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Borussia Mönchengladbach: Favre warnt vor dem VfB Stuttgart

Borussia Mönchengladbach : Favre warnt vor dem VfB Stuttgart

Stuttgart ist kein gutes Pflaster für Borussia Mönchengladbach. Die "Fohlen" gewannen nur eins der vergangenen 14 Bundesligaspiele gegen die Schwaben.

Roel Brouwers erinnert sich noch gut. "Das war richtig grauenhaft", sagt der niederländische Abwehrspieler von Borussia Mönchengladbach. Der 31Jährige denkt an die 0:7-Pleite seiner Mannschaft beim VfB Stuttgart, gerade einmal drei Jahre ist das her. Spätestens seit diesem Spiel gilt: Stuttgart ist für Borussia sowas wie ein "Angstgegner".

Die Statistik weist für Liga-Begegnungen zwischen beiden Teams tatsächlich aus, dass die Schwaben für Borussia kein angenehmer Gegner sind. 38:26 lautet die Siegesbilanz zugunsten des VfB vor dem Duell am Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker). Neun der vergangenen 14 Bundesligapartien gegen den VfB gingen verloren, nur eine gewann Gladbach — damals 3:0 im Januar 2012, durch Tore von Mike Hanke, Marco Reus und Igor de Camargo. Beim letzten Sieg davor saß noch Horst Köppel (!) auf der Bank, als Borussia im April 2005 ein 2:0 gegen die Schwaben verbuchte.

"Ich habe keinen Angstgegner"

Angstgegner also. Lucien Favre muss ziemlich schmunzeln, wenn er dieses Wort hört. "Ich habe keinen Angstgegner", sagt der Schweizer resolut. "Statistik ist Statistik. Das ist Vergangenheit." Dennoch warnt er vor dem Gegner. "Es war dort immer schwer für uns. Stuttgart hat eine gute Mannschaft, ohne Diskussion", sagt der 56-Jährige. "Da spielen viele Nationalspieler." Und manchmal helfen auch die Borussen selbst, wie beim vergangenen Gastspiel in Stuttgart, als Borussia dem Gegner die Tore durch ein Billard-Eigentor und dumme Abwehrfehler zum 2:0-Sieg geschenkt hatten.

Doch in diesem Jahr haben die Gladbacher durchaus etwas entgegenzusetzen. Borussia ist Vierter, gewann zuletzt mehr oder weniger souverän in Folge, während der VfB in dieser Spielzeit extrem wechselhaft spielt und im heimischen Stadion erst einmal gewinnen konnte. Statistisch ist Borussia am Freitagabend also leichter Favorit. Auch wenn das der Sportdirektor der Schwaben nicht so ganz wahrhaben will. "Wieso soll Gladbach besser sein?", fragte Fredi Bobic in der örtlichen "Bild"-Ausgabe. "Ich sehe Gladbach nicht weit weg von uns." Weit weg ist indes relativ — sechs Punkte trennen beide Kontrahenten vor dem Spieltag.

Borussias Sportdirektor Max Eberl belustigt die Aussage seines Stuttgarter Kollegen aus einem anderen Grund. "Vor der Saison wurde in Stuttgart verkündet, man wolle international spielen. Unser Saisonziel — die Einstelligkeit — ist hinreichend bekannt. Und jetzt ist man ,nicht weit weg'? Da werden gerade die Voraussetzungen ein wenig umgedreht."

Für die Borussen spricht die Aufstellung. Denn Favre setzt auf die goldene Fußballweisheit, ein siegreiches Team nicht zu verändern. Obwohl die zuletzt angeschlagenen Defensivakteure Roel Brouwers und Havard Nordtveit wieder fit sind, wird Tony Jantschke voraussichtlich erneut den Innenverteidiger-Part neben Martin Stranzl spielen. "Er macht das richtig gut", sagt Favre.

Zeit also für einen Sieg in Stuttgart. Favre und Eberl würden bestimmt auch einen "dreckigen Erfolg" nehmen. "Wir werden oft reduziert auf unsere Art und Weise, wie wir spielen", sagt Eberl. "Wenn wir ein mäßiges Spiel gewinnen heißt es: Der Spaß fehlt. Die Beispiele Frankfurt und Freiburg, die nach einer guten Saison unten reinrutschen, zeigen aber: Darum geht es nicht. Es geht darum, den Verein zu stabilisieren, ein Fundament zu errichten."

Für dieses Fundament käme ein Sieg gegen den vermeintlichen "Angstgegner" gerade recht.

(RP)