Borussia Mönchengladbach: FC Sevilla: Keine großen Stars, aber sehr stabil

Borussia Mönchengladbach : FC Sevilla: Keine großen Stars, aber sehr stabil

Borussia trifft im Februar zum sechsten Mal im Europapokal auf ein spanisches Team. Wir stellen den Gegner aus Andalusien vor.

Es hätte so gut gepasst. Jerzy Dudek zog die Lose für die Zwischenrunde der Europa League. Der Pole war früher Torwart des FC Liverpool. Und da hätte es nahe gelegen, dass ausgerechnet er den Borussen das Wunschlos vieler Fans beschert: die "Reds". Doch er tat es nicht. Das sechste Los, das Dudek in Nyon aus den kleinen Plastik-Bällen, die als Loskugeln dienten, fingerte, war Borussia. Zuvor hatte er den Titelverteidiger FC Sevilla gezogen. Am 19. Februar reisen die Gladbacher nach Andalusien, das Rückspiel ist am 26. Februar im Borussia-Park.

Das sagen die Borussen "Es ist kein einfaches Los. Sevilla ist Titelverteidiger, aber wir werden natürlich trotzdem alles daran setzen, eine Runde weiterzukommen", sagte André Hahn. "Ich hätte mir ein Team von der Insel gewünscht. Aber sich mit dem Titelverteidiger zu messen, ist eine große Herausforderung, wir werden alles in die Waagschale werfen", sagte Patrick Herrmann.

Das ist der FC Sevilla Im Mai gewann der Klub die Europa League, 2006 und 2007 den Uefa-Cup. Einmal, 1946, war Sevilla spanischer Meister, fünfmal holte der 1905 gegründete Klub den nationalen Pokal, zuletzt 2010. Sevilla Fútbol Club S.A.D., so der offizielle Name, hat 42.000 Mitglieder.

Das Stadion Das 1958 eröffnete Stadion Ramón Sánchez Pizjuan liegt am östlichen Stadtrand Sevillas und gehört dem FC. Es hat eine Gesamtkapazität von 45.500 Zuschauern, es gibt ausschließlich Sitzplätze. 1982 war das Stadion von Sevilla WM-Spielort. Dort ereignete sich auch das legendäre Halbfinale des DFB-Teams gegen Frankreich (3:3 nach Verlängerung, 8:7 nach Elfmeterschießen), bei dem Torwart Toni Schumacher den Franzosen Patrick Battiston niederstreckte und nachher im Elfmeterschießen zum Helden wurde.

Doppel-Spieler Zwei frühere Borussen spielten für Sevilla: Toni Polster schoss von 1988 bis 1991 für die Andalusier in 102 Spielen 55 Tore. In der vergangenen Saison gewann der Ex-Borusse Marko Marin mit Sevilla die Europa League. Er war dort eine Leihgabe des FC Chelsea für eine Saison. Er machte 18 Spiele, aber kein Tor.

Die Mannschaft Laut Transfermarkt.de hat der Kader des FC Sevilla einen Marktwert von 132,7 Millionen Euro. Aktuell beschäftigt der Klub sechs ausländische Nationalspieler sowie zwei spanische U 21-Auswahlspieler. Das Durchschnittsalter im Kader beträgt 26,8 Jahre.

Die Stars Einen Ausnahmekönner der Marke Diego Armando Maradona, der in der Saison 1992/93 bei Sevilla spielte, hat der Klub derzeit nicht. Doch mit dem portugiesischen Torwart Beto, dem Mittelfeldmotor Stéphane Mbia aus Kamerun sowie Stoßstürmer Carlos Bacca (Kolumbien) sind international erfahrene Profis die Führungsspieler beim Cup-Verteidiger.

Der Trainer Seit Januar 2013 ist Unai Emery (43) Cheftrainer, der Gewinn der Europa League im vergangenen Mai war sein bislang größter Erfolg. Zuvor hatte Emery vier Jahre den FC Valencia gecoacht, ehe er ein erfolgloses Intermezzo bei Spartak Moskau hatte und nach Sevilla ging. Dort lässt Unai Emery vornehmlich ein 4-2-3-1-System spielen.

Die bisherige Saison Sevilla belegt aktuell in der Primera División mit 30 Punkten den vierten Platz. Daheim ist der Klub noch ungeschlagen und belegt in der Heimtabelle den fünften Rang. Doch auch auswärts ist die Bilanz positiv. In der Europa League musste Sevilla am letzten Spieltag gegen Rijeka noch punkten, um in seiner Gruppe zumindest den zweiten Platz hinter Feyenoord Rotterdam zu belegen.

Das Wiedersehen In einem Pflichtspiel trafen Borussia und Sevilla noch nicht aufeinander. Doch vor zwei Jahren waren die Andalusier zur Saisoneröffnung 2012 im Borussia-Park zu Gast. Es gab ein 0:0.

Die Bilanz gegen spanische Klubs Zum sechsten Mal trifft Borussia im Europapokal auf eine spanische Mannschaft. Nach Real Madrid (1976 und 1985), Real Saragossa (1974), Espanyol Barcelona (1987) und den FC Villarreal (2014) ist der FC Sevilla der fünfte Gegner aus der Primera División. Die Bilanz der bisherigen zehn Spiele ist bei drei Siegen, vier Unentschieden und drei Niederlagen ausgeglichen, wobei in vier K.o.-Runden dreimal die Spanier gegen Borussia weiterkamen. Ein Sieg in Spanien gelang Gladbach bislang nur einmal, in Saragossa (4:2), daheim musste sich Borussia nur Espanyol geschlagen geben (0:1).

Das sagt der Experte "Sevilla gehört zu den spanischen Traditionsvereinen. Die Mannschaft hat zwar keine ganz großen Stars, ist aber technisch gut und steht sehr stabil. Es ist sehr schwer, gegen Sevilla Tore zu erzielen. Einen Favoriten gibt es in meinen Augen nicht, die Chancen stehen 50:50", sagte der spanische Sportjournalist Isaac Lluch im Gespräch unserer Redaktion.

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(togr)
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