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Gladbach: BVB-Trainer Marco Rose lange in der Kabine - Banner und Pfiffe

Rückkehr des Ex-Trainers : Borussia-Fans mit Pfiffen und deutlichen Botschaften gegen Rose

Bis zum Anpfiff verharrte BVB-Coach Marco Rose in der Kabine, dann musste er sich einem Pfeifkonzert im Borussia-Park stellen. Gladbachs Ultras hatten in der ersten Hälfte noch ein paar Botschaften an ihren Ex-Trainer. Der fuhr als Verlierer zurück nach Dortmund.

Marco Rose ließ sich Zeit, und wenn er sich noch etwas mehr Zeit gelassen hätte, hätte er den Anpfiff des Spiels seiner Mannschaft verpasst. Dass die seit dieser Saison Borussia Dortmund und nicht mehr Borussia Mönchengladbach heißt, war unter der Woche bereits ausgiebig thematisiert worden, denn Roses kehrte am Samstag zurück nach Gladbach, wo er von 2019 an zwei Jahre Trainer gewesen war.

Aufgrund der Geisterspiele hatte Rose drei Monate nach seiner Abschiedsankündigung ohne Publikumsverkehr im Borussia-Park gearbeitet. Mit entsprechender Spannung war erwartet worden, welchen Empfang ihm die Gladbach-Fans bereiten würden. Bis 18.30 Uhr lautete die Antwort: fast gar keinen. Lediglich ein paar Beleidigungen waren aus dem Zentrum der Nordkurve zu hören, mit denen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp häufig bedacht wird, die an dieser Stelle aber nicht wiederholt werden sollen. Bei der Vorstellung der gegnerischen Mannschaft fiel auf, dass der Name des Ex-Trainer, wie im August bei der Mitgliederversammlung, verschwiegen wurde.

Wenige Sekunden vor dem Anpfiff kam Rose dann hinter seinem Co-Trainer Alexander Zickler, den er mit nach Dortmund genommen hatte, aus dem Tunnel. Alle Interviews zuvor hatte Rose aus den Katakomben gegeben. Von den Rängen erschallte eines der lauteren Pfeifkonzerte im Borussia-Park, obwohl der nur mit 25.000 Zuschauern gefüllt war. Und während sich einige Fotografen vor der Dortmunder Bank aufbauten, packte Rose erst mal in Ruhe ein paar Bälle ins Netz.

Der Fokus der Fans lag bald auf dem sportlichen Geschehen auf dem Rasen. Nach knapp 20 Minuten entrollten die Ultras von Sottocultura dann zwei an Gladbachs Ex-Trainer gerichtete Banner. „Marco Rose: Geheuchelte Identifikation und falsche Versprechen“, war auf dem ersten zu lesen. Und auf dem zweiten: „Kein Söldner steht über dem Verein, du charakterloses Schwein!“ Eine Botschaft kurz vor der Pause galt dann schon nicht mehr Rose, sondern dem eigenen Verein und Topspiel-Zuschlägen auf Tickets.

Rose selbst vorab versucht, sich als Teflon-Trainer zu präsentieren. „Die Geschichten, die drum herum entstehen oder gemacht werden, versuche ich auszublenden. Damit fahre ich ganz gut“, sagte der 45-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Ich konzentriere mich aufs Wesentliche, das ist das Spiel.“ Dass er den Gegner gut kennt, sieht Rose nicht zwangsläufig als Vorteil. „Die Jungs kennen mich ja auch ganz gut. Deshalb wird es spannend, wie sich das Spiel entwickelt“, so der BVB-Trainer.

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Schon in der ersten Hälfte entwickelte es sich für Dortmund äußerst schlecht: Denis Zakaria brachte Gladbach in Führung, Ex-Fohlen Mo Dahoud sah auf Seiten des BVB die Gelb-Rote Karte. Das 1:0 hatte bis zum Ende Bestand. „Nebenher freue ich mich auf eine Menge Leute, die sich womöglich auch freuen, mich zu sehen“, hatte Rose vorher gesagt. Direkt nach dem Abpfiff führte sein erster Weg tatsächlich zu seinen Ex-Spielern, denen er zum Sieg gratulierte - Rose selbst musste bei seiner Rückkehr allerdings als Verlierer nach Hause fahren. „Auf ein paar Dinge kann man sich einstellen“, zog er ein Fazit seines Empfangs. „Für mich ist grundsätzlich alles versöhnlich. Wir haben die Champions League erreicht, das Champions-League-Achtelfinale. Ich hatte hier eine tolle Zeit und habe mich für einen anderen Weg entschieden.“ Aber eine eindringliche Forderung hatte er auch: „Machen wir doch einfach einen Haken dran, es reicht jetzt.“

(jaso)