1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Gladbach: Adi Hütter schadeten besonders die Derby-Pleiten gegen Köln

Borussias Erzrivale : Wie ausgerechnet der 1. FC Köln zur Hütter-Trennung beitrug

Mit der ersten Niederlage gegen den 1. FC Köln rutschte Borussia in die Problemzone, die zweite überschattete die beste Phase der Saison entscheidend. „Die Derby-Niederlagen tun weh“, gab Borussias nun Ex-Trainer Adi Hütter zu. Dabei wurde ein einzelner Pass zum neuralgischen Punkt.

Schaut man auf die Bundesliga-Tabelle der letzten neun Spiele, erscheint die Trennung Borussias von Trainer Adi Hütter durchaus luxuriös. 18 Punkte holte Gladbach in dieser Zeit und erwirtschaftete dabei eine Torbilanz von 20:10. Das macht Platz vier in diesem Abschnitt der Saison, den Union mit 20 Punkten anführt. Hinten raus war Borussia also auf Königsklassenkurs, das 5:1 gegen 1899 Hoffenheim, der höchste Sieg dieser Bundesliga-Saison, war ein krönender Abschluss.

Auch das erste Drittel der Saison war absolut in Ordnung, diese Phase endete ebenfalls mit einem Kantersieg: 4:0 gegen Fürth. Ebenfalls 18 Punkte gab es bis zum 12. Spieltag, und 17:14 Tore. Das war Platz neun, nur drei Punkte trennten die Borussen von den Champions-League-Rängen. Fasst man das erste und letzte Drittel der Saison zusammen, ist da ein Punkteschnitt von 1,71, der hochgerechnet auf 34 Spieltage mindestens für die Europa-League gereicht hätte.

In der Mitte der Saison entsprang somit das Problem. Und ausgerechnet das 1:4 im Derby beim 1. FC Köln war der Einstieg in die Problemzone, mit einem Sieg hätten sich die Gladbacher klar nach oben orientiert. Und im Grunde waren es in dem Spiel wiederum vor allem die letzten 15 Minuten. Borussia hatte zum 1:1 ausgeglichen, doch kurz darauf brachte der nervöse Pass des eingewechselten Florian Neuhaus, der Mark Uth das 2:1 ermögliche, die Niederlage auf den Weg. Diese 77. Minute des Derbys war ein neuralgischer Punkt dieser Saison.

Borussia, die mit dem 1:4 aus der fast schon heiligen Einstelligkeit rutschte und nicht wieder reinkam, brach nach dem Derby-Schock ein und kam im Grunde erst mit dem 2:0 gegen Hertha BSC wieder auf die Beine. Die Zeit vom 13. bis 25. Spieltag war verheerend: neun Punkte, 17:37 Tore, Gladbach ist Letzter in der Tabelle dieses Abschnitts, in dieser Phase war Hütters Borussia nicht Bundesliga-tauglich. Und in der Krise wurde wohl auch offenbar, dass es um die Chemie zwischen Team und Trainer nicht gut bestellt war.

Dass die Kölner auch in der besten Phase der Saison mit ihrem 3:1 im Borussia-Park für die einzige Niederlage sorgten und damit die Stimmung in Gladbach zum Sieden brachten, lässt die These zu, dass gerade der Erzrivale entscheidend zum frühen Scheitern der Geschichte zwischen Borussia und Hütter beigetragen hat. Hütter nannte dann auch die beiden verlorenen Spiele gegen Köln als Faktoren, die das Gesamtbild in der Analyse extrem mit beeinflusst haben.

„Es ist schade und es tut mir leid, dass wir die Erwartungen sowohl von meiner Seite als auch vom Klub nicht erfüllen konnten, speziell die beiden Derby-Niederlagen tun weh, sonst wäre die Bilanz der letzten neun Spiele sehr, sehr positiv. Ich hätte lieber ein anderes Spiel verloren als das gegen den 1. FC Köln“, sagte Hütter.

  • Hofmann und Plea vorne : Borussias Scorerliste 2021/22
  • Adi Hütter hört auf als Trainer
    Trennung nach nur einem Jahr : Trainer Adi Hütter verlässt Borussia
  • Hütter-Nachfolger gesucht : Borussias Anforderungs-Profil spricht enorm für Favre

Schon bei Lucien Favre, der 2015 nach einem 0:1 beim 1. FC Köln zurücktrat, und Marco Rose, der eine Woche nach einem 1:2 im Derby seinen Abschied ankündigte, hatten Niederlagen gegen die Kölner in den vergangenen Jahren extrem zu Problemsituationen mit Trainern in Gladbach beigetragen. Hütter, der als erster Borussen-Coach seit Wolf Werner vor 34 Jahren beide Derbys einer Saison verlor, reiht sich ein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Trainer könnten Hütter-Nachfolger bei Borussia werden