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FC Bayern München: Borussia Mönchengladbach stoppt den Lauf

Borussia Mönchengladbach : Starke Borussia stoppt den Lauf der Bayern

Borussia beeindruckte beim 0:0 gegen Bayern, war im Spitzenspiel vor allem nach der Pause auf Augenhöhe mit dem Topteam aus München – und hatte am Ende sogar die besseren Siegchancen.

Borussia beeindruckte beim 0:0 gegen Bayern, war im Spitzenspiel vor allem nach der Pause auf Augenhöhe mit dem Topteam aus München — und hatte am Ende sogar die besseren Siegchancen.

André Hahn lächelte. Ob Borussia Mönchengladbach gegen den Branchenführer FC Bayern München 0:0 gewonnen habe, wollte jemand wissen. "Wir haben nach 15 Spielen nicht verloren, auch nicht gegen die Bayern, wir haben unsere Serie gehalten, das hat etwas zu bedeuten", sagte Hahn nach einem zwar torlosen, aber hochklassigen Spitzenspiel. Die Gladbacher bleiben Zweiter und damit dran an den Bayern. Im direkten Vergleich waren sie vor allem nach der Pause auf Augenhöhe und hatten sogar die besseren Chancen. "Da hat Manuel Neuer gezeigt, dass er der beste Torhüter der Welt ist", sagte Hahn.

Die Taktik der Borussen war klar definiert: Sie wollten kompakt stehen gegen den Branchenführer und mit schnellem Umschaltspiel Akzente nach vorn setzen. Weswegen Favre die Flügel mit konterstarken Männern bestückte, die zudem brav und fleißig nach hinten arbeiten: links Patrick Herrmann, rechts André Hahn. Doch zunächst mussten alle elf Herren in Weiß vor allem verteidigen, Entlastungsangriffe gab es kaum.

Das Tor vor der Nordkurve, in dem Yann Sommer in der ersten Halbzeit stand, war im Fokus, dahinter standen die treuesten Borussen-Fans und sangen sich die Seele aus dem Leib — mit einer hohen Phonzahl wollten sie den Ihren Mut machen. Das kontrollierte Aufbauspiel aus der Tiefe über Sommer fiel schwer, denn die Bayern stellten die Anspielwege zu. Die Ballbesitz-Experten aus München waren überlegen und gönnten dem Gegner nur 26 Prozent Ballbesitz.

Die Gladbacher hielten aber engagiert dagegen und versuchten, sich Respekt zu verschaffen. Die mentale Herausforderung war groß: "Wir wussten, dass der kleinste Fehler bestraft wird, aber wir haben keine Flüchtigkeitsfehler gemacht", sagte Weltmeister Christoph Kramer. Die Bayern wirkten zwar stets gefährlich, doch glasklare Gelegenheiten ließen Martin Stranzl und Co. kaum zu. "Wir haben es mit Ruhe gemacht, wir haben hervorragend verteidigt", lobte Favre. Wenn die Bayern durchkamen, war der starke Sommer da. In der 10. Minute lenkte er David Alabas Schuss an den Pfosten, dann stand er richtig, als Robert Lewandowski die kurze Ecke anvisierte (55.).

Kellermann: "Die Gladbacher haben eine Spitzenleistung gezeigt"

Vorn galt es, die sich bietenden Chancen zu nutzen. Die erste Möglichkeit bot sich Max Kruse nach 34 Minuten, doch er war nach Hahns präziser Vorarbeit zu zögerlich und kam dann nur zu einem Spitzler in Richtung Tor von Neuer. Der Welttorhüter musste dann kurz nach der Pause seine ganze Klasse zeigen, als Hahn einen Konter mit einem Rechtschuss abschloss, Raffael erreichte den Abpraller nicht mehr (52.). Danach klärte Neuer gegen Herrmann (58.). Aktionen wie diese zeigten: Wenn die Borussen geschwind spielen, sind die Bayern verwundbar.

Borussia spürte das und wurde zusehends mutiger. Die Qualität der Gladbacher Chancen war größer als die der Bayern. Das wiederum kam in der Nordkurve an und die Fans wurden noch lauter. Der Borussia-Park bebte zwischenzeitlich, ganz Mönchengladbach spürte: Ja, es kann etwas werden mit dem Bayern-Sturz. Es war an Neuer, die Null festzuhalten. In der 78. Minute lenkte er Raffaels Schuss um den Pfosten.

Borussia beeindruckte gegen die Bayern taktisch und spielerisch. Sie zeigte, dass sie das Zeug zum Spitzenteam hat. "Nach neun Spieltagen lügt die Tabelle nicht. Wir sind das zweitbeste Team in Deutschland", sagte Kramer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kruse scheitert nach Konter an Neuer