FC Bayern München: Michael Cuisance fliegt aus Startelf der Bayern-Reserve

Schuhe nicht gefunden : Michael Cuisance fliegt aus Startelf der Bayern-Reserve

Michael Cuisance hat sich mit seinem Wechsel zum FC Bayern einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Bei seinem Ex-Arbeitgeber, Borussia Mönchengladbach, hat er dagegen verbrannte Erde hinterlassen. In München läuft es aber alles andere als rund.

Der FC Bayern München ist die wohl schillerndste Adresse im deutschen Fußball und hat dementsprechend eine hohe Anziehungskraft. Für viele Fußballer ist es deshalb das Maß aller Dinge, einmal beim FC Bayern so spielen. Für einige Spieler kam der Sprung aber zu früh. Jan Schlaudraff, Jan Kirchhoff, Alexander Baumjohann oder Sinan Kurt sind wohl noch die prominentesten Beispiele, für die der FC Bayern mehr einen Karriereknick, als einen Karrieresprung bedeuteten.

Gut möglich, dass Michael Cuisance bald diese Liste ergänzt. Im Sommer war der Franzose für zwölf Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach nach München gewechselt und hat sich damit einen wohl lang ersehnten Wunsch erfüllt. „Ich weiß, dass dies ein sehr großer Schritt für mich ist. Aber ich fühle mich bereit und bin sehr stolz, künftig das Trikot des FC Bayern tragen zu dürfen“, sagte er nach seinem Wechsel.

So richtig angekommen ist der 20-Jährige in München aber noch nicht. In der Bundesliga kam Cuisance bei zwei Kurzeinsätzen nur zu insgesamt 30 Minuten Einsatzzeit. In den vergangenen Wochen lief Cuisance sogar nur noch für die Reservemannschaft in der 3. Liga auf. In bislang drei Spielen erzielte er ein Tor.

Am vergangenen Sonntag im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg (2:1) saß Cuisance aber auch bei der Bayern-Reserve lediglich auf der Bank. Das hatte aber keine sportlichen, sondern disziplinarische Gründe. Wie Trainer Sebastian Hoeneß dem Portal „fussball.news“ mitteilte, kam Cuisance vor dem Spiel zu spät zum Treffpunkt. Laut FCB-Nachwuchs-Chef Jochen Sauer konnte der Franzose seine Schuhe nicht finden. „Wir haben einfach Regeln, an die sich alle halten müssen“, sagte Hoeneß, Neffe von Noch-Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Cuisance antwortete: „Dann muss ich halt einfach so früh kommen, dass mir das nicht passieren kann.“ Bitter für Cuisance: Bayern-Coach Hansi Flick, Co-Trainer Hermann Gerland und Sportdirektor Hasan Salihamidzic saßen alle auf der Tribüne.

Sauer nahm den Ex-Borussen anschließend in Schutz, schließlich habe es sich nur um ein paar Minuten gehandelt. Dennoch ergänzte er: „Die Entscheidung muss dann aber eben der Trainer treffen.“ Auch Hoeneß wollte das Thema nicht zu groß werden lassen. Nach seiner Einwechslung in der 63. Minute habe sich Cuisance „bemüht und engagiert gezeigt“.

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Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, denn es ist nicht das erste Mal, dass Cuisance negativ aufgefallen ist. Bei seinem Wechsel von Mönchengladbach nach München hat er viel verbrannte Erde bei seinem Ex-Klub hinterlassen. Cuisance hatte vom neuen Trainer Marco Rose eine Stammplatz-Garantie gefordert und so für schlechte Stimmung gesorgt. „Es ist ein Thema, das uns belastet“, hatte Borussias Sportdirektor Max Eberl damals gesagt. „Es ist ein bisschen überraschend, dass die Unzufriedenheit bei einem 19-Jährigen so groß ist, dass er quasi eine Stammplatz-Garantie haben möchte, die bei uns kein Spieler hat.“

Rose wurde da schon deutlicher: „Ich hatte in den vergangenen Wochen den Eindruck, dass die Borussia als Verein für Mika zu klein geworden ist“, sagte er. Rose bestätigte auch, dass Cuisance seinen Wechsel durch gewisse Verhaltensweisen erzwungen hatte. „Er hat einige Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die er bei seinem neuen Arbeitgeber sicher nicht an den Tag legen wird", sagte Rose. Dass Cuisance aber ausgerechnet bei den Bayern die gewünschte Spielzeit erhalten würde, bezweifelten die Gladbacher schon damals. „Ein junger Spieler muss spielen und ich glaube, dass die Bayern einen hervorragenden Kader haben. Da wird es für einen jungen Spieler nicht einfacher zu spielen als bei uns“, sagte Eberl.

Bisher hat sich diese Voraussage bestätigt. Cuisance hat in München noch keinen Anschluss gefunden. Lediglich mit den Franzosen in der Mannschaft versteht sich der 20-Jährige gut, was auch an der Sprachbarriere liegt. Cuisance spricht kein Deutsch. Sportlich ist er nun bereits von der Bundesliga in die dritte Liga abgestiegen. Sollten nun noch mehr Disziplinlosigkeiten dazu kommen, endet Cuisance Zeit in München vermutlich eher als ihm lieb ist.

(lt)
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