FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach: Christoph Kramer und Florian Neuhaus schießen Gladbach zum Sieg

2:0 in Überzahl: Kramer und Neuhaus schießen Gladbach zum Sieg auf Schalke

Der eingewechselte Christoph Kramer leitete mit seinemJokertor den 2:0-Sieg auf Schalke ein. Borussia siegte verdient gegen unterlegene Schalker, die den Gladbachern vor allem in Unterzahl wenig entgegen zu setzten hatten.

Ein glückliches Händchen von Trainer Dieter Hecking und Tore von Christoph Kramer und Florian Neuhaus haben Borussia einen 2:0-Sieg beim FC Schalke 04 beschert. Kramer traf 20 Minuten nach seiner Einwechslung der 85. Minute zum 1:0, der ebenfalls eingewechselte Florian Neuhaus kurz vor Schluss zum 2:0. Borussia schaffte den dritten Sieg im dritten Spiel der Rückrunde und ist weiter ohne Gegentor im Jahr 2019. Die Belohnung: Platz zwei, auf den die Borussen vorrückten, vorbei am FC Bayern, der in Leverkusen verlor.

Trainer Dieter Hecking setzte im zweiten Auswärtsspiel des Jahres auf die elf Herren, die auch beim 1:0-Sieg in Leverkusen begonnen hatten. Thorgan Hazard war wieder fit und kam für Ibrahima Traoré in die Mannschaft. Denis Zakaria ersetzte im offensiven Mittelfeld Florian Neuhaus, Hecking setzte also auf die robustere Variante der Doppelacht, die der Trainer offenbar als auswärtstauglicher ausgemacht hat.

Es war eine sehr verhaltene Startphase, die die Fans in der ausverkauften Schalker Arena zu sehen bekamen. 15 Minuten dauerte es, bis Lars Stindl den ersten echten Torschuss produzierte, nachdem ihn Denis Zakaria in einer Umschaltsituation geschickt hatte. Doch Stindl zielte über das Tor. In der 18. Minute war es Stindl, der Zakaria freispielte. Der Schweizer kam frei vor Alexander Nübel zum Abschluss, scheiterte aber an Schalkes Torwart. Nochmal zwei Minuten später verspielte Zakaria, der sich merklich viel vorgenommen hatte an diesem Abend, eine extrem gute Konterchance, weil ihm der Ball zu weit vom Fuß sprang. Vor ihm lag die große Weite und auf den Außen schickten sich Alassane Plea und Hazard an, diese zu nutzen.

Die Borussen wurden bei ihrem Schalke-Aufritt von viel Kompetenz unterstützt: Das Gladbacher Traditionsteam, die Weisweiler Elf, die aus vielen Pokalsiegern von 1995 besteht, war vor Ort. Vor 24 Jahren lag auch Schalke auf dem Weg zum Triumph, da gab es im Viertelfinale noch auf dem legendären Bökelberg einen 3:2-Erfolg der Gladbacher. So viele Tore gab es am Samstag in der Arena nicht zu besichtigen. Dafür aber ein Gladbacher Team, das dem Gegner spielerisch sehr überlegen war, was nicht nur die 60 Prozent Ballbesitz in den ersten 30 Minuten dokumentierten. Während die Borussen kombinatorisch auf der Suche nach Lücken waren, wehrte sich Schalke, extrem tiefstehend, mit langen Bällen, die aber meist ziellos waren.

Was den Borussen fehlte: ein Tor. diesbezüglich gab es nach den beiden Stindl/Zakaria-Aktionen zu wenig Konkretes, um Schalke einen gewichtigen Schlag versetzen zu können. Die Borussen liefen Nübel und die Verteidiger zwar immer an, doch gab es keine bemerkenswerten Balleroberungen. Für Borussia wurde die Angelegenheit mehr und mehr eine im Heimspiel-Modus: Ein abwartender, dicht gestaffelter Gegner, der auf Konter wartet, musste geduldig bespielt werden. So gesehen war das Augsburg-Spiel eine Woche zuvor durchaus eine Kopiervorlage für das Schalke-Spiel.

Doch: Es war oft diese Konstellation in den vergangenen Jahren auf Schalke. Gladbach war spielerisch überlegen, doch Schalke kämpfte sich irgendwie ins Spiel und setzte vor allem seine Standard-Stärke dagegen. In der 39. Minute war ein Freistoß, dem die Tor-Musik der Schalker gewidmet wurde, indes zu Unrecht. Denn der schöne Drehschuss von Daniel Caligiuri landete am Außennetz.

Kurz nach der Pause setzte dann Plea ein Pressing an, da gab es dann den Schalker Fehlpass. Zakaria bekam den Ball und hatte frei Bahn, dich er schoss überhastet aus zu großer Entfernung, als dass er mit seinem Versuch Nübel vor größere Probleme hätte stellen können. So lag der Torwart zeitig und griff sich den Ball. Zakaria war der auffälligste Borusse, sehr engagiert, doch war er auch zu wenig besonnen, wenn es darauf ankam.

Schalke war nach der Pause etwas reger im Spiel nach vorn (nun 48 Prozent Ballbesitz), schwächte sich dann aber selbst: Als Lars Stindl einen Freistoß schnell ausführt und Thorgan Hazard nach 59 Minuten durchbrach, rannte ihn Nübel an der Strafraumgrenze um: Rot . So kehrte Ralf Fährmann zurück ins Schalker Tor, der agilste Schalker Offensive, Yevhen Konoplyanka, vom Feld. Den fälligen Freistoß schoss Hazard aus zentraler Position über das Tor. Direkte Freistöße sind nach wie vor nicht Borussias Königsdisziplin. In Überzahl ging es nun darum, dem Gegner keine Konter zu gestatten und selbst dem personellen Vorteil in mehr als einen Punkt umzumünzen.

Stindl hatte noch die Möglichkeit zur Führung, doch seinen Freistoß-Versuch boxte Fährmann weg. Der hatte sich zuvor auch einen Schuss von Thorgan Hazard geschnappt. Dann war er aber machtlos: Der eingewechselte Kramer „zauberte“ wie schon mal beim 1:0-Sieg in Hannover den Ball in den Winkel. Das war in der 85. Minute und die Vorentscheidung, Neuhaus machte alles klar. Schalke kam nicht mehr zurück und so war Kramer der Mann des Abends. „Oh du schöner VfL“, sangen die 5000 mitgereisten Gladbach-Freunde glückselig.

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FC Schalke 04 - Bor. Mönchengladbach 0:2 (0:0)

FC Schalke 04: Nübel - D. Caligiuri, Salif Sané, Nastasic, Oczipka - N. Bentaleb, Rudy (75. Matondo) - Serdar, McKennie, Konopljanka (61. Fährmann) - Uth
Bor. Mönchengladbach: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Hofmann (83. P. Herrmann), Strobl (68. C. Kramer), Zakaria (78. Neuhaus) - T. Hazard, Stindl, Pléa

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Zuschauer: 62271 (ausverkauft)
Tore: 0:1 C. Kramer (85.), 0:2 Neuhaus (90.+1)
Gelbe Karten: N. Bentaleb (3) / Ginter (2), Strobl (3)
Rote Karten: Nübel (59./Taktisches Foulspiel) / -

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