Borussias Ersatz-Cheftrainer Peintinger holt wichtige Punkte und macht eine Ansage

Mönchengladbach · Christian Peintinger holte als Vertreter des mit Corona infizierten Cheftrainers Adi Hütter einen wichtigen 2:0-Sieg für Borussia. Ob der „Co“ auch Freitag in Bochum in der ersten Reihe stehen wird, ist noch offen, da unklar ist, wann Hütter wieder fit ist.

 Christian Peintinger stand beim 2:0 gegen Hertha aushilfweise in der ersten Reihe.

Christian Peintinger stand beim 2:0 gegen Hertha aushilfweise in der ersten Reihe.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Christian Peintinger fühlte sich gut. 2:0 gewonnen hat Borussia im Krisengipfel gegen Hertha BSC bei seinem Debüt an der Linie, damit hat er seinen Job als Vertreter seines Chefs Adi Hütter optimal gemacht. Denn die drei Punkte, die Borussia damit einsammelte, sind enorm wichtig für ein bisschen mehr Ruhe im Abstiegskampf.

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„Ich genieße den Moment natürlich, weil es eine Ehre ist, hier an der Linie zu stehen mit diesem Publikum und in diesem Stadion. Und dann noch einen Sieg zu realisieren, das macht einen schon stolz“, gab der 54 Jahre alte Österreicher zu. Dass er seinem Chef damit in einer schwierigen Situation gute Dienste erwiesen hat, darf man annehmen. Für Hütter war es keineswegs angenehm, ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel nur Zuschauer sein zu können.

Dass Peintinger Erfolg kann, erzählt seine Biografie. Meister in der Schweiz ist er als Hütters Co-Trainer schon gewesen mit den Young Boys in Bern, hat mit Hütter bei Eintracht Frankfurt das Halbfinale der Europa League erreicht und zu diesem Husarenstück sogar mit einem 1:0-Sieg bei Inter Mailand beigetragen, als er Hütter schon mal vertreten musste, weil dieser gesperrt war. Und nun ist da dieser Sieg im Klassenkampf der Bundesliga, der den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte anwachsen lässt.

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Peintinger konstatierte, das Team habe das „Herz am rechten Fleck gehabt. Wir haben es richtig gut gemacht“. Ein Plus war die Kulisse. Über 30.000 Menschen waren im Borussia-Park, „das hat uns wirklich sehr geholfen“, gab Peintinger zu. Gerade als sich das Team nach der Pause wieder zu weit zurückzog, gab es Aufmunterung von den Rängen. Dass diese dann auch kam, hatten sich die Borussen erarbeitet mit einem engagierten Start. „Wir haben das Herz am rechten Fleck gehabt. Es war unser Plan, gut ins Spiel zu starten, mit Aggressivität, um die Fans hinter uns zu bringen“, berichtete Peintinger.

Es war nicht der einzige Plan, der am Samstag aufging. Auch die versammelte Wucht mit Breel Embolo, Alassane Plea und Marcus Thuram ganz vorn zahlte sich aus. „Die Wucht war die Idee und wir wollten den Gegner mit Speed anlaufen. Das ist uns gelungen“, sagte Peintinger mit zufriedenem Unterton. Zuletzt hatten die Borussen ihre Pläne selten so gut umsetzen können, im Gegenteil, siehe zuvor das 2:3 beim VfB Stuttgart.

„Wir haben gegenüber Stuttgart eine tolle Reaktion gezeigt“, hielt Peintinger fest. Und machte eine klare Ansage. „Wir müssen das jetzt bestätigen. Das Problem bei uns ist, dass wir nach guten Leistungen immer wieder in schlechte verfallen, in Lethargie. Das gilt es aufzuarbeiten. Wir müssen kontinuierlich gute Leistungen bringen Wir haben absolut das Potenzial dazu, das zu zeigen“, sagte der Assistent, der am Samstag der Chef war.

Zum zweiten Mal war das so in der Konstellation mit Hütter, zum zweiten Mal siegte er. Nebenbei fand Peintinger Zeit für einen Plausch mit dem Sky-Experten Lothar Matthäus, dem er Grüße eines gemeinsamen Bekannten übermittelte. Allerdings verlor er das Wesentliche nicht aus den Augen. „Wir sind noch lange nicht gerettet. Wir haben jetzt einen unangenehmen Gegner in Bochum, wo wir so dagegenhalten müssen wie jetzt gegen Berlin“, stellte er klar.

Ob er am Freitag, wenn Borussia beim VfL Bochum anritt (20.30 Uhr, Dazn), möglicherweise erneut der Mann an der Linie sein wird, ist noch offen. Hütter habe neben der Corona-Infektion auch eine Kehlkopfentzündung, teilte Peintinger mit. „Es geht ihm nicht ganz so gut, ich weiß nicht, wann er wieder zurück sein wird“, sagte er. In der Chefrolle zu siegen, „daran könnte ich mich gewöhnen“, gab er zu. „Wenn Adi ausfällt, springe ich ein und gebe mein Bestes“. So wäre es bei Bedarf auch in Bochum.

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