Bei Borussias 4:2 gegen den BVB Farke freut sich über verschiedene Qualitäten seines Teams

Mönchengladbach · Zum Jahresabschluss gegen Borussia Dortmund gelang den Gladbachern ein überzeugendes Spiel, mit mutigem Ballbesitzspiel und Toren nach Kontern. Was Trainer Daniel Farke darüber hinaus gefiel und wie sein Fazit zum ersten Saisonteil ausfällt.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik gegen Dortmund
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Gladbach - Dortmund: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Bernd Thissen

Daniel Farke ließ der Mannschaft den Vortritt, so wie er es immer macht. Doch auch der Trainer bedankte sich – in zweiter Reihe stehend – bei den Fans nach dem spektakulären 4:2-Erfolg gegen Borussia Dortmund, mit dem die Gladbacher Borussen nun in die lange WM-Pause gehen. „Es war ein Top-Abend für uns, den wir gerne mitnehmen in die lange Zeit ohne Spiel. Wir sind hochzufrieden, dass wir einen so hochkarätigen Gegner wie den BVB in dieser Art und Weise schlagen konnten“, sagte Farke nach dem sechsten Sieg im achten Heimspiel der laufenden Saison.

Gerade an der ersten Halbzeit hatte Gladbachs Coach seine Freude – auch wenn das eigene Team da so manch brenzlige Situation überstehen musste: „Es war ein Spiel mit defensiven Fehlern, aber wenn man sich die Intensität und die Qualität der Offensivspieler anschaut, dann war das sicherlich Werbung für den deutschen Fußball, eine Halbzeit auf absolutem Topniveau.“ Und seine Mannschaft trug einen wesentlichen Teil zu diesem kurzweiligen Abend bei. Auf jeden Fall nutzte Gladbach die Möglichkeiten, die eine löchrige Dortmunder Abwehr bot, vor der Pause gnadenlos aus.

So schossen Jonas Hofmann, Ramy Bensebaini und Marcus Thuram eine zwischenzeitliche 3:1-Führung heraus. „Der BVB ist eine sehr gute Mannschaft im Ballbesitz, aber wir waren heute mutig und haben mit hoher Intensität und einer guten Laufleistung die Bälle gefordert, um das Dortmunder Pressing zu überspielen“, lobte Farke. So fiel beispielsweise auch das 1:0 durch Hofmann.

Dass sein Team letztlich nur auf 42 Prozent Ballbesitz kam, sei auch ein wenig dem Spielverlauf geschuldet gewesen, da Dortmund fast die ganze Zeit einem Rückstand hinterhergelaufen sei, erklärte Farke. Und da Gladbach eben auch im Konter große Stärken hat – so zu sehen beim 3:1 durch Thuram –, konnte der Coach sehr gut mit diesem Spielverlauf leben. „Wir sind die Fohlen, in unserer Tradition steht schon, dass wir konterstark sein dürfen. Ich habe auch nichts gegen hohe Konter-Qualität. Ich fand uns aber heute auch sehr gut im eigenen Ballbesitz. Wir waren mutig und haben die Bälle nicht wie in Bochum lang herausgeschlagen“, sagte Farke.

Auch dank des starken Jan Olschowsky im Gladbacher Tor ging Borussia mit einer Führung in die Halbzeit, nach dem Wechsel erhöhte sie durch Manu Koné gleich auf 4:2 und hätte weitere Tore folgen lassen können. „Natürlich hatte ich da ein wenig Sorge, da der BVB jederzeit zurückkommen kann. Und wir haben viele Chancen vergeben. Auf der anderen Seite hat es die Mannschaft in der Defensive top gemacht, wir hatten die Läufe der Dortmunder Achter im Griff und haben nichts mehr zugelassen“, lobte Farke.

Dass Gladbach 18 seiner 22 Punkte zuhause geholt hat, wollte der Coach nicht mehr groß zum Thema machen. „Es ist doch gut, dass wir den Borussia-Park wieder zu einer Festung gemacht haben. Aber wir können nicht den Anspruch haben, genauso auswärts zu punkten, dann wären wir mit sieben, acht Zählern Vorsprung Tabellenführer. Die Frage, ob wir daheim und auswärts zwei unterschiedliche Gesichter zeigen, bereitet mir kein Kopfzerbrechen“, betonte Farke, der nach dem gelungenen Abschluss des ersten Saisonteils ein positives Zwischenfazit zog.

Gladbach: Das gefiel Daniel Farke besonders beim 4:2 gegen Dortmund
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„Der Verein war in der vergangenen Saison lange im Abstiegskampf, mit einigen Klubs in der Liga können wir uns nicht messen. Wenn alles optimal läuft, können wir einstellig sein und vielleicht auf Platz sieben landen. Aber es hatte wohl kein anderes Team ein derart großes Verletzungspech“, fasste Farke zusammen – und fügte hinzu: „Wir stehen stabil da, haben viele Tore geschossen. Natürlich gibt es noch ein, zwei Punkte, an denen wir arbeiten müssen, so haben wir sicherlich ein paar Tore zu viel kassiert. Jetzt können wir uns erst mal über den guten Abschluss freuen.“

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