Vor Duell mit Köln Borussia fehlt einiges zu echter Heimstärke

Mönchengladbach · Borussia hat keines der vergangenen vier Heimspiele verloren, von wirklicher Stabilität im eigenen Stadion kann allerdings noch keine Rede sein. Das verdeutlichen mehrere Zahlen. Trainer Adi Hütter war derlei Schwächen schon gar nicht mehr gewohnt.

Borussia Mönchengladbach: Startelf gegen TSG 1899 Hoffenheim
24 Bilder

So könnte Borussias Startelf in Hoffenheim aussehen

24 Bilder
Foto: dpa/Federico Gambarini

Yann Sommers spektakuläre Doppelparade gegen Jonathan Burkardt und Jae-Sung Lee in den Schlussminuten gegen den FSV Mainz 05 hat es Borussia zu verdanken, dass aus einer Miniserie doch noch etwas Größeres werden kann. Denn durch das am Ende glückliche 1:1 sind die Gladbacher nun seit vier Heimspielen ohne Niederlage. Doch nicht nur aufgrund der Tatsache, dass Mainz in der Schlussphase dem Sieg deutlich näher war, kann von neuer Stabilität im eigenen Stadion noch nicht die Rede sein.

Beim 3:2 gegen den FC Augsburg musste in den Schlussminuten unnötig gezittert werden, beim 2:2 gegen Wolfsburg war Gladbach zunächst klar auf der Verliererstraße, zeigte indes Moral und hätte beinahe noch gewonnen, das 2:0 gegen Berlin ging ob einer dominanten ersten Halbzeit in Ordnung. Doch die Aufzählung zeigt, dass sich Borussia in den kommenden Partien zu Hause steigern muss – zumal in den vergangenen Wochen keine Topgegner zu Gast waren.

Gegen die hatte Gladbach in der Hinrunde daheim gut ausgesehen. Generell startete Trainer Adi Hütter mit seiner neuen Mannschaft ordentlich im eigenen Stadion – nach sechs Liga-Heimspielen standen vier Siege und zwei Unentschieden in der Bilanz, hinzu kam die 5:0-Gala gegen die Bayern im Pokal. Es folgte der Einbruch mit vier Heimpleiten im Dezember und Januar in Folge, von denen sich die Mannschaft mittlerweile erholt hat. Doch die Heimbilanz ist damit wie die gesamte Saison der Borussia – ernüchternd und mit viel Luft nach oben.

Um zu alter Heimstärke zu finden, braucht es dagegen mehr überzeugende Auftritte und bestenfalls einmal ein paar Siege am Stück – es müssen ja nicht gleich zwölf sein: So viele hatte Borussia unter Trainer Dieter Hecking bis Ende Januar 2019 aneinandergereiht und damit einen Jahrzehnte-alten Vereinsrekord eingestellt. Auch im ersten Jahr unter Marco Rose gab es eine Serie von acht Dreiern daheim am Stück. Doch die Spielzeit darauf lief auch zu Hause nicht mehr wie gewünscht: Borussia wurde Achter in der Heimtabelle und kassierte insgesamt fünf Niederlagen.

Immerhin gelangen in der ersten Jahreshälfte 2021 noch zweimal drei Siege in Folge, das ist dem Hütter-Team bislang noch nicht gelungen. Der neue Coach musste sich derweil erst wieder an solche Heimschwächen gewöhnen. Zwar hatte er in seinen ersten beiden Jahren bei der Frankfurter Eintracht auch nur mittelmäßige Heimbilanzen vorzuweisen, im dritten Jahr jedoch gelang ihm mit der Mannschaft das seltenes Kunststück, eine ganze Spielzeit ungeschlagen zu bleiben.

In Gladbach ist eine solche Stabilität noch ein arg kleines und zartes Pflänzchen bei derzeit vier Spielen ohne Niederlage. Drei Heimpartien bleiben noch bis zum Saisonende, nach dem anstehenden Derby gegen den 1. FC Köln kommen RB Leipzig und 1899 Hoffenheim noch in den Borussia-Park – starke Gegner mit viel Offensivpower. Da dürfte einiges zukommen auf die Defensive, die schon jetzt den Höchstwert an Heimgegentoren innerhalb einer Saison seit der geglückten Relegation 2011 zugelassen hat (22 Treffer in 14 Spielen). Echte Heimstärke liest sich anders.

Gladbach: Bilanz im Borussia-Park unter Adi Hütter weiter ausbaufähig
Foto: Ja/Dirk Päffgen

Ein Hoffnungsschimmer dürfte die Rückkehr der Fans sein, seit dem Mainz-Spiel darf der Borussia-Park wieder komplett gefüllt werden. Gegen den FSV machte sich die Unterstützung noch nicht nachhaltig positiv auf dem Rasen bemerkbar. Vielleicht kommt das Derby in dieser Hinsicht zur rechten Zeit.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort