Proteste in den Stadien suggerierte eine klarere Ablehnung eines solchen Deals. Knapp ein Viertel hatte sich keine finale Meinung gebildet oder sich auf keine Seite geschlagen.

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