Borussias Geschichte Das sind die fünf schlimmsten Heimdebakel

Mönchengladbach · Vergangene Saison gab es gegen Freiburg ein historisches 0:6. Borussia hatte noch andere böse Erlebnisse im eigenen Stadion. Wir erinnern an die bittersten Heimspiele der Gladbacher in den vergangenen Jahrzehnten.

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Das sind Borussias größte Angstgegner

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Foto: imago images/Team 2/TEAM2sportphoto via www.imago-images.de

Borussias Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) ist das 932. der Vereinsgeschichte, das 301. ist es im Borussia-Park. Große Siege gab es fürderhin, aber auch, das gehört im Fußball dazu, brutale Niederlagen. Der kommende Gegner hat in der vergangenen Saison für eine davon gesorgt. Matthias Ginter, der nun mit Freiburg als gefeierter Europa-Held kommt, war damals mitten drin im Zentrum des Gladbacher Zerfalls an jenem Tag.

Es war das bislang letzte ganz große Heimdebakel für die Gladbacher. Wir haben in der Borussen-Chronik nachgeschaut und die fünf schlimmsten Erlebnisse im eigenen Stadion zusammengestellt.

1. 2:8 gegen Bayer Leverkusen Wenige Monate zuvor hatten die Borussen den ersten Abstieg aus der Bundesliga noch so gerade abwenden können, am 30. Oktober 1998 schwante den Fans am Bökelberg jedoch, dass dies nicht noch einmal gelingen würde. An jenem Freitagabend kassiert Borussia erstmals auf eigenem Platz acht Gegentore – und konnte froh sein, dass es Leverkusen nach dem 1:8 in der 64. Minute deutlich ruhiger angehen ließ. Borussia ließ der historischen Klatsche ein 1:7 in Wolfsburg folgen – das war das Aus für Trainer Friedel Rausch und Manager Rolf Rüssmann. „Bild“ titelte: „Eine Legende stirbt.“ Am Ende der Saison stand der erste Abstieg nach 34 Jahren Bundesliga.

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Foto: dpa/Marius Becker

2. 0:7 gegen Werder Bremen Schon im 16. Bundesliga-Heimspiel kassierte Borussia die bis heute höchste Niederlage vor eigenem Publikum. Gegen Ende ihrer Premierensaison in Deutschlands Elite-Klasse setzte es am 30. April 1966 ein 0:7 gegen Werder Bremen. Dabei stand es bis zur 65. Minute nur 0:1 danach brachen bei den jungen Netzer, Vogts und Co. jedoch alle Dämme. Bremens Hugo Dausmann schnürte einen Viererpack. Für Borussia ist die Niederlage zugleich mit dem Tod ihres damaligen Geschäftsführers Georg Hoffmann verbunden: Er erlag in der Nacht nach dem Spiel einem Herzversagen.

3. 1:7 gegen Bayern München 1979 ging eine Ära bei der Borussia langsam zu Ende: Zwar gewann der Klub in jenem Jahr nochmals den Uefa-Cup, in der Liga landete Gladbach aber erstmals seit der Debütsaison in der unteren Tabellenhälfte und war zwischenzeitlich sogar im Abstiegskampf. Viele Stars der Siebziger haben sich bereits verabschiedet, am 24. März kam Meistertrainer Udo Lattek hinzu, sein Abgang zum Saisonende war besiegelt. Es war der Tag, an dem Borussia die Bayern empfing – und nicht mehr mithalten konnte mit dem Rivalen. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir einmal so auseinandergenommen worden sind vom FC Bayern“, sagte Vereinsarzt Alfred Gerhards.

4. 0:6 gegen den SC Freiburg Ein Jahrzehnt hatte Christian Streich vergeblich versucht, mit seinem SC Freiburg in Gladbach zu gewinnen. Dann bescherten die Breisgauer ihrem Chefcoach am 5. Dezember 2021 eine historische Halbzeit im Borussia-Park – und dem Gastgeber eine so nie erlebte Heimpleite. Nach 25 Minuten lag der SC bereits 5:0 vorne, zur Pause stand es gar 6:0 für das Auswärtsteam, das sechs verschiedene Torschützen stellte – Rekorde über Rekorde. „Wahnsinn. So etwas habe auch ich noch nie erlebt“, sagte Streich. Derweil schlitterte Borussia in eine Krise, die bereits das Aus für Trainer Adi Hütter nach nur einem Jahr einleitete.

 Yann Sommer, nun FC Bayern, war sehr ungehalten im Laufe des 0:6 gegen den SC Freiburg in der , die Minen seiner Kollegen sprechen Bände.

Yann Sommer, nun FC Bayern, war sehr ungehalten im Laufe des 0:6 gegen den SC Freiburg in der , die Minen seiner Kollegen sprechen Bände.

Foto: Dirk Päffgen

5. 0:4 gegen den Wolfsberger AC Das hatte niemand kommen sehen: Borussia war klarer Favorit gegen den österreichischen Bundesligisten Wolfsberger AC in den ersten Spieltag der Europa-League-Gruppenphase 2019/20 und dann lagen die Gladbacher um ihren neuen Trainer Marco Rose plötzlich völlig verdient zur Halbzeit 0:3 in Rückstand. Eine Stunde später war Borussias höchste Heimniederlage im Europapokal besiegelt, das 0:4 leitete zudem das enttäuschende Gruppen-Aus der Borussen in der Europa League ein, das im krassen Gegensatz zur Liga-Hinrunde mit der zeitweiligen Tabellenführung stand.

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