Tor und Vorlage beim 5:2 gegen Bochum Was Ngoumou über sein bestes Gladbach-Spiel sagte

Mönchengladbach · Nathan Ngoumou war beim 5:2 von Borussia Mönchengladbach gegen Bochum der „Spieler des Tages“. Zu Recht. Wie der Franzose zum ersten Rückrundensieg beitrug, was Trainer Gerardo Seoane sagte und wie der Torschütze zum 1:0 selbst seine Leistung kommentierte.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik beim 5:2 gegen VfL Bochum
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Borussia - Bochum: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Marius Becker

Nathan Ngoumou war Torschütze, dann nicht mehr und dann doch wieder. Es ging um das 1:0 der Borussen beim 5:2 gegen den VfL Bochum, bei dem der Franzose den von Robin Hack getretenen und von Max Wöber verlängerten Eckball mit der rechten Schulter Richtung Bochumer Tor lenkte, und die Frage war: Hatte er den Ball direkt oder mittels des Körpers des Bochumers Cristian Gamboa über die Linie bugsiert? Bis Samstagabend galt Ngoumou als der Tormacher und damit war er der Dosenöffner an diesem Tag. Und einer der besten Borussen.

„Ihm ist ein gutes Spiel gelungen mit vielen Akzenten nach vorne“, lobte Trainer Gerardo Seoane, der Ngoumou im 4-3-3 rechts aufbot. In der Schlussphase, als Franck Honorat für Robin Hack ins Spiel kam, wechselte Ngoumou die Seite und von links knallte er den Ball, der dann von der Stirn von Rocco Reitz zum 3:0 ins Tor prallte, vor das Bochumer Tor.

„Wir wissen, was wir an ihm haben, welches Tempo er hat. Er hat in den letzten Spielen auch schon sehr gute Akzente gesetzt, als er reingekommen ist. Darum sind wir nicht überrascht, dass er so performen kann“, sagte Seoane. Ngoumou machte sein bestes Gladbach-Spiel, er war von Beginn an sehr aktiv, suchte immer wieder den Weg in die Tiefe und setzte den Bochumern so zu.

„Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg und darüber, dass mir der Trainer das Vertrauen entgegengebracht hat. Ich habe ein wenig gebraucht, um ein paar Sachen zu adaptieren und umzusetzen. Jetzt konnte ich meine Qualitäten zeigen. Ich bin happy über das Tor und darüber, dass ich an entscheidenden Aktionen beteiligt war“, sagte Ngoumou nach Gladbachs erstem Sieg in der Rückrunde.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Sein Auftritt gegen Bochum passte zu dem der anderen Borussen. Ngoumou wirkte befreiter, so, als sei eine Last abgefallen, eine Last, die offenbar in den Heimspielen gegen Augsburg (1:2) und Darmstadt (0:0) schwer auf den Schultern der Borussen lag, das wirkte sich auf das Selbstvertrauen aus.

„Wir haben das Spiel mit großer Sicherheit angefangen, wir haben umgesetzt, was der Trainer uns mit auf den Weg gegeben hat – und das hat funktioniert“, erklärte Ngoumou nun die neue Leichtigkeit gegen Bochum, die in der Summe zu einem „wilden Spiel“ führte, wie Seoane fand. Sein Team war dabei sehr effektiv. 3,65 Expected Goals brachten fünf Treffer, da wurde regelrecht überperformt. Zur Freude der Fans.

„Wo singen die Fans am Niederrhein so schön“

Die waren dann auch maximal zufrieden mit dem Unterhaltungswert. „Wo singen die Fans am Niederrhein so schön – bei Borussia, bei Borussia“, intonierten sie nach dem zweithöchsten Heimsieg der Saison (vorn liegt das 4:0 gegen den VfL Wolfsburg) in der Schlussphase einen Nordkurven-Klassiker aus Bökelberg-Zeiten.

Ngoumou trug mit seiner Leichtfüßigkeit ordentlich zum Eventcharakter des Spiels bei, seine Körpersprache hat sich zuletzt deutlich verändert. „Ich habe versucht, immer nochmal ne Schippe draufzulegen, es ist eine Entwicklung da, das sehe ich auch, aber ich will natürlich weiter Fortschritte machen“, sagte Ngoumou. „Klar, ich komme am liebsten über die Außen, darum kommt mir das System, das wir jetzt gespielt haben, sicherlich entgegen.“

Gladbach: Neue Erfahrung für Nathan Ngoumou?

„Wir müssen jetzt so weitermachen, es kommen in den kommenden Wochen wichtige Spiele, bei denen wir uns wieder voll in den Kampf reinhauen müssen“, sagte Ngoumou. Wenn das denn gelingen würde am Samstag in Mainz, und wenn der Effekt derselbe wäre wie gegen Bochum, nämlich ein Sieg, dann wäre es für Ngoumou eine neue Erfahrung. Denn seit er 2022 nach Gladbach kam, gab es noch nie zwei Siege in Folge für die Borussen.

Bei dem gegen Bochum sammelte er zwei Scorerpunkte ein, nicht nur deswegen wurde er zurecht zum „Spieler des Tages“ gewählt. Seine Vorlage war dabei fast spektakulärer als sein Tor. Auch Reitz, nach Ngoumous Flanke Schütze des 3:0, hatte Spaß bei der Ansicht des Treffers auf dem Fernsehbildschirm in der Mixedzone und deutete dann auf seine Stirn nach dem Motto: Volltreffer.

Flanke auf Reitz „schon ein wenig fest geschossen“

Auch Ngoumou musste grinsen, als er darauf angesprochen wurde. „Ich wollte den Ball zu Rocco bringen, als er aber vom Fuß weg war, habe ich gemerkt, dass es schon ein wenig fest geschossen war. Aber im Endeffekt war es genau richtig so. Der Ball ging rein und alles ist gut“, sagte Ngoumou.

Auch das ist ein Fazit des Tages, hier illustriert durch Ngoumous übertrieben harte Hereingabe: Auch die Szenen, in denen es nicht bis ins Detail optimal lief, fielen zu Gunsten der Gladbacher aus. Spielglück gehört an solchen Tagen auch dazu.

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