„Klare Rote Karte“ Nicht nur Sabitzers Elfmeter sorgt im Borussen-Duell für Diskussionsstoff

Mönchengladbach · Dortmunds Marcel Sabitzer hatte den Elfer bereits verwandelt, doch dann wurde die Entscheidung zurückgenommen. Auch in weiteren Szenen stand Schiedsrichter Florian Badstübner beim 2:1-Sieg des BVB im Mittelpunkt. Roland Virkus war vor allem mit einer Sache nicht einverstanden.

Gladbachs Torwart Jonas Omlin (r.) war mit dem Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner nicht einverstanden.

Gladbachs Torwart Jonas Omlin (r.) war mit dem Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner nicht einverstanden.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Marcel Sabitzer lief nach seinem verwandelten Elfmeter in der 50. Spielminute jubelnd Richtung Dortmunder Fankurve – im Glauben, gerade das vorentscheidende 3:1 für den BVB gegen Borussia Mönchengladbach erzielt zu haben. Doch das dritte Sabitzer-Tor an diesem Nachmittag zählte nicht, Schiedsrichter Florian Badstübner pfiff Sabitzer zurück. Der wiederum hatte zuvor einen weiteren Pfiff wahrgenommen, der ihn zur Ausführung des Strafstoßes veranlasste.

„Marcel war sich sicher, dass gepfiffen wurde. Ich glaube, nicht nur er. Alle Spieler drumherum haben sich so verhalten, als sei gepfiffen worden. Aber der Vierte Offizielle hat uns sofort informiert, dass es keinen Pfiff gab und dass er sich das noch mal anschaut“, sagte BVB-Coach Edin Terzic nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft im Borussia-Park.

Kuriose Elfer-Szene: Sabitzer hört Pfiff und trifft

Was bei allen Beteiligten vor allem für Verwirrung gesorgt hatte: Badstübner entfernte sich vom Ball, den Sabitzer auf den Elfmeterpunkt gelegt hatte und wies die Spieler daraufhin, nicht die Strafraumgrenze zu übertreten. Alles schien für die Ausführung bereit. Doch während Badstübner die Hand nach oben hielt, um zu signalisieren, dass die Entscheidung noch geprüft werde, lief Sabitzer an und schoss den Ball an Jonas Omlin vorbei ins Tor. „Ich dachte mir, dass ich lieber mal mitspringe“, sagte Omlin. Sabitzer schilderte seine Wahrnehmung wie folgt: „Lautes Stadion, viele Zuschauer – und da war ein Pfiff. Ich habe 100 Prozent einen gehört, aber ich habe mir mittlerweile versichern lassen, dass das von der Tribüne war.“

„Schlussendlich hat der Videoassistent korrekt gehandelt“, sagte Omlin, der vor dem Zusammenprall mit Karim Adeyemi den Ball aus dem Strafraum gefaustet hatte. Badstübners Entscheidung, den Elfmeter nach dem Ansehen der Videobilder zurückzunehmen, war daher korrekt.

Bei zwei weiteren Szenen war Gladbachs Nathan Ngoumou jeweils involviert. Der Offensivspieler hatte Glück, dass er nach dem Foul von Ian Maatsen in der Anfangsphase des Borussen-Duells überhaupt weiterspielen konnte, der Dortmunder hatte ihn oberhalb des Knöchels getroffen, Badstübner zückte Gelb. „Das ist für mich, auch wenn der Spieler von vorne kommt, eine klare Rote Karte. Das habe ich dem Schiedsrichter gesagt“, sagte Gladbachs Sportchef Roland Virkus. „Für den Schiedsrichter war es kein bewusstes grobes Foulspiel, aber das sehe ich anders“, sagte Virkus und betonte: „Das ist aber nicht der Grund für die Niederlage.“

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Borussia - Dortmund: die Fohlen in der Einzelkritik

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Badstübner entscheidet 50:50-Szene pro Maatsen

Über eine Rote Karte hätten sich die Dortmunder nicht beschweren dürfen – eine 50:50-Szene, für die es in den vergangenen Wochen den einen oder anderen Platzverweis in der Bundesliga gegeben hat. Hätte Badstübner die Situation anders gewertet, wäre es aus Richtung des VAR wohl ruhig geblieben – und Dortmund wäre früh nur noch zu zehnt auf dem Platz gewesen. In Unterzahl beendete der BVB die Partie schließlich trotzdem, Adeyemi sah in der 55. Minute nachvollziehbar Gelb-Rot für ein Halten an Stefan Lainer.

Ebenso wenig diskutabel, aber aus Gladbacher Sicht völlig unnötig, war Ngoumous Foul an Nico Schlotterbeck in der 27. Minute, aus dem das zwischenzeitliche 0:2 resultierte. Ngoumou war Schlotterbeck ungeschickt auf den Fuß gestiegen, eine unstrittige Szene, wenngleich sie im Gladbacher Lager für Ärger aufgrund des späten Falls von Schlotterbeck sorgte.

Dass Badstübner den Dortmundern keinen Anstoß-Pfiff mehr gab, das hatten sich die Gladbacher schlussendlich selbst zuzuschreiben. Denn selbst in Überzahl erspielten sie sich in der zweiten Halbzeit zu wenig Chancen, der eingewechselte Tomas Cvancara vergab per Kopf die wohl aussichtsreiche Gelegenheit auf den Ausgleichstreffer, der Gladbach zumindest sechs Punkte vom Relegationsplatz ferngehalten hätte.

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