1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Flatex hofft, mit Borussia Mönchengladbach Deutscher Meister zu werden

Neuer Hauptsponsor : Flatex hofft, mit Gladbach Deutscher Meister zu werden

Am Montag gab Borussia Mönchengladbach den Nachfolger des langjährigen Hauptsponsors Postbank bekannt. Der Vertrag mit dem Online-Broker Flatex läuft bis 2023 mit einem Jahr Option.

Die neuen Kleider wurden ganz nebenbei auch vorgestellt. Schlicht weiß sind die künftigen Heimtrikots von Borussia Mönchengladbach. Und sie haben ein eingewebtes Rauten-Muster. Ein edel anmutender Zwirn ist das, der zu einem Klub passt, der in der nächsten Saison in der Champions League spielen wird. Viel wichtiger war am Montag aber das, was draufsteht auf der Dienstkleidung der Borussen: Flatex nämlich, halb schwarz und halb orange. Es ist der Name des neuen Hauptsponsors. Bis 2023 haben die Vertragspartner ihr Miteinander vorerst vereinbart, danach gibt es die Option, noch ein Jahr zu verlängern.

Damit haben die Gladbacher zwei Tage, bevor der Vertrag mit dem bisherigen Hauptsponsor, der Postbank, nach elf Jahren endet, einen Nachfolger präsentiert. Es ist ein Online-Broker mit Sitz in Frankfurt, ein Unternehmen über das SEO Frank Niehage sagt, es sei einer der Profiteure der Corona-Krise. Diese hat hingegen Borussia zugesetzt. „Die Corona-Krise trifft uns ins Mark. Sie ist nicht existenz-, aber substanzbedrohend für uns. Wir müssen mit den wirtschaftlichen Zwängen zurechtkommen, die diese Krise mit sich bringt. Wir müssen nun sparen, unter anderem da wir rund 13 Millionen Euro weniger an Fernsehgeldern in der nächsten Saison haben werden“, sagte Geschäftsführer Stephan Schippers.

Deswegen waren die vergangenen Tage sehr wichtig für den Bundesligisten. Zunächst wurde am Samstag mit dem 2:1 gegen Hertha BSC das Ticket für die Königsklasse gebucht, die 25 bis 30 Millionen Euro einbringt. Und am Montag wurde der neue Hauptsponsor vorgestellt. Neun bis zehn Millionen Euro zahlt dieser pro Saison, so die Schätzung.

Damit haben die Gladbacher in einer Zeit, in der vieles ungewiss ist wegen des Virus, an zwei wesentlichen Stellen finanzielle Planungssicherheit. Da jedoch nicht klar ist ob und wann in der nächsten Saison wie viele Zuschauer kommen dürfen sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League stellte Schippers klar, dass jetzt niemand große Einkäufe erwarten sollte, zunächst geht es erstmal darum Corona-Löcher zu stopfen. Die 213 Millionen Jahresumsatz aus dem Geschäftsjahr 2019, die Schippers am Rande bekannt gab, werden sich im nächsten Jahr per se um 20 Prozent reduzieren.

In Flatex haben die Gladbacher einen Partner gefunden, der „solvent ist“ und in Sachen Transferfinanzierungen schon länger im Hintergrund im Fußball unterwegs ist. „Wir sind einer der drei größten Finanzierer im Fußball-Finanzierungsgeschäft und schon seit Jahren in Spielertransfers und anderen Geschäften rund um den Fußball involviert“, sagte Niehage. Beide Partner haben eine ähnliche Ausrichtung der Firmen-Philosophie ausgemacht. „Wir sehen eine hohe Kompatibilität der Werte, Borussia arbeitet sehr unternehmerisch und ambitioniert und ist ein hervorragender Verein mit sportlichen Höchstleistungen, bestens finanziert und auch mit bester Perspektive für die internationale Zukunft“, sagte Niehage. Ähnliches nimmt er für sein Unternehmen in Anspruch.

Es gab weitere Kandidaten für die Gladbacher Brust, schließlich hat sich der Finanzanbieter durchgesetzt. Dass er eine Partnerschaft mit einem Königsklassen-Klub eingehen werden, daran hatte Niehage keine Zweifel. „Wir hatten uns schon vor dem Einzug in die Champions League geeinigt, dass wir eine Partnerschaft eingehen. Aber ich habe der Mannschaft vertraut, dass wir in der nächsten Saison Champions League spielen werden. Das ist die beste Voraussetzung für eine langjährige Partnerschaft“, sagte Niehage. Und gab offensive Ziele aus: „Wir hoffen, dass wir in der Zeit unserer Partnerschaft auch Deutscher Meister werden“, sagte er.

Heere Ziele sind das, die Borussia so eher nicht formulieren wird. Doch Sportdirektor Max Eberl und Trainer Marco Rose wissen das sicherlich einzuordnen. Sie wollen sich mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden geben und arbeiten nun daran, das Team bereit zu machen für neue Ziele.