Borussias Daniel Farke nach dem 0:3 von Leipzig „Das ist schwer zu akzeptieren“

Leipzig · Es waren vor allem zwei Faktoren, die für Borussias Trainer Daniel Farke verantwortlich waren, dass Gladbach letztlich deutlich in Leipzig verlor. Wofür der Coach die Mannschaft trotz des 0:3 lobte – und womit er haderte.

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Lange Zeit hatte es nicht danach ausgesehen, als ob Borussia in Leipzig ihre dritte Auswärtsniederlage in Folge mit mindestens drei Toren Differenz würde hinnehmen müssen. Vielmehr hatte sie bis zum ersten Gegentor durch Timo Werner in der 57. Minute gar die besseren Chancen. Doch am Ende musste Trainer Daniel Farke wieder ein klares Ergebnis gegen das eigene Team kommentieren – was ihm verständlicherweise wenig Spaß bereitete.

„Dieses 0:3 ist hart und nur schwer zu akzeptieren, denn wir haben wirklich lange Zeit ein sehr gutes Auswärtsspiel bei einer Topmannschaft gemacht. Leistungsmäßig kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Farke – um allerdings auch hinterherzuschieben: „Bei einem 0:3 haben wir aber definitiv auch nicht alles richtig gemacht.“

Zunächst jedoch konnte Gladbachs Coach mit dem Auftritt seines Teams zufrieden sein. Borussia ließ in der ersten Halbzeit nur wenige klare Abschlussaktionen der Leipziger zu und hatte selbst im Umschaltspiel mehrmals die Gelegenheit, das erste Tor zu erzielen. Doch zuerst schoss Florian Neuhaus vorbei, dann vergab zweimal Marcus Thuram. „RB hat das Spiel mit viel Ballbesitz kontrolliert und viele Standardsituationen kreiert. Aber genauso haben wir mit unserer Kompaktheit gegen den Ball das Spiel kontrolliert. Und wir hatten Chancen, die Mannschaften nur ganz selten in Leipzig haben“, sagte Farke.

Doch Kapital daraus wusste Borussia nicht zu schlagen. Immerhin: In der Defensive stand sie zunächst stabil, die etwas abwartendere Haltung zahlte sich aus – wobei Farke durchaus gerne mehr als nur 27 Prozent Ballbesitz in den ersten 45 Minuten gehabt hätte. „Unsere personelle Situation ist schon angespannt, mit Jonas Omlin, Julian Weigl und Ramy Bensebaini fehlen wichtige Spieler. Deswegen wollten wir es ganz bewusst etwas kompakter und tiefer angehen. Aber ich hätte mir in der einen oder anderen Phase in der ersten Halbzeit schon etwas mehr Präzision und Ballsicherheit gewünscht“, sagte Farke.

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Präzise war auf jeden Fall der Konter, der zum Gladbacher Elfmeter führte, als David Raum den durchgestarteten Jonas Hofmann zu Fall brachte. Doch Alassane Plea scheiterte am Ex-Borussen Janis Blaswich. „Auf diesem Level gegen Topmannschaften musst du effektiv sein und kannst es dir nicht erlauben, fünf, sechs klare Situationen liegenzulassen“, monierte Borussias Trainer. Kurz darauf unterlief Manu Koné ein verhängnisvoller Ballverlust, der Timo Werner das 1:0 ermöglichte.

„Wir haben in dieser Szene versucht, das Spiel schnell zu machen mit einem schnellen Abwurf. Und man kann nicht drum herumreden: Manu Koné hat da einen total unnötigen Ballverlust. Das hat das Momentum des Spiels verändert, obwohl wir eine gute Reaktion gezeigt haben“, sagte Farke. Doch dann rundete Plea mit einem Foul im eigenen Strafraum seinen unglücklichen Auftritt in Leipzig ab. „Wir schenken den Elfmeter her mit einer Grätsche, wo es nichts zu grätschen gibt“, sagte Farke.

So waren für den Coach vor allem die fehlende Effektivität und hinten die „krassen individuellen Fehler“ ausschlaggebend für das klare Ergebnis, durch das Borussia in der Tabelle weiter an Boden verliert auf die Mannschaften, die sich zumindest noch Hoffnungen auf das internationale Geschäft machen können. Doch mit dem Rückstand auf den siebten Platz, der wahrscheinlich noch für die Play-offs zur Conference League reichen wir, wollte sich Farke in Leipzig nicht befassen.

Gladbach: Daniel Farke zu den Gründen für das 0:3 in Leipzig
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„Ich schaue als Fußballlehrer nicht so weit in die Zukunft, ich kann mir auch keine Ergebnisse backen. Du musst zusehen, dass du Leistung ablieferst – von Woche zu Woche. Auf Bundesliga-Level ist jedes Spiel schwierig, du musst immer bei 100 Prozent sein. Da lassen wir die Tabelle sich um sich selbst kümmern und konzentrieren uns darauf, so viele Punkte wie möglich zu erkämpfen“, sagte Farke. In Leipzig war sein Team eben in einigen Faktoren bei Weitem nicht bei 100 Prozent. Sonst hätte das Spiele sicherlich auch ganz anders ausgehen können.

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