Plea verletzt, Gelbsperren gegen Bochum Borussia wird ihre Personalprobleme nicht los

Leipzig · Mit zwei Ausfällen war vor dem Spiel bei RB Leipzig gerechnet worden, unterm Strich wurden es sechs. Vor allem Alassane Plea bereitet Borussia weiterhin Sorgen. Nächste Woche kommt ein Sperrenproblem dazu, das im wahrsten Sinne noch nicht ausgesessen ist.

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Foto: dpa/Robert Michael

Gerardo Seoane hatte eine Vorahnung, als er auf der Pressekonferenz am Donnerstag die große Auswahl an Innen- und Außenverteidigern lobte, aber gleich ergänzte: „Der eine oder andere Spieler wird sicher bald mal gesperrt sein.“ Borussias Trainer verwies auf die erhebliche „Karten-Akkumulation“ seiner Mannschaft. Das war fast hellseherisch: Nico Elvedi und Ko Itakura häuften bei der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig bereits in der ersten Hälfte ihre jeweils fünfte Gelbe Karte an, der Schweizer und der Japaner werden am kommenden Samstag gegen den VfL Bochum gesperrt fehlen.

An Routine mangelt es den Borussen nicht, wenn es in dieser Saison darum geht, Schlüsselspieler zu ersetzen. Sportchef Roland Virkus machte vor dem Leipzig-Spiel im Interview mit unserer Redaktion die vielen Ausfälle als Fortschrittsverhinderer aus. „Wir wollten weiter sein“, gab Virkus mit Blick auf die Gesamtwicklung zu. „Aber ein paar Dinge, die nicht absehbar waren, beeinflussen die Bewertung. Zum Beispiel, ob der komplette Kader zur Verfügung steht, welche Spieler ausfallen und ob man entsprechend Abläufe erarbeiten kann.“ Kaum einmal habe Borussia mal mit der gleichen Aufstellung spielen können.

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Alassane Plea leidet unter Knochenprellung

Seinen Punkt illustrierte Virkus mit einem Verweis auf die Angreifer. Tomas Cvancara fehlt ohnehin seit Wochen und hat seinen Rhythmus im Grunde bereits im September verloren, Jordan Siebatcheu muss seit Anfang November immer wieder passen. Er war immerhin einsatzbereit in Leipzig und hielt bis zum Ende durch – allerdings verfehlte Jordan mit all seinen vier Versuchen das Tor. Dagegen war Alassane Plea, anders als vor ein paar Tagen erwartet, erst gar nicht dabei. „Er hatte zwei Tage vor dem Spiel wieder verstärkt Schmerzen und konnte am Abschlusstraining nicht teilnehmen“, sagte Seoane. „Es ist keine neue Verletzung, sondern die starke Knochenprellung aus dem Stuttgart-Spiel.“

So richtig erklären können sich die Borussen den langwierigen Heilungsprozess nicht, auch eine Prognose wagen sie nicht. Doch nach den mehrwöchigen Versuchen, Plea dosiert an die volle Belastung heranzuführen, könnte nach dem erneuten Scheitern nun erst einmal angesagt sein, den Schlüsselspieler der Offensive komplett zu schonen. „Alassane Plea zeigt immer sofort, welchen Unterschied er machen kann. Auch Florian Neuhaus kann das und muss das noch mehr zeigen“, sagte Virkus im Interview. Doch in Leipzig stand Neuhaus ebenfalls nicht zur Verfügung, muskuläre Probleme verhinderten einen Einsatz. Weitere Ausfälle waren Christoph Kramer und Tony Jantschke, beide krankheitsbedingt, dazu Stammtorwart Jonas Omlin, den Moritz Nicolas erneut hervorragend vertrat.

Also kehrten Shio Fukuda, Grant-Leon Ranos und Fabio Chiarodia in den Kader zurück, die vergangene Woche alle für die U23 aufgelaufen waren. Sie dürften auch gegen Bochum bei den Profis benötigt werden, denn mit Plea ist dann kaum zu rechnen, hinzu kommen die beiden Sperren, das Fragezeichen hinter Neuhaus und mehrere Borussen, bei denen in Sachen Belastungssteuerung genau hingesehen werden muss. Rocco Reitz, der zuletzt Schambeinprobleme hatte, stand erstmals seit vier Wochen wieder in der Startelf. „Mir geht es gut“, versicherte Borussias Shootingstar dieser Saison.

Borussia Mönchengladbach: Weitere Gelbsperren drohen

Reitz gehört zu den Spielern, die sich bei der „Karten-Akkumulation“ bislang zurückgehalten haben, er steht bei einer Verwarnung, genau wie Max Wöber, Robin Hack und Jordan, zweimal Gelb gesehen hat Luca Netz, siebenmal Julian Weigl. Dagegen sah Manu Koné in Leipzig die vierte Gelbe, so viele hat Joe Scally schon eine Weile auf dem Konto. Dieses Thema wird Gladbach also weiter begleiten.

Und so setzen die Borussen in der schwierigsten Situation der Spielzeit auch darauf, dass die Verletzungssorgen irgendwann schwinden. „Wir haben uns nie beschwert, aber das sind Fakten, die eine Rolle spielen. Wenn alle Jungs zur Verfügung stehen, sind wir in der Breite besser aufgestellt als vergangene Saison“, betonte Virkus. „Aber wenn wir die Breite im Kader nicht zur Verfügung haben, wird es schwieriger, Stabilität in die Mannschaft zu bekommen.“

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