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Für Roel Brouwers beginnt Sonntag die Rückrunde

Borussia Mönchengladbach : Für Brouwers beginnt Sonntag die Rückrunde

Für den Holländer fing mit dem Hinspiel in Hannover die Saison an. Seitdem läuft es für ihn besser, seine Zukunft ist aber weiter unklar.

Eine Hinrunde der Bundesliga geht bis zum 17. Spieltag, die Rückrunde beginnt am 18. - diese profane Wahrheit hat Fußball-Deutschland über Jahrzehnte verinnerlicht. Roel Brouwers lässt sich in dieser Spielzeit jedoch nicht so richtig in dieses starre Schema pressen, denn die persönliche Saison des Borussen-Holländers orientiert sich an anderen Eckpunkten. An Hannover 96 vor allem, das am Sonntag (17.30 Uhr) im Borussia-Park gastiert, und gegen das die Gladbacher am 18. Oktober vorigen Jahres das Hinspiel 3:0 gewannen. Für Brouwers war es damals nicht (nur) wegen des Sieges ein besonderer Tag. "Da hat für mich die Saison eigentlich erst angefangen", sagt der 33-Jährige heute rückblickend.

Diese Einschätzung verwundert kaum, denn die Partie an der Leine war Borussias 13. Pflichtspiel der laufenden Runde, und in den zwölf Partien zuvor hatte Routinier Brouwers keine einzige Minute auf dem Platz gestanden, ja in zehn dieser Partien (83 Prozent) stand er nicht einmal im 18er-Kader. "Am Anfang war es natürlich schwierig für mich. Ich hatte nicht erwartet, auf der Tribüne zu sitzen. Das war keine schöne Zeit", sagt er. Doch dann kamen Hannover, Havard Nordtveits Verletzung und Brouwers' Einwechslung zur zweiten Hälfte. Seitdem geht es - was die Einsatzzeiten anbelangt - steil bergauf für "Roooooooel". In den 25 Pflichtspielen seitdem stand er nur dreimal nicht im Kader, dafür aber immerhin in zwei Drittel der Spiele auf dem Platz, zehnmal sogar in der Startelf. "Seitdem kann ich sicherlich nicht unzufrieden sein, wie es gelaufen ist", sagt Brouwers. "Es war für mich wichtig zu zeigen, dass ich noch immer da bin, dass ich noch immer das nötige Niveau habe und auch viele Spiele in kurzer Zeit von der Fitness her bewältigen kann. Ich glaube, das habe ich auch gezeigt."

Anders als seine "Oldie"-Mitstreiter Thorben Marx und Filip Daems darf sich Brouwers damit in der Selbstreflexion inzwischen wieder als "mittendrin im Geschäft" bezeichnen. Und anders als bei Marx und Daems ist bei ihm ja auch kein Ende bei Borussia im Sommer beschlossene Sache. Wenn es nach Brouwers geht, schon gar nicht. "Ich möchte gerne hierbleiben, und wenn der Verein das auch möchte, kann das alles ganz schnell gehen. Wenn es dann nicht so ist, dann gucke ich halt weiter, aber meine erste Option ist Borussia. Ich möchte noch ein Jahr spielen und am liebsten natürlich hier", sagt er. Mit einer Vertragsverlängerung spät in der Saison kennt der Niederländer sich aus: 2014 verkündete Borussia erst am 12. Mai, dass Brouwers ein weiteres Jahr bleibe. Und auch jetzt herrscht zwar Unklarheit, aber die wurde vom Verein klar kommuniziert. "Natürlich möchte ich so schnell wie möglich Klarheit haben, aber der Verein konnte bislang noch nicht definitiv ja oder nein sagen. Ich denke, wir werden uns in den kommenden Wochen mal wieder zusammensetzen und weiterschauen. Sie haben gesagt, es heißt nicht, dass wir nicht verlängern wollen, wir müssen nur erst abwarten, wie der Kader für die nächste Saison aussieht", erzählt Brouwers.

Dabei wird relevant sein, was Borussia a) noch auf dem Transfermarkt in Sachen Abwehr tut, b) ob Nordtveit eine Position nach hinten wechselt und c) wie weit der Verein die Entwicklung von Marvin Schulz sieht. Interessant: Der Youngster stand bis zum Hannover-Spiel am 18. Oktober in sieben von zwölf Pflichtspielen im Kader, seitdem nur noch viermal.

(RP)