1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Gladbach: Denis Zakaria befindet sich bei der EM im Wartestand

EM-Borussen : Zakaria schaut nur zu - und muss die Daumen drücken

Erst 24 Einsatzminuten stehen für den Schweizer Denis Zakaria bei der Europameisterschaft zu Buche. Auch für seinen Verein Borussia Mönchengladbach ist das unbefriedigend.

Yann Sommer brachte die türkischen Schützen mit seinen starken Paraden zur Verzweiflung, Nico Elvedi half in der Schweizer Abwehr mit, dass die Türkei fast nur aus der Distanz gefährlich wurde, und Breel Embolo schob das Angriffsspiel mit seiner Physis und seinen Antritten an. Die drei Gladbacher in der Schweizer Nati hatten ihren Anteil am 3:1-Erfolg am Sonntagabend gegen die Türkei, sie wurden ihrer Rolle als Stammkräfte und Leistungsträger in der Landesauswahl bei der Europameisterschaft gerecht.

Der Vierte im Borussen-Bunde, Denis Zakaria, wartete indes wie schon beim 0:3 gegen Italien 90 Minuten lang vergebens auf einen Einsatz. Somit verbuchte der 24-Jährige in der Gruppenphase nur 24 Spielminuten gegen Wales für sich, und selbst die verliefen für ihn unglücklich: Kurz nach seiner Einwechslung kam Wales zum 1:1-Ausgleich, die Schweiz verlor gleich im Auftaktspiel wichtige Punkte im Kampf um den zweiten Platz in der Gruppe A.

Das Turnier verläuft für Zakaria demnach sehr ernüchternd, er nimmt nur die Rolle eines Reservisten ein. Auf der Doppelsechs, Zakarias vornehmlichen Betätigungsfeld, setzt der Schweizer Trainer Vladimir Petkovic bislang stets auf den umsichtigen Remo Freuler von Atalanta Bergamo neben dem Nati-Kapitän und Ex-Gladbacher Granit Xhaka. Auf Zakarias Dynamik und Durchsetzungsstärke im Mittelfeldzentrum verzichtet er dagegen.

Damit ist Zakarias Situation derzeit noch unbefriedigender als in der abgelaufenen Meisterschaftssaison mit der Borussia. Dort benötigte der Sechser zunächst noch einige Monate, bis er seine schwerwiegende Knieverletzung aus dem März 2020 auskuriert hatte. Erst zum Jahreswechsel war er wieder eine Option für die Startformation, und auch danach eroberte er seinen Stammplatz nicht zurück: Christoph Kramer und Florian Neuhaus blieben im Zentrum zumeist erste Wahl.

Auch Zakarias Marktwert ist entsprechend gesunken, derzeit wird er auf 30 Millionen Euro geschätzt – im Dezember 2019 lag er noch bei 45 Millionen. Und die EM hat der Schweizer bislang nicht nutzen können, um Eigenwerbung zu betreiben. Das wird auch Gladbach nicht gefallen, denn Zakaria ist bei nur noch einem Jahr Vertragslaufzeit ein Verkaufskandidat in diesem Sommer.

Nun muss Zakaria aber zunächst einmal die Daumen drücken, dass die Schweiz als einer der vier besten Gruppendritten das Achtelfinale erreicht – damit auch für ihn zumindest noch ein EM-Einsatz 2021 hinzukommen kann.