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Gladbach: Daniel Farke schwärmt von Marcus Thuram - und will keinen Transfer

„Keine Anzeichen, dass er über andere Dinge nachdenkt“ : Borussia-Trainer Farke will Thuram nicht abgeben

Borussias Trainer hat im Trainingslager über Marcus Thuram gesprochen. Daniel Farke schätzt die Qualitäten des Offensivmannes sehr und geht davon aus, dass er den Verein nicht verlassen wird. Außerdem sagt er, warum er froh ist, dass seine Spieler Begehrlichkeiten wecken.

Nie darf man niemals sagen im Fußball, das weiß Daniel Farke, Borussias Trainer. Schon gar nicht, wenn es um den Transfermarkt geht, der immer seltsamere Blüten trägt. Deswegen hat Farke bei seinem Beispiel bezüglich Marcus Thuram auch absichtlich in die Utopie-Kiste gegriffen. „Wenn der FC Barcelona kommt und ein 180-Millionen-Euro-Angebot abgibt und man dann als Spieler und abgebender Verein darüber nachdenkt, das kann schon passieren. Ob aber so ein Angebot reinkommt, kann ich nicht sagen“, sagte Farke am Montag im Trainingslager der Borussen in Rottach-Egern, als er auf Thuram und die Gerüchte über dessen möglichen Abgang angesprochen wurde.

„Man kann nichts ausschließen und selbst Top-Top-Top-Spieler wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo wechseln manchmal den Klub, das passiert. Und es ist auch normal, dass manchmal Gerüchte aufkommen. Ich habe sogar lieber Spieler bei Borussia, die das Interesse anderer Klubs wecken, als Spieler, bei denen kein Klub sagt, die wollen wir haben. Wenn es Gerüchte gibt, zeigt das, dass es Spieler sind, die begehrt sind und Qualität haben“, sagte Farke.

Damit meinte er nicht nur Thuram, sondern auch Breel Embolo, der bei Monaco im Gespräch ist, und auch Torwart Yann Sommer, der mit dem OGC Nizza in Verbindung gebracht wird. Embolo und Sommer werden wie die anderen Spieler, die noch mit ihren Nationalteams unterwegs waren nach der Saison, in den nächsten Tagen im Trainingslager der Borussen am Tegernsee erwartet. Farke geht davon aus, dass nichts dazwischen kommen wird.

Auch was Thuram angeht, „habe ich gar keine Anzeichen, dass er über andere Dinge nachdenkt. Und wir haben von unserer Seite gar kein Bestreben ihn abzugeben, weil er für uns ein außergewöhnlicher Spieler ist und wir froh sind, dass wir so einen Spieler dabei haben, der die Raute präsentiert. Und ich bin froh einen Spieler mit so hoher Qualität, auch menschlich, im Kader zu haben“, sagte Farke und stellte damit klar: Er will Thuram behalten.

 Borussias Trainer Daniel Farke stellte sich am Montag in einer Presserunde den Fragen der mitgereisten Journalisten.
Borussias Trainer Daniel Farke stellte sich am Montag in einer Presserunde den Fragen der mitgereisten Journalisten. Foto: Dirk Päffgen

Er habe dies nicht eigens bei Manager Roland Virkus hinterlegt, schließlich habe Thuram einen laufenden Vertrag bis 2023. „Ich bin da oldschool in meinen Werten, ich habe meine Verträge von meiner Seite aus immer erfüllt. Das erwarte ich von meinen Spielern genauso. Und ein Transfer muss für alle Seiten ein gutes Geschäft sein“, sagte Farke.

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Wer den Sohn von Frankreichs Rekordspieler Lilian Thuram bei der Arbeit beobachtet, der stellt fest: Da ist einer, der Spaß und Freude hat. „Alle Spieler, die wir hier haben, haben die Chance, sich zu zeigen und zu beeindrucken. Marcus ist ein Spieler, den ich sehr schätze, der eine außergewöhnliche Qualität hat und das auch schon nachgewiesen hat“, sagte Farke. Dass Thuram in der vergangenen Saison ein Dauertief hatte, ist für Farke nicht alarmierend. „Dass man in einer Fußballerkarriere nicht ständig auf absolutem Top-Niveau spielen kann, ist doch normal. Wenn es so ist, kann das an vielen Dingen hängen, unsere Aufgabe ist es, ihn wieder dahin zu bringen“, sagte Farke.

Derzeit ist diesbezüglich wenig Arbeit nötig. Thuram machte im Urlaub Sonderschichten mit einem Fitnesscoach und wirkt extrem bereit. Das zeigte unter anderem das 4:2 in Essen, als er als zentrale Spitze zwei Tore selbst erzielte und den Elfmeter zum 3:1 herausholte.

„Ich erlebe Marcus im Moment total aufgeräumt, fokussiert und in einer guten körperlichen Verfassung. Er lacht viel, ist voller Energie und macht gar keine Anzeichen, dass er über andere Sachen nachdenkt. Er ist noch nicht bei 100 Prozent, wir sind aber dabei, ihn in eine Topverfassung zu bringen. Ich liebe es, mit solchen Spielern zusammenzuarbeiten und zu versuchen, das Maximum herauszukitzeln“, sagte Farke.

Er sieht Thuram eher in einer zentralen Position, dort, wo er auch in Essen spielte im 4-2-3-1. „Ich bin nicht so fokussiert auf eine Position. Aber Marcus hat unterschiedliche Qualitäten auf unterschiedlichen Positionen. Es ist wichtig, ihn auch in zentraler Position zur Geltung zu bringen. Er ist nicht der typische Flügelstürmer, der bis zur Eckfahne rennt und eine Flanke reinbringt. Marcus muss nah am Tor sein, und wenn er eingesetzt wird, hat er ein unfassbares Gefühl für Laufwege und das Verhalten in der Box. Aber er kann auch Spieler einsetzen und aus einer tieferen Position kommen“, sagte Farke. „Entscheidend ist, ihn dort in Position zu bringen, wo er seine ureigenen Qualitäten entfalten kann, dann hat er eine hohe Effizienz in seinem Spiel.“

Man darf sagen: Farke ist ein Fan von Marcus Thuram. Einem sensiblen Spieler wie Thuram wird das helfen, sich wieder anders aufzustellen in Gladbach. Es sei denn, es gibt das unablehnbare Angebot. Bei Farke indes dürfte die Schmerzgrenze recht hoch liegen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussias Chefetage verfolgt das Training am Tegernsee