„Das geht mir gegen den Strich“ Nicht nur Borussias Fans sind angefressen nach dem 0:4 in Mainz

Mainz · Nur eine Woche nach dem Sieg gegen den FC Bayern erlebt Borussia Mönchengladbach die nächste 180-Grad-Wende. Worauf Manager Roland Virkus seine Kritik nach dem 0:4 in Mainz fokussierte und was die Protagonisten auf dem Rasen zur Pleite sagten.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik zum 0:4 in Mainz
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Mainz - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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„Wir woll’n euch kämpfen seh’n!“, riefen die mitgereisten Gladbach-Fans nach dem 0:4 gegen den FSV Mainz 05. Die Profis standen vor dem Gästeblock und ließen die Unmutsbekundungen über sich ergehen. In der Interviewzone ging Jonas Hofmann vorbei und erklärte seine Absage knapp, aber präzise: „Sonst sage ich noch etwas Falsches.“ Gesagt war damit bereits einiges, die Borussen fuhren angefressen und enttäuscht nach Hause, und auch ein wenig ratlos. „Da fehlen mir ein bisschen die Worte. Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Auswärtsspiel gemacht gegen starke Mainzer mit Selbstvertrauen“, sagte Stefan Lainer.

0:1 stand es zur Pause und vier Minuten nach Wiederanpfiff bereits 0:2 – obwohl die Partie unterbrochen werden musste, weil Pyro-Rauch aus dem Gladbacher Block das Spielfeld zugenebelt hatte. „In der Kabine hatte ich wirklich ein positives Gefühl, dass wir das drehen werden. Dann geht es Schlag auf Schlag und es steht 3:0 für Mainz“, sagte Lainer. „Dass wir so auseinanderbrechen, ist schwierig zu erklären und darf nicht sein. Es tut mir extrem leid für unsere Fans, die uns wieder super unterstützt haben.“

Bereits vor zwei Wochen waren sie bedient nach Hause gefahren, nach einem 1:4 gegen Hertha BSC. Nun kassierte Borussia erneut vier Treffer, zwei Auswärts-Klatschen rahmen den 3:2-Heimsieg gegen den FC Bayern ein. 39 Gegentore in 22 Spielen sind auf die gesamte Saison hochgerechnet 60. „Es geht erst mal ums Verteidigen. Wenn man sieht, was für Tore wir fressen, ist das für mich unerklärlich“, sagte Sportdirektor Roland Virkus. „Fußball ist ein Fehlersport. Wer mehr macht, verliert das Spiel. Und wir machen so dumme Fehler, das geht mir gegen den Strich.“

Christoph Kramer und Daniel Farke sagten beinahe wortgleich: „Wenn du 0:4 verlierst, macht es keinen Sinn, über irgendetwas Positives zu sprechen.“ Die ersten 45 Minuten kamen trotz des Rückstands aber noch ganz gut weg in der Bewertung der Protagonisten. „Wir haben gegen eine gute Mannschaft, die gerade eine gute Phase hat, eine gute erste Hälfte gespielt. Was nicht passieren darf, ist, dass wir so rauskommen. Das hat uns gekillt. Schon vor der Unterbrechung hätte es einmal klingeln können“, sagte Kramer.

Gladbach: "Arbeitsverweigerung" - Fan-Reaktionen auf das 0:4 in Mainz
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So reagierten die Fans auf Gladbachs 0:4 in Mainz

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Es ging also wieder um die kleinen, aber entscheidenden Momente. Die einzige Konstanz zeigt Gladbach darin, sie zuverlässig nicht für sich zu nutzen. „Es ist einfach eine Qualität, ob du in der Lage bist, enge Spiele auf deine Seite zu ziehen“, sagte Farke. „Nach dem 0:2 haben wir die Riesenchance, durch Marcus Thuram zum Anschlusstreffer zu kommen. In solchen Momenten musst du da sein.“ Wieder ließ Borussia eine Möglichkeit liegen, erstmals in dieser Saison zwei Spiele in Folge zu gewinnen – und wie. „Es regt mich so dermaßen auf, da kann ich jeden Frust der Fans verstehen“, sagte Virkus.

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