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Gladbach: Daniel Farke hadert kaum mit Gegentor beim 9:1

„Total verdient“ : Farkes empathisches Hadern mit Gladbachs Gegentor

Das 9:1 gegen den SV Oberachern schien für Daniel Farke so etwas wie das perfekte Ergebnis gewesen zu sein. Das Gegentor sah Borussias Trainer zwar kritisch, er fand aber auch äußerst lobende Worte für den Underdog aus der Oberliga.

Diyar Kücük war 2018 der gefeierte Mann auf Platz 11 des Bremer Weserstadions. Kurz vor Schluss verkürzte er für den BSC Hastedt auf 1:11 und machte die Ziffer hinter dem Doppelpunkt der Ergebnisanzeige für den Fünftligisten beinahe vergessen. Es war damals Borussia Mönchengladbachs Rekordsieg im DFB-Pokal, und auch bei seinem zweithöchsten Erfolg im Wettbewerb ließ der Bundesligist den Gegner am Sonntag einmal jubeln. Diesmal gelang Nico Huber vom SV Oberachern beim 1:9 der Ehrentreffer zum 1:8, der für die Amateure buchstäblich einer war.

Und so fiel es Gladbachs Trainer Daniel Farke im Nachgang enorm schwer, ernsthaft mit dem verpassten Zu-Null-Spiel bei seiner Pflichtspielpremiere zu hadern. „Großes Kompliment, Fabian“, richtete er ein paar Worte an seinen Kollegen aus Oberachern, den erst 29-jährigen Fabian Himmel. „Deine Mannschaft hat einen sehr couragierten Auftritt hingelegt. Man konnte klar die Idee sehen und sie hat ein fantastisches Tor erzielt – von der Spieleröffnung des Torwarts bis zum perfekten ersten Kontakt und dem super Abschluss von Huber.“

Oberacherns Stürmer ließ Gladbachs Zugang Ko Itakura in der Szene leicht orientierungslos aussehen und Joe Scally zu spät kommen. Dass der studierte Maschinenbauer Huber gegen eine Abwehrkette agierte, die ausschließlich aus Nationalspielern bestand? In jener 61. Minute nicht zu sehen. „Ich hätte mir nicht nur das eine oder andere Tor mehr gewünscht, sondern auch eine bessere Tiefensicherung in der Szene. Aber die Jungs hatten es total verdient, das Tor zu erzielen und gefeiert zu werden“, zeigte sich Farke indirekt auch gnädig mit seinen eigenen Spielern.

Auf diese Viererkette im ersten Pflichtspiel hätte beim Antritt des neuen Trainers Ende Juni wohl kaum einer gewettet. Und das nicht nur, weil Itakura noch gar nicht verpflichtet war. Doch Verletzungen haben Farke in der Vorbereitung immer wieder zu Umbaumaßnahmen bis hin zu Improvisationen gezwungen. Die Abwehr um die Innenverteidiger Itakura und Nico Elvedi sowie die Außenverteidiger Scally und Ramy Bensebaini war im letzten Testspiel gegen Real Sociedad zum ersten Mal gemeinsam aufgelaufen.

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Dass Wechsel zum Bundesliga-Start gegen die TSG Hoffenheim theoretisch möglich sein werden, ist dennoch eine gute Nachricht. Denn Jordan Beyer machte das Training am Montag komplett mit, Marvin Friedrich absolvierte nach seinem Muskelfaserriss noch eine individuelle Einheit. Die personelle Inkonstanz in der Defensive war vergangene Saison ein großes Defizit. Mehr als 20 verschiedene Formationen setzte Farkes Vorgänger Adi Hütter ein. Auch das war ein Grund für 61 Gegentore.

Doch das eine gegen den Oberligisten Oberachern war zumindest auf der Pressekonferenz kein Grund für Farke, zu kritisch zu werden. Eher zollte er dem Gegner Respekt und sah im 9:1 seiner Mannschaft offenbar so etwas wie das fairste mögliche Ergebnis. „Wir hätten das eine oder andere Tor mehr machen können, aber irgendwie hatte der Gegner es verdient, dass es nicht zweistellig geworden ist. Das war eine tolle Leistung“, sagte Farke.

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