Borussia: Geschichte geschrieben

Borussia: Geschichte geschrieben

Piotr Trochowski schoss am 30. Juli 2004 bei der Eröffnung des Borussia-Parks die ersten beiden Tore im neuen Stadion. Sonntag kommt er mit dem HSV zurück.

Im Leben eines Fußballstars gibt es Momente, die in der Collage der Erinnerung mehr Bedeutung haben als andere. Sie sind verbunden mit Orten und Zahlen, Stadien meist, oder Daten.

Der 15. Oktober 2008 hat einen Ehrenplatz in der Erinnerung von Piotr Trochowski. Der Mittelfeldspieler des Hamburger SV schoss damals im Borussia-Park sein erstes Tor für Deutschland, das damit Wales im WM-Qualifikationsspiel 1:0 besiegte. Es war nicht das erste Mal, dass Trochowski in Stadion der Borussen Geschichte schrieb.

Am 30. Juli 2004 erzielte der 1,69-Meter große Mittelfeldspieler bei der Eröffnung des neuen Eigenheims der Gladbacher das erste Tor überhaupt in dieser Arena — und das zweite gleich hinterher. Es gab ein Blitzturnier mit dem FC Bayern, für den Trochowski da noch spielte, und dem AS Monaco, und im ersten Spiel, dem der Borussen gegen die Bayern, traf er gleich in der ersten und dann noch in der 45. Minute zum 2:0-Sieg der Münchener.

"Das vergisst du nie"

  • DFB-Pokal 17/18 : Fortuna - Borussia: die Borussen in der Einzelkritik
  • Neues Postbank-Vertriebcenter : Gefragte Borussen-Autogramme

Für Trochowski persönlich hat das erste Länderspieltor natürlich einen höheren Stellenwert — "das vergisst man nie". Zu Borussia hat der heute 26-Jährige keine außerordentliche Beziehung, doch mit dem Erstling im Borussia-Park hat er vor sechs Jahren in Gladbach Geschichte geschrieben, mit 20. Die Erinnerung daran ist allerdings zwiespältig: "Ich war ziemlich jung und war das erste Mal richtig bei den Profis dabei. Wir hatten mit Felix Magath einen neuen Trainer und ich freute mich auf die neue Saison. Aber eine Woche später habe ich mich dann verletzt und bin länger ausgefallen", erzählt Trochowski.

Ansonsten schaut er lieber nach vorn. Und die nächste Zukunft wird sich wieder im Borussia-Park zutragen. Mit dem HSV kehrt er am Sonntag zurück in die Arena, in der er schon zweimal besondere Tore erzielte. Sollte er wieder treffen, wäre es gut für ihn. Denn zuletzt hat Trainer Bruno Labbadia Trochowski öfter mal nicht aufgestellt oder ausgewechselt. "Das ist nicht so toll", fühlt er sich beim HSV nicht richtig wertgeschätzt.

Das Hinspiel gewann Borussia 3:2, Trochowski erzielte das Rühe 1:0 für die Hamburger, die danach aber "total unnötig" noch zum Verlierer wurden. Das passt indes zur Saison. "Offenbar fehlt uns das Sieger-Gen", moniert Trochowski. Das allerdings, so hofft er, soll sich jetzt ändern. "Wir sind in der Europaliga eine Runde weiter, das wollen wir in der Bundesliga fortsetzen. Wir wollen etwas Neues aufbauen und in Gladbach Punkte holen", sagt er. Trifft er wieder, würde ihm das aber keinen erneuten Ehrenplatz in der Borussen-Historie verschaffen.

(RP)