Borussia Mönchengladbach: Feilschen um Borussia-Trikots auf Basar

Borussia Mönchengladbach : Feilschen um Borussia-Trikots auf Basar

Mit dem Erfolg wächst die Bekanntheit von Borussia im Ausland. Die Hemden der Elf vom Niederrhein werden bereits auf dem Basar im türkischen Belek gehandelt. Echte Exemplare findet man jedoch kaum. Eine Spurensuche.

Irgendwas sieht anders aus. Das Postbank-Logo ist viel kleiner auf der Brust als sonst. Und irgendwie schimmern die Streifen des Trikots durch den gelben Sponsoren-Balken. Ein paar Fäden zieht das Leibchen, das der Fan Marc-André ter Stegen hinhält, auch schon. Ach ja — wir sind in der Türkei, dem Mekka der gefälschten Fußballtrikots. Aber jetzt auch schon Borussia? Eine Spurensuche in Belek.

Gladbach-Trikot neben Messi-Leibchen: In Belek ist die Borussia schon in der Königsklasse angekommen. Foto: asch

Das "Zentrum" des Ortes ist wirklich nicht der Rede wert. Hässliche kleine Geschäfte mit großer Auslage reihen sich aneinander. Es gibt Hilfiger, Diesel und Co. Und Trikots ohne Ende. Selbst ein Lewandowski im Bayern-Look ist schon dabei. Im ersten Laden der Einkaufsmeile verspricht ein handgeschriebenes Schild, für jeden Arsch die passende Hose zu haben. Aber kein Borussia-Trikot.

"Das lohnt sich einfach nicht", sagt Gökhan. "Im Sommer verkaufe ich Hunderte Trikots von Bayern oder Dortmund. Aber nach Gladbach fragt kaum jemand. Ich wusste gar nicht, dass die gerade hier trainieren." Auch in den nächsten zwei drei Geschäften dominieren Real, Barcelona und die anderen europäischen Spitzenteams.

Doch dann kommt Mehmet. Er steht schon vor seiner Flamingo-Boutique, versucht, die Leute zu locken. Borussia-Trikot? Hat er! Dass es kein "echtes" ist, erkennt man auch aus zehn Metern Abstand. "Trotzdem habe ich schon einige verkauft", sagt er stolz.

15 Euro kosten die Teile — wenn man gut handelt, meint er. Bei 30 fängt Mehmet die Verhandlungen an. Namen sind auf den Trikots nicht drauf. "Die kennt ja keiner hier", sagt er.

Angst vor Markenanwälten oder Rechtsstreitigkeiten hat Mehmet nicht. "In der Türkei ist das ja erlaubt", sagt er. Die Frage ist, wie lange noch. Doch die Krönung soll noch folgen, ein paar Meter weiter. Das Geschäft hat um halb sechs schon zu, es ist schließlich Winter in der Türkei.

Doch der Blick ins Schaufenster gibt Wunderbares preis. Ein Borussia-Trikot — eingerahmt zwischen zwei Leibchen von Lionel Messi. Borussia ist endlich in der Königsklasse angekommen. Zumindest in Belek

(RP)
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