Offizielle Gladbach-Absage Yann Sommer darf im Winter nicht zum FC Bayern wechseln

Exklusiv | Mönchengladbach · Es war das Thema der Woche: Wechselt Yann Sommer im Winter zum FC Bayern? Die offizielle Antwort lautet: nein. Wie unsere Redaktion exklusiv erfuhr, hat Borussia dies dem Rekordmeister inzwischen mitgeteilt.

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Foto: jdp/Jens Dirk Paeffgen

Tag für Tag hatten alle Beobachter am Borussia-Park in dieser Woche genau hingesehen: Erscheint Yann Sommer auf dem Trainingsplatz oder hat sich ein möglicher Wechsel zum FC Bayern so konkretisiert, dass Borussias Torwart schon nicht mehr da ist? Jeden Tag kam Sommer durch die Tür und ging wie gewohnt seiner Arbeit nach. Dass er am Samstag beim 2:0-Testspielsieg gegen den VfB Oldenburg nicht im Tor stand, war für die Fans ebenfalls kein Grund, beunruhigt zu sein – Sommer setzt im ersten Testspiel der Vorbereitung fast traditionell aus.

Und wie unsere Redaktion erfuhr, hat der Verein einen Winter-Transfer des Schweizers nun auch offiziell ausgeschlossen. Angesprochen auf die aktuelle Situation sagte Sportdirektor Roland Virkus: „Wir werden Yann Sommer nicht abgeben. Das haben wir den Bayern auch so mitgeteilt.“

Am Freitag hatte sich Trainer Daniel Farke bereits deutlich zu der Thematik geäußert. „Yann kennt meine Meinung. Und Yann ist auch erfahren genug, um mit solchen Spekulationen umzugehen, er trainiert jeden Tag hochprofessionell“, sagte Farke. Nach dem Duell mit Oldenburg sagte Farke einen Tag später außerdem: „Es ist geplant, dass er in den letzten beiden Testspielen zum Einsatz kommt.“ Am Mittwoch trifft Borussia auf Arminia Bielefeld, drei Tage später auf den FC St. Pauli.

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Nach Informationen unserer Redaktion war es nie Borussias Bestreben, ihren langjährigen Stammtorwart an die Münchner zu verkaufen, die weiterhin einen Vertreter für den verletzten Manuel Neuer suchen, der bis zum Saisonende mit einem Unterschenkelbruch ausfällt. Sommer war zum Top-Favoriten der Bayern geworden, weil sie Sven Ulreich, ihrer Nummer zwei, den Job über solch einen Zeitraum und auf dem allerhöchsten Niveau – möglicherweise bis ins Champions-League-Finale – nicht mehr zutrauen. Alexander Nübel, der designierte Neuer-Nachfolger, ist an die AS Monaco verliehen. Doch weder der 26-Jährige noch der Verein aus der französischen Ligue 1 haben Bestrebungen, das Leihgeschäft vorzeitig zu beenden. Andere externe Lösungen sind bislang zu teuer.

Sommer war nicht nur aufgrund seiner konstant starken Leistungen und seiner Fähigkeiten mit dem Ball am Fuß in den Fokus geraten. Der auslaufende Vertrag des 34-Jährigen weckte beim FC Bayern die Hoffnung, einen vergleichsweise günstigen Neuer-Ersatz zu bekommen. Borussia wiederum blockierte einen möglichen Wechsel nicht kategorisch, allein in Anerkennung der Verdienste Sommers seit 2014. Mit dem Schweizer im Tor erreichte Gladbach dreimal die Champions League.

Doch nach unseren Infos sind sportlich und finanziell adäquate Lösungen in der Winter-Transferperiode nicht umsetzbar. Die „Bild“ berichtete über ein Interesse an Jonas Omlin (28) von HSC Montpellier, „Sky“ brachte Philipp Köhn (24) von Red Bull Salzburg ins Gespräch – beide sind ebenfalls Schweizer, beide sind im Winter aber nicht loszueisen von ihren Vereinen. Deshalb muss Sommer seinen Vertrag erfüllen. Was anschließend passiert, ist nicht final entschieden. Sommer hat allerdings seit geraumer Zeit ein unterschriftsreifes Angebot zur Verlängerung vorliegen.

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Foto: dpa/Federico Gambarini

„Natürlich gibt es Schlüsselspieler mit schwierigen vertraglichen Situationen für den Verein, aber die medialen Nebengeräusche sind doch normal“, sagte Borussias Kapitän Kostenpflichtiger Inhalt Lars Stindl im Interview mit unserer Redaktion, äußerte aber auch den Wunsch: „Irgendwann Richtung Liga-Start und Ende der Transferperiode sollten wir dann mehr Ruhe reinbekommen.“

In der Causa Sommer will Borussia dies mit der Absage an den FC Bayern erreichen. Der Rekordmeister muss sich anderweitig umschauen. Es müsste schon ein Angebot in Gladbach eintrudeln, das gemeinhin als „unmoralisch“ bezeichnet wird, damit Sommer bis zum 31. Januar doch noch mal ein Thema auf dem Transfermarkt wird.

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